EBITDA vor Sondereinflüssen im 3. Quartal 2009 wieder über Vorjahr
Bayer schafft Trendwende
Konzernumsatz 7,392 Mrd. € (minus 7,0 %)

HealthCare erneut stark - CropScience mit schwachem Quartal - MaterialScience deutlich verbessert -Jahresprognose für den Konzern bestätigt

Archivmeldung aus dem Jahr 2009
Veröffentlicht: 27.10.2009 // Quelle: Bayer

EBITDA vor Sondereinflüssen 1,499 Milliarden Euro (plus 0,4 Prozent)
Konzernergebnis 249 Millionen Euro (minus 10,1 Prozent)
Netto-Cashflow 1,517 Milliarden Euro (plus 22,9 Prozent)

Der Bayer-Konzern hat im 3. Quartal zum ersten Mal in diesem Jahr wieder eine leichte operative Ergebnissteigerung gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres erzielt. "Wir sind sehr zufrieden, die Trendwende geschafft zu haben, obwohl viele Branchen noch unter der Wirtschaftskrise leiden", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Dienstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. "An unserer ambitionierten Jahresprognose für den Konzern halten wir weiter fest", fügte er hinzu. Zu der positiven Entwicklung im 3. Quartal hätten HealthCare und MaterialScience beigetragen. Das Gesundheitsgeschäft verlief mit Steigerungen von Umsatz und Ergebnis gegenüber Vorjahr erneut stark.
MaterialScience konnte sein Ergebnis gegenüber dem 2. Quartal fast verdoppeln und damit annähernd das Vorjahresniveau erreichen. Bei CropScience hingegen fiel das 3. Quartal im Vorjahresvergleich deutlich schwächer aus. Das Margenziel des Teilkonzerns für 2009 wurde daher angepasst.

Der Konzernumsatz ging im 3. Quartal um 7,0 Prozent auf 7,392 (Vorjahr: 7,948) Milliarden Euro zurück. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) entspricht das einem Minus von 7,2 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen lag mit 1,499 (1,493) Milliarden Euro leicht über Vorjahr (plus 0,4 Prozent). Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen ging um 6,1 Prozent auf 837 (891) Millionen Euro zurück.

HealthCare erreicht prozentual zweistelliges Ergebnisplus
Mit einem prozentual zweistelligen Ergebniszuwachs entwickelte sich Bayer HealthCare im 3. Quartal erneut stark. Der Umsatz des Teilkonzerns stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,5 (wpb. 4,2) Prozent auf 3,936 (3,802) Milliarden Euro. "Zu dieser erfreulichen Entwicklung trugen alle Divisionen bei", erläuterte Wenning.

Im Segment Pharma kletterte der Umsatz um 3,0 (wpb. 3,8) Prozent auf 2,548 Milliarden Euro. Besonders positiv verlief hier das Geschäft in Asien und Lateinamerika. Bei den Top-Arzneimitteln erreichte das Krebsmedikament Nexavar® wieder den höchsten Umsatzzuwachs mit einem Plus von währungsbereinigt (wb.) 29,6 Prozent. Sehr gut entwickelten sich auch Aspirin Cardio® zur Herzinfarktprophylaxe und Levitra® zur Behandlung der erektilen Dysfunktion mit wb. Zuwächsen von 14,9 bzw. 12,1 Prozent. Die oralen Kontrazeptiva der YAZ®-Familie erzielten ein Plus von wb. 4,6 Prozent, während das Blutermedikament Kogenate® wb. um 3,4 Prozent zulegte.
Hingegen gab der Umsatz des Multiple-Sklerose-Medikaments Betaferon®/Betaseron® um wb. 3,7 Prozent nach. Hier konnten niedrigere Umsätze in Europa nur teilweise durch Zuwächse in Nordamerika ausgeglichen werden.

