Gewinner des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs Hitdorf ausgezeichnet


Archivmeldung aus dem Jahr 2017
Veröffentlicht: 31.05.2017 // Quelle: Stadtverwaltung

Gestern hat Oberbürgermeister Uwe Richrath die Sieger des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs zur Aufwertung des Hitdorfer Hafens und der Plätze entlang der Hitdorfer Straße ausgezeichnet und zugleich die Ausstellung der eingereichten Entwürfe im Foyer des Elberfelder Hauses mit den Worten eröffnet. „Mit dem Wettbewerb nähern wir uns dem Ziel, Hitdorf noch attraktiver zu machen, mit großen Schritten.“

Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis nahm Gunter Fischer vom Büro (f) landschaftsarchitektur aus Bonn entgegen. Über den zweiten Preis in Höhe von 6.000 Euro freute sich Thomas Dietrich vom Büro Planergruppe Oberhausen. Der mit 4.000 Euro dotierte dritte Preis ging an Franz Reschke Landschaftsarchitektur aus Berlin. Fischer und Dietrich erläuterten ihre Konzepte. Die Landschaftsarchitektin und Vorsitzende des Preisgerichts Ina Bimberg aus Iserlohn begründete die Entscheidung der Jury.

Zielsetzung des Wettbewerbs
Zielsetzung des Wettbewerbs war es, für den besonderen Raum des Hitdorfer Hafens eine angemessene, nutzungsoffene und attraktive Gestaltung im Spannungsfeld zwischen Industriegeschichte, der Landschaft am Rheinstrom sowie Freizeit und Erholung zu entwickeln.

Um Synergieeffekte zu nutzen, war es zudem Aufgabe, Ideen für die Plätze entlang der Hitdorfer Straße – den Kirmesplatz, den Platz am Rheinpark-Zentrum und den Platz vor der St. Stephanus Kirche – zu entwickeln. Hier galt es Vorschläge zu unterbreiten, die diese Plätze zu Treffpunkten mit hoher Aufenthaltsqualität machen können.

Die Siegerentwürfe
Das Urteil des Preisgerichts zum Hitdorfer Hafen lautete: „Den Verfassern des Siegerentwurfs gelingt unter Beibehaltung des vorhandenen Natursteinbelags und durch Hinzufügen sorgfältig gewählter zeitgenössischer Flächenbefestigung eine Hafengestaltung mit höchstmöglichem Geschichtsbezug und Authentizität.“

Im zweitplatzierten Entwurf wird die Grundidee der neuen Kaimauer zum Bau eines „Hafenbalkons“ genutzt. Dadurch entsteht ein besonderer Ort mit Blick auf den Hafenbereich. Durch das tiefer gelegte Niveau entsteht ein Ruhebereich mit hoher Aufenthaltsqualität.

Auch die Arbeit des Büros Franz Reschke – 3. Platz – ist dadurch gekennzeichnet, dass der Hafenbereich als robuster Ort am Rheinufer erkannt wurde. Vorhandenes Material wird in einen der Ufermauer vorgelagerten Aufenthaltsstreifen in ansprechender Weise wiederverwendet.

Im Bereich des Kirmesplatzes ist eine Gemeinsamkeit bei den platzierten Entwürfen festzustellen: Alle drei erhalten den vorhandenen Baumbestand und optimieren auf unterschiedliche Art und Weise die vorhandenen Grünflächen – mal durch ergänzenden Staudenpflanzungen, mal durch Optimierung der Rasenflächen. Es entstehen zur Straße hin abgeschlossene Platzflächen, die in unterschiedlicher Art und Weise genutzt werden können und mal mehr oder weniger intensiv mit Sitzmöbeln, Stauden und Spielelementen ausgestattet sind.

Der Siegerentwurf des Büros (f) Landschaftsarchitektur sieht einen schlichten grünen Rahmen aus Bodendeckern und Rasenbändern vor, der einen inneren, asphaltierten Kirmesplatz fassen soll. Der Platz wird durch den grünen Rahmen nach außen abgeschlossen, ist alltags „autofrei“ und kann mit dem eingezeichneten „Spielfeld“ für Sport und Bewegung genutzt werden.

