125 Jahre, 200 Betriebe, 31.000 Arbeitsplätze – ein Werk


Archivmeldung aus dem Jahr 2016
Veröffentlicht: 07.12.2016 // Quelle: Currenta

125 Jahre und kein bisschen alt. Zwölfeinhalb Dekaden chemische Industrie und damit die Verbindung von Tradition und Zukunftsorientierung feierten die Unternehmen des Leverkusener Werks am Rhein am Mittwoch, 7. Dezember 2016. Zum Festakt im Erholungshaus kamen nicht nur Management und Mitarbeiter der verschiedenen Chempark-Firmen, sondern auch Vertreter der Politik, Wirtschaft und Leverkusener Bürgerschaft. Geburtstagsglückwünsche aus Düsseldorf überbrachte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

„Wir feiern heute ein Stück Industriegeschichte Nordrhein-Westfalens! Allerdings ein sehr lebendiges: Denn im Chempark wird gearbeitet und produziert. Hier kann man sehen, wie man heute und in Zukunft in der Branche arbeitet. Das, was sich in Leverkusen in 125 Jahren entwickelt hat und sich heute als hoch moderner Standort präsentiert, hat einen großen Anteil daran, dass Nordrhein-Westfalen zu dem geworden ist, was es heute ist: Deutschlands Chemie-Standort Nummer eins. Es ist ein erfolgreiches Beispiel, das zeigt: Wir in Nordrhein-Westfalen können Wandel“, wie die Landesregierungschefin in ihrem Grußwort erklärte.

Dr. Günter Hilken, Vorsitzender der Geschäftsführung des Managers und Betreibers Currenta, unterstrich in seiner Ansprache die Rolle des Werks als „Ermöglicher“: „Der Chempark eröffnet durch seine hochmoderne Infrastruktur und Dienstleistungen Chancen für über 50 Unternehmen, konzentriert ihrem Kerngeschäft nachzugehen und dabei rund 31.000 Menschen zu beschäftigen.“ Eine entscheidende Weiche dafür stellte bereits Ende des 19. Jahrhunderts Carl Duisberg mit seiner Werkleitplanung: Die Bauten und Straßen sollten so angelegt sein, dass dynamisches Wachstum, aber auch alle möglichen Produktionsumstellungen an diesem Standort für mindestens 50 Jahre möglich sein sollten.

Dieses geniale Grundprinzip funktioniert auch nach 125 Jahren und schafft Raum für Innovationen. Getrieben wird dieser ständige Wandel von visionären Unternehmern, Forschern und Ingenieuren und Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Heute erfolgen diese Prozesse – anders als noch bis in die 2000er Jahre – unter vielen verschiedenen Firmenlogos, aber immer im Verbund der rund 200 Betriebe am Standort und seit 2008 unter der gemeinschaftlichen „Adresse“ Chempark.

Diese „Vielfalt in Einheit“ zeigte sich auch in der Talkrunde: Moderiert von der Leverkusener Sportlerin und Journalistin Anke Feller beleuchteten Dr. Hartmut Klusik, Vorstandsmitglied der Bayer AG, Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG, und Dr. Klaus Schäfer, Vorstandsmitglied der Covestro AG, gemeinsam mit Oberbürgermeister Uwe Richrath die Ansprüche an und die Verantwortung für den Standort Leverkusen.

Auch Currenta-Chef Hilken betonte diese Verantwortung: „Sicherheit für Mensch und Umwelt sind in der chemischen Produktion naturgemäß ein wichtiges Thema. Wir als Chempark, in der Tradition von Bayer, verstehen uns gemeinsam mit den hier ansässigen Unternehmen als ‚gute Nachbarn‘. Wir wollen, dass die Menschen hier gerne arbeiten und in der Nachbarschaft gut und sicher leben. Wir werden unser Engagement in Leverkusen und für Leverkusen fortsetzen und den Dialog mit Anwohnern, Nachbarn, gesellschaftlichen Gruppen und NGOs weiter pflegen.“

Abgerundet wurde das Programm durch den Film „Der Chempark verbindet“, in dem Werksangehörige und Nachbarn zu Wort kommen und ihre eigene Werksgeschichte erzählen. Für eine musikalische Premiere sorgten die Bayer Philharmoniker, die neben Werken von Edvard Grieg und Robert Schumann die eigens für diesen Anlass geschriebene Komposition „Opus magnum“ von Hans Steingen uraufführten (am Abend voher wurde bereits ein Satz uraufgeführt).

Meilensteine aus „125 Jahren Werk am Rhein“
So auch zu finden auf den Chempark-Bänken, die anlässlich des Jubiläums aufgestellt wurden

1891: Am 5. Dezember erwirbt Bayer die Alizarinrot-Fabrik von Carl Leverkus in Wiesdorf – der Beginn des Weges vom Bayerwerk über den Bayer Chemiepark zum Chempark.

1912: Die Firma Bayer verlegt ihren Hauptsitz von Elberfeld an der Wupper nach Wiesdorf am Rhein.

1933: Das Bayer-Kreuz leuchtet am 20. Februar erstmals über Leverkusen – mit 72 Metern Durchmesser und 2.200 Glühbirnen die seinerzeit größte freischwebende Lichtreklame der Welt.

1937: Otto Bayer erfindet in Leverkusen die Polyurethane und eröffnet damit eine neue Welt der Kunststoffe.

1949: Die erste ununterbrochene Polyacrylfaser wird in Leverkusen gesponnen – die wolleähnliche Flauschfaser hält Einzug in der Bekleidungsindustrie.

1954: In Leverkusen wird ein Abwasser- und Abluft-Laboratorium eingerichtet – die ständige Umweltüberwachung am Standort beginnt.

1966: Umweltschutz im Verbund: Wupperverband, Landschaftsverband Rheinland, die Stadt Leverkusen und Bayer legen den Grundstein für das Gemeinschaftsklärwerk Bürrig.

1979: Bayer 04 Leverkusen steigt in die Fußball-Bundesliga auf.

1999: Zum 100. Geburtstag von Aspirin wird das Bayer-Verwaltungshochhaus in Leverkusen in die größte Aspirin-Schachtel der Welt verwandelt.

2003: Das Bayerwerk wird zum Bayer Chemiepark und öffnet sich mehr und mehr für Ansiedlungen von außerhalb.

2008: Aus dem Bayer Chemiepark wird der Chempark, aus Bayer Industry Services wird der Standortmanager Currenta.

2016: Das Werk am Rhein in Leverkusen feiert 125-jähriges Bestehen: Mit dem Fußballspiel „Chempark-Auswahl gegen Bayer-04-Traditionsmannschaft“ am 8. September im Ulrich-Haberland-Stadion; mit dem Bürgertalk „Was hast Du davon?“ am 24. September in der Fußgängerzone vor der Rathaus-Galerie; mit der Vernissage zur Vorstellung der Chempark-Bänke am 9. Oktober im Neuland-Park; und mit dem Festakt „125 Jahre Werk am Rhein Leverkusen“ am 7. Dezember im Erholungshaus.


Vor dem Erholungshaus hatte die Polizei die Straße gesperrt, weil einige friedfertige Langtunnelfreunde mit Kraft sprechen wollten. Diese kam und ging allerdings durch den Hintereingang ins Erholgungshaus.Auf Wunsch des Komponisten Hans Steingen zwei Tage nach der Veranstaltung wurde das Video der Veranstaltung hier entfernt. Es hätte keine Genehmigung seinerseits an Currenta zur Aufzeichnung gegeben.
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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