Das Segment Consumer Health steigerte seinen Umsatz um 4,5 (wpb. 4,9) Prozent auf 1,388 Milliarden Euro. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) erzielten das Schmerzmittel Aleve®/Naproxen mit wb. 23,2 Prozent und die Hautpflegelinie Bepanthen®/Bepanthol® mit wb. 9,0 Prozent besonders kräftige Zuwächse. In der Division Medical Care waren erneut die Blutzuckermessgeräte der Produktlinie Contour® mit einem Umsatzplus von wb. 15,0 Prozent das erfolgreichste Top-Produkt.
Hauptwachstumsträger der Division Animal Health waren die Entwurmungsmittel der Drontal®-Produktlinie (wb. plus 13,6 Prozent), während die Floh- und Zeckenmittel der Produktlinie Advantage® wb. um 1,9 Prozent zulegten.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer HealthCare erhöhte sich um 12,1 Prozent auf 1,141 (1,018) Milliarden Euro. Hierzu trugen insbesondere das erfreuliche Geschäftswachstum beider Segmente sowie geringere Vertriebskosten bei.

CropScience im 3. Quartal deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau
Im Vergleich zum starken Vorjahresquartal verzeichnete Bayer CropScience im 3. Quartal einen Geschäftsrückgang. Der Umsatz sank um 8,7 (wb. 8,2) Prozent auf 1,140 (1,248) Milliarden Euro. "Das Marktumfeld für Bayer CropScience war durch rückläufige Preise für wichtige landwirtschaftliche Kulturen, ungünstige Witterungsbedingungen und einen höheren Lagerbestand an Pflanzenschutzmitteln im Handel erheblich eingetrübt", so Wenning. Dabei konnten deutliche Umsatzrückgänge in Europa und Nordamerika durch die Zuwächse in Lateinamerika nicht kompensiert werden.

Der Umsatz im Pflanzenschutzgeschäft (Crop Protection) verringerte sich gegenüber dem guten Vorjahresquartal um 8,8 (wb. 8,6) Prozent auf 973 Millionen Euro. Während die Fungizide ein Umsatzplus erzielten, waren Insektizide und Herbizide rückläufig. Deutlich schwächer verlief auch das Geschäft mit Saatgutbehandlungsmitteln, da frühe Auftragseingänge für die Herbstbehandlungssaison bereits im 2. Quartal verzeichnet worden waren.

Im Segment Environmental Science/BioScience ging der Umsatz im 3. Quartal um 7,7 (wb. 6,3) Prozent auf 167 Millionen Euro zurück. Während der Geschäftsbereich Environmental Science niedrigere Umsätze vor allem mit Produkten für professionelle Anwender in Nordamerika verzeichnete, erhöhten sich im Bereich BioScience insbesondere die Umsätze mit Gemüsesaatgut sowie die Einnahmen aus der Auslizenzierung von Pflanzeneigenschaften.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer CropScience reduzierte sich um 47,8 Prozent auf 108 (207) Millionen Euro. Ein Drittel des Rückgangs resultierte aus negativen Währungseffekten. Belastend wirkten sich zudem niedrigere Absatzmengen bei Pflanzenschutzmitteln und Environmental-Science-Produkten sowie leicht rückläufige Absatzpreise aus.
"Bei der Bewertung des CropScience-Geschäfts ist die Quartalsbetrachtung sicherlich nicht immer aussagekräftig", gab Wenning zu bedenken. Aufgrund der Diversität des Geschäfts und regional unterschiedlicher, besonderer Marktverhältnisse könne es hier zu Verschiebungen kommen. Betrachte man das bisherige Dreivierteljahr, so liege der Umsatz um fast 2 Prozent über und das EBITDA vor Sondereinflüssen lediglich rund 6 Prozent unter dem des Vorjahres.

MaterialScience im Vergleich zum 2. Quartal weiter spürbar erholt
Das Ergebnis von Bayer MaterialScience hat sich im 3. Quartal deutlich verbessert. "Gegenüber dem Vorquartal konnten wir das EBITDA vor Sondereinflüssen von 121 Millionen Euro auf 238 Millionen Euro fast verdoppeln und damit annähernd das Vorjahresniveau von 255 Millionen Euro erreichen", betonte Wenning.