Für die Ideenteile Rheinpark-Zentrum und Kirchvorplatzwurden vielfältige Konzepte entwickelt. Häufig wurden unter Änderung der heutigen Stellplatzsituation Flächen für Fußgänger und Außengastronomie verbessert werden.

Hintergrund des Wettbewerbs
Anlass dafür, einen Wettbewerb für die gestalterische Aufwertung des Hafenareals auszuloben, war die perspektivisch anstehende Erneuerung der Kaimauer des Hitdorfer Hafens. Diese eröffnet zugleich auch Entwicklungsmöglichkeiten für die benachbarten Flächen. Die Stadt Leverkusen hat diese Flächen von der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Köln, als Eigentümerin der Hafenflächen gepachtet. Diese signalisierte im Vorfeld eine große Offenheit für die geplanten Aufwertungsmaßnahmen.

2015 hat der Rat der Stadt Leverkusen zudem das Integrierte Handlungskonzept (InHK) für Hitdorf auf den Weg gebracht. Bestandteile dieses InHKs sind neben der Neugestaltung des Hafengeländes und der Attraktivierung von öffentlichen Flächen wie dem Kirmesplatz unter anderem auch der Umbau der Hitdorfer Straße. Verbunden mit diesen städtebaulichen Aspekten fördert das InHK daneben auch wirtschaftliche, soziale und bildungspolitische Belange in Hitdorf.

Im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes für Hitdorf wurde im August 2015 eine Bürgerwerkstatt durchgeführt. Die dort erarbeiteten Anregungen bildeten unter anderem die Grundlage für den nun entschiedenen Wettbewerb.

Die Stadt Leverkusen hat als Ausloberin des Wettbewerbs im Januar 2017 unter Berücksichtigung zuvor bekanntgegebener Kriterien aus 22 Bewerbungen aus ganz Deutschland zwölf Büros für die Teilnahme am Wettbewerb ausgesucht. Drei weitere Büros wurden direkt zur Teilnahme eingeladen. Insgesamt haben 13 Büros die reizvolle, aber auch herausfordernde Aufgabe angenommen und ihre Entwürfe eingereicht.

Das Preisgericht setzte sich zusammen aus unabhängigen Landschaftsarchitekten, Vertreterinnen und Vertreter der politischen Fraktionen des Leverkusener Rates und der Stadtverwaltung. Als beratendes Mitglied gehörte zudem eine Vertreterin des Rheinischen Amts für Denkmalpflege im Landschaftsverband Rheinland der Jury an.

Die Empfehlung des Preisgerichts dient der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk I als Grundlage für die Beratung am 26. Juni 2017 im Hinblick auf die weitere Beauftragung zur Konkretisierung der Planungen für die Neugestaltung und Aufwertung des Hafengeländes und des Kirmesplatzes.

Da sich die anderen beiden Plätze vor St. Stephanus und im Rheinpark nicht im städtischen Eigentum befinden, sollen die Planungskonzepte hierfür als Grundlage für künftige Gespräche mit den jeweiligen Eigentümern dienen.

Ausstellung zum Wettbewerb
Sämtliche Wettbewerbsbeiträge sind vom 30. Mai bis zum 20. Juni 2017 in einer Ausstellung im Foyer des Elberfelder Hauses (Hauptstraße 101, 51373 Leverkusen) zu sehen (Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 8.30 – 16.00 Uhr, Freitag: 8.30 – 13.30 Uhr). Der Siegerentwurf wird zudem ebenfalls vom 30. Mai bis zum 20. Juni 2017 in Hitdorf in den Geschäftsstellen der Stadtsparkasse (Hitdorfer Str. 200a) und der VR Bank (Langenfelder Str. 37) zu den jeweiligen Öffnungszeiten ausgestellt.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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