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Eröffnung der Dauerausstellung "Zeiträume Leverkusen"

Veröffentlicht: 16.09.2011 // Quelle: Stadtverwaltung

Soeben eröffnete Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn die Dauerausstellung "Zeiträume Leverkusen" in der Villa Römer mit folgender Rede:

"Sehr geehrte Frau Liedtke,
sehr geehrter Herr Tscharntke,
sehr geehrter Herr Dr. Krause,
sehr geehrter Herr Rheindorf,
meine sehr geehrte Damen und Herren,
- ganz besonders diejenigen, die an der Erarbeitung und Vorbereitung dieser Ausstellung mitgewirkt haben -

"der Erfolg hat viele Väter" heißt es - und wenn wir heute die erste Dauerausstellung zur Leverkusener Stadtgeschichte eröffnen, möchte man sagen: Er hat nicht nur viele Väter, sondern auch viele Mütter. Wollte ich jetzt namentlich alle aufzählen, die seit Jahren daran mitgewirkt haben, dass diese Ausstellung verwirklicht werden konnte, müsste ich eine lange Liste vorlesen. Das erspare ich Ihnen, denn heute sollte vor allem das Ergebnis dieser vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Mittelpunkt stehen.

Wenn ich gleich das Band durchgeschnitten habe, können wir uns erstmals die "ZeitRäume Leverkusen" ansehen - sechs Räume, in denen Epochen der Stadtgeschichte vorgestellt werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben damit zum ersten Mal die Möglichkeit, die Geschichte ihrer Stadt in einer Ausstellung zu erleben, und zwar nicht nur ein- oder zweimal innerhalb weniger Wochen, sondern immer wieder. Erstmals verfügt die Stadt damit über so etwas wie ein Stadtmuseum - mehr als 80 Jahre, nachdem es zum ersten Mal einen Versuch zur Gründung einer solchen Einrichtung gegeben hat.

Dass es diesmal geklappt hat, ist zunächst der Hartnäckigkeit und der Arbeit der Ehrenamtler des Vereins "Haus der Stadtgeschichte Leverkusen" zu verdanken, die sich den Betrieb dieser Ausstellung und der Villa Römer auf die Fahnen geschrieben haben. Ausdrücklich erwähnen möchte ich die derzeitige Vorsitzende, Frau Gertrud Liedtke, und Herrn Rolf Müller, den Senior der Leverkusener Geschichtsvereine.

Aber auch das größte Engagement führt kaum zu Ergebnissen, wenn es nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Es ist mir deshalb eine große Freude, heute der Nordrhein-Westfalen Stiftung Naturschutz, Heimat und Kulturpflege und dem Landschaftsverband Rheinland meinen Dank zu sagen, die das Projekt äußerst großzügig gefördert haben. Desgleichen gilt mein Dank dem lokalen Hauptförderer, der Sparkasse Leverkusen, die den Verein in den letzten Jahren wiederholt mit namhaften Beträgen unterstützt hat.

Vielleicht ist es gestattet zu sagen, dass auch die Stadt Leverkusen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Ehrenamtler intensiv unterstützt hat. Zu nennen sind KulturStadtLev und das Stadtarchiv. Das Stadtarchiv hat dabei eine doppelte Funktion wahrgenommen: einmal als Fundus für Bilder und Objekte, zum anderen aber auch durch die Mitarbeit im Verein "Haus der Stadtgeschichte" und ganz besonders in der Projektgruppe für die Ausstellung. Zu nennen sind auch der Fachbereich Kataster und Vermessung sowie andere Fachbereiche, die ansprechbar waren, wenn Hilfe benötigt wurde.

Daran wird auch der Stellenwert deutlich, den die ZeitRäume für die Stadt haben.

Das verhältnismäßig junge Leverkusen hat damit zum ersten Mal einen Ort, an dem Stadtgeschichte anschaulich wird. Das beginnt mit der Frühgeschichte und dem Mittelalter und endet - vorläufig - mit dem Zwanzigsten Jahrhundert und den wichtigsten Projekten der Gegenwart. Ich will jetzt nicht dem Rundgang vorgreifen und jede Station beschreiben. Wichtig ist mir aber, dass Leverkusen durch diese Stadtgeschichtliche Dauerausstellung so etwas wie ein kollektives Gedächtnis bekommt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
denn für die Identität einer Stadt ist die gemeinsame Geschichte, auf die sich alle Bürgerinnen und Bürger beziehen können, sehr wichtig.

"Erst im Gedächtnis formt sich die Wirklichkeit", schrieb Marcel Proust. Und das ist kein philosophischer Gedanke, sondern Realität: Jeder Mensch, der sein Gedächtnis einbüßt, verliert auch seine Identität.

Eine Stadt wiederum, die sich auf eine gemeinsame Geschichte beruft, gewinnt deutlich an Kontur.

Ich denke, es ist überflüssig zu sagen, dass die Stadt Leverkusen wesentlich jünger ist als ihre Geschichte und dass es auch ein Verdienst der Ausstellung ist, genau dieses anschaulich zu machen. Sie erzählt ganz konkret von den Lebensbedingungen der Menschen früherer Zeiten und den geografischen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Strukturen, die ihr Leben bestimmten. Vor Ort wird deutlich, was die Reformation, die Aufklärung und die Industrialisierung für unsere Vorfahren bedeutete, wie die große Geschichte ihr Leben beeinflusste.

Als Oberbürgermeister der Stadt freue ich mich, dass sich ie Leverkusenerinnen und Leverkusener auf abwechslungsreiche und interessante Weise über die Geschichte ihrer Stadt informieren können. Ich bin überzeugt, dass die Ausstellung auch für Nicht-Leverkusener viel Spannendes und Interessantes zu bieten hat. Dass sie es dazu auf so attraktive und ansprechende Weise tut, ist ein weiteres Plus für unsere Stadt.

Ich wünsche der Ausstellung und ihren "Machern" viele Besucher und gebe das Wort jetzt an Herrn Rolf Müller, der mit dem Projekt seit vielen Jahren eng verbunden ist."


Denkmäler aus dem Artikel: Villa Römer

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