Vom Bayerwerk zum CHEMPARK


Archivmeldung aus dem Jahr 2012
Veröffentlicht: 30.06.2012 // Quelle: Stadtverwaltung

Bezirksvorsteher Rainer Schiefer hielt anläßlich der Eröffnung der Ausstellung „Vom Bayerwerk zum CHEMPARK“
soeben in der Villa Römer folgende Rede:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

als ich vor kurzem den Badezimmerschrank öffnete, fiel mein Blick auf ein Schächtelchen, das sich wahrscheinlich in jedem Leverkusener Haushalt findet:
Eine Schachtel Aspirin.
Dabei dachte ich direkt an die heutige Ausstellungseröffnung und habe ich mir die Packung einmal bewusst angesehen.
Bayer Vital –Leverkusen“ ist da zu lesen.
Und dieses Medikament geht mit dieser Herkunftsbezeichnung in die ganze Welt.
Weltweit sind also Bayer und Leverkusen eng verbunden. Wir Leverkusener werden mit Bayer identifiziert. – Sei es durch Aspirin, sei es durch den Fußballverein „Bayer 04 Leverkusen“.

Umgekehrt identifizieren sich die Leverkusener mit dem Namen und dem Zeichen Bayer. Viele sehen im Bayer-Kreuz das Wahrzeichen ihrer Stadt, mit dem sie Heimatgefühle verbinden. Als das leuchtende Bayer-Kreuz über dem Werk abgebaut werden sollte, ist es auf massiven Bürgerprotest hin erhalten worden.

Und damit bin ich bei dieser ambitionierten Ausstellung, die der „Opladener Geschichtsverein von 1979 e.V. Leverkusen“ mit großem Engagement zusammengetragen hat.

Frau Liedtke hat Sie schon in die Thematik eingeführt:
Der Opladener Geschichtsverein erinnert an die Verlegung des Firmensitzes der damaligen „Farbenfabriken Bayer“ von Elberfeld nach Leverkusen vor hundert Jahren.

Nachdem Bayer buchstäblich auf der grünen Wiese die damals größte und modernste Chemieproduktion der Welt einschließlich Infrastruktur gebaut hatte, krönte das Unternehmen die beispiellose Aufbauleistung mit einem repräsentativen Firmensitz: dem Ensemble aus Konzernzentrale, Casino und der Villa des Generaldirektors Carl Duisberg. Mit seinem Namen ist das Jahrhundertwerk verbunden. Noch heute ist Leverkusen geprägt von seinen Plänen: das Werk mit seiner Kaiser-Wilhelm-Allee, die Kolonien, die Kultur- und die Sporteinrichtungen.
Leverkusen war nicht mehr „ein Produktionsstandort“, sondern Firmensitz des Weltkonzerns. – Und ist es bis heute geblieben.
Doch weit mehr: der Bau des Bayerwerks mit seiner reichen Infrastruktur bildet den Startschuss für den rasanten Aufstieg unserer heutigen Stadt Leverkusen von einer dörflichen Struktur zu einer modernen Großstadt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
nicht umsonst befinden wir uns hier im „Haus der Stadtgeschichte“.
Städte sind mehr als eine Ansammlung von Häusern, Geschäften und Arbeitsstätten. Sie bilden ein Gemeinwesen. Sie stiften Identität. Das geht nicht ohne Erinnerung: Woher kommen wir? Was zeichnet unsere Stadt aus?

Die Dauerausstellung „Zeiträume“ hier in der Villa Römer widmet der Entwicklung Leverkusens zum Industriestandort einen eigenen Raum. Das Gemälde mit der Werksansicht der Jahre 1912 bis 1921 ist das Schlüsselbild für die Abteilung mit Titel „Umbruch“. Es illustriert die immense Bedeutung des Bayerwerks für Leverkusens Stadtgeschichte.