Der Umsatz im Geschäft mit hochwertigen Materialien lag im 3. Quartal mit 2,038 (2,549) Milliarden Euro konjunkturbedingt noch um 20,0 (wpb. 21,8) Prozent unter Vorjahr. Ursache waren deutlich niedrigere Verkaufspreise sowie insgesamt geringere Absatzmengen. "In der Region Asien/Pazifik konnten wir allerdings unsere Absatzmengen bereits wieder steigern", führte Wenning aus. Zudem zog der Umsatz im Vergleich zum 2. Quartal dank einer Belebung der Nachfrage in allen Hauptabnehmerbranchen weltweit um 14,4 Prozent (wb.) an.

Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) verzeichnete ein Umsatzminus von wpb. 24,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) waren die Erlöse wb. um 19,6 Prozent rückläufig. Der Umsatz mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten (Coatings, Adhesives, Specialties) reduzierte sich wpb. um 13,1 Prozent.

Nettofinanzverschuldung um eine Milliarde Euro abgebaut
Das operative Ergebnis des Bayer-Konzerns war im 3. Quartal durch Sondereinflüsse von minus 191 (minus 207) Millionen Euro belastet. Das EBIT nach Sondereinflüssen verringerte sich im Vorjahresvergleich um 5,6 Prozent auf 646 (684) Millionen Euro. Das Konzernergebnis sank um 10,1 Prozent auf 249 (277) Millionen Euro und das bereinigte Konzernergebnis je Aktie um 8,2 Prozent auf 0,78 (0,85) Euro.

Der Brutto-Cashflow lag mit 1,172 (1,171) Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Der Netto-Cashflow erhöhte sich dagegen dank Verbesserungen im Working Capital bei HealthCare und CropScience um 22,9 Prozent auf 1,517 (1,234) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung konnte zum 30. September um eine Milliarde auf 10,7 (30. Juni 2009: 11,7) Milliarden Euro weiter gesenkt werden.

Ergebnis im Dreivierteljahr von der Wirtschafts- und Finanzkrise belastet
Im gesamten Dreivierteljahr war der Bayer-Konzern durch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise belastet. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 6,8 (wpb. 8,6) Prozent auf 23,296 (24,995) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 11,0 Prozent auf 4,959 (5,574) Milliarden Euro zurück und das bereinigte EBIT um 18,7 Prozent auf 2,955 (3,636) Milliarden Euro. Nach Sondereinflüssen verringerte sich das EBIT um 15,7 Prozent auf 2,640 (3,132) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis betrug 1,206 (1,613) Milliarden Euro und lag damit um 25,2 Prozent unter Vorjahr.

Zuversicht für die weitere Entwicklung des Konzerns
Für das Jahr 2009 erwartet Bayer weiterhin eine unterschiedliche Entwicklung der Teilkonzerne. Dennoch ist Wenning für die weitere Entwicklung des Konzerns zuversichtlich: "Wir sehen uns in unserer früheren Aussage bestätigt: Die Weltwirtschaft scheint den konjunkturellen Tiefpunkt überwunden zu haben. Für den weiteren Verlauf dieses Jahres gehen wir von einer Fortsetzung dieses Trends aus." Allerdings sei es noch zu früh, von einem sich selbst tragenden Aufschwung in der Industrie zu sprechen.

Für HealthCare hat sich die Prognose im bisherigen Jahresverlauf bestätigt.
Auch im 4. Quartal ist ein leichtes Wachstum gegenüber dem sehr starken Vorjahresquartal geplant. Im Gesamtjahr soll die bereinigte EBITDA-Marge in Richtung 28 Prozent steigen.

CropScience strebt trotz des verschlechterten Marktumfelds im 3. Quartal sowohl für das Gesamtjahr als auch für das laufende Quartal einen Umsatz über Vorjahr an. Beim EBITDA vor Sondereinflüssen wird für 2009 mit einem Rückgang gegenüber dem hohen Vorjahresniveau gerechnet. Dementsprechend erwartet das Unternehmen jetzt eine EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen zwischen 23 und 24 (bisher: ca. 25) Prozent.

MaterialScience geht davon aus