Zeitumstellung: Die innere Uhr darf nicht verstellt werden


Archivmeldung aus dem Jahr 2016
Veröffentlicht: 28.10.2016 // Quelle: Axel Voss

Am kommenden Sonntag werden wieder die Uhren umgestellt, sehr zum Unmut vieler Bürgerinnen und Bürger. Das wurde auch zum wiederholten Mal in der Plenardebatte hierzu im Europäischen Parlament in Straßburg deutlich.

„Auf den Punkt gebracht: Wir spielen mit der Gesundheit der Menschen. Die innere Uhr tickt unbeachtet weiter. Das gesamte Immunsystem leidet unter dem Schlafdefizit“, erklärt der Europaabgeordnete Axel Voss (CDU) und bezieht sich auch auf eine kürzlich stattgefundene Veranstaltung zur Zeitumstellung im Europäischen Parlament, die sich dem Thema aus medizinischer Sicht annahm.

Beide Gastredner* bestätigten, dass ein Großteil der Menschen unter chronischem Schlafmangel leidet. Das schadet nicht nur der Leistungsfähigkeit am Tag selbst, sondern kann zu langfristigen Schäden führen. Je schlechter die Abstimmung zwischen biologischem Schlafrhythmus und dem von der Gesellschaft aufgedrückten Schlafrhythmus ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Schlafstörungen zu erkranken. Langfristig können diese dann beispielsweise zu einem erhöhten Krebsrisiko oder Herz-Kreislauferkrankungen führen.

„Die Auswirkungen der Zeitumstellung auf die innere Uhr des Menschen sind deutlich mehr als eine bloße Stunde. Wie können wir guten Gewissens die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen, wo doch die negativen Auswirkungen die eventuellen Vorteile deutlich überwiegen“, fragt Voss, der die Städte Köln, Bonn und Leverkusen sowie die Kreise Rhein-Sieg und Rhein-Erft im Europäischen Parlament vertritt.

Leider sind dem Europäischen Parlament bei dieser Entscheidung die Hände gebunden, so lange sich die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten den Schwarzen Peter hin und her schieben. „Wenn keiner die Verantwortung übernimmt, werden wir zu keiner neuen und vernünftigen Lösung kommen“, resümiert Voss abschließend.

* Gastredner:
* Prof. Dr. Till Roenneberg, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter der Gruppe "Chronoscience & Systems Biology"
* Prof. Dr. Russell Foster, Sleep and Neuroscience Institute (SCNi)


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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