1991 zeigte das Stadtarchiv zusammen mit dem Bayer Archiv die Ausstellung „Bayer kommt an den Rhein“ mit dem Zusatz „Eine Großstadt entsteht“. Bayer und Stadt erinnerten gemeinsam an das hundertjährige Bestehen des Bayerwerks.
Die heutige Ausstellung des OGV will den Wandel vom Bayerwerk zum CHEMPARK illustrieren. Alleine die zwanzig Jahre seit 1991 haben tiefgreifende Veränderungen für unsere Stadt mit sich gebracht. Der Strukturwandel des Wirtschaftsstandorts ist folgerichtig ein Schwerpunkt, auf den die Mitglieder des OGV ihr Augenmerk richten. Anders als bei der Ausstellung von Stadt und Bayer lassen sie die Geschichte aus dem Blickwinkel der Arbeitnehmer und Nachbarn Revue passieren.

Sicher liegen zwischen den Gründerjahren und unserer heutigen Situation Welten. Alleine die drei verschiedenen Konzernzentralen stehen symbolisch für den Wandel der Epochen: das altehrwürdige „Q 26“ aus der Kaiserzeit, der moderne, lichte und Glas-Bau von Helmut Jahn und der Standort des ehemals prägenden Hochhauses. Man könnte sagen: Gutes und Bewährtes bleibt, und Überholtes macht Raum für Neues.

Über alle Veränderungen hinweg lässt sich aber für Leverkusen festhalten – und hier darf ich auch für den Schirmherrn dieser Ausstellung, Herrn Oberbürgermeister Buchhorn sprechen, der zu seinem Bedauern terminlich verhindert ist:
Leverkusen ist unverändert und unverzichtbar eine Chemiestadt. Rund die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitet in den Unternehmen des CHEMPARKS. Bayer und der CHEMPARK bringen 30.000 Arbeitnehmer und ihre Familien in Lohn und Brot und sind damit der wichtigste Arbeitgeber vor Ort.

Auf unterschiedlichen Ebenen wird der Dialog zwischen Stadt und Konzern vertrauensvoll gepflegt. Bayer nennt es „gute Nachbarschaft“. Für die Stadt möchte ich von einem konstruktiven und kooperativen Miteinander sprechen.

Von Anfang an hat Bayer ein außergewöhnliches soziales Engagement gezeigt. Auch heute wäre ohne die Unterstützung von Bayer, CHEMPARK und Lanxess vieles in unserer Stadt nicht möglich.
Stadtentwicklung und wirtschaftliche Entwicklung gehen Hand in Hand. Deshalb legen wir großen Wert auf die Ausbildung unserer künftigen Experten: Leverkusen hat große Anstrengungen für den Ausbau der naturwissenschaftlichen Schulräume auf sich genommen. Und wir sind dankbar für die bildungspolitische Unterstützung der Schulen durch die „Bayer Science & Education Foundation“.

Gerade auch bei dem aktuellen Großprojekt, der Realisierung des Campus Leverkusen, arbeiten Stadt und CHEMPARK eng zusammen.
Denn niemand kann die Zukunft vorhersehen. Doch wir können klug und vorausschauend unsere Stärken ausbauen und unsere Innovationsfähigkeit erhalten.

An dem Rückblick „Vom Bayerwerk zum CHEMPARK“ haben sich viele Menschen und Institutionen beteiligt. Zunächst möchte ich dem Opladener Geschichtsverein für diese außergewöhnliche Schau zur Stadtgeschichte herzlich danken.
Besonders zu erwähnen ist auch die Beteiligung des Regionalwissenschaftskurses des Lise-Meitner-Gymnasiums.
Und ein besonderer Dank geht an die Bayer AG, den CHEMPARK und Currenta, unsere französische Partnerstadt Villeneuve d’Ascq, die privaten Leihgeber und nicht zuletzt zahlreiche Sponsoren.

Ich bin gespannt, was Ihre historischen Forschungen über die vergangenen hundert Jahre aus der Sicht der Zeitgenossen ergeben haben. Ich glaube, der alte Generaldirektor Duisberg würde interessiert durch diese Ausstellung streifen, sich vielleicht über das Koloniemuseum und die immer noch aktiven roten Fahrräder freuen und das neue Baykomm bestaunen.

Aber zunächst gebe ich das Wort an Herrn Zöller,
Leiter Public Affairs Leverkusen bei Currenta, der den CHEMPARK offiziell vertritt.
Vielen Dank."


Ort aus dem Stadtführer: Chempark, Baykomm, Koloniemuseum, Bayer-Kreuz
Denkmäler aus dem Artikel: Villa Römer
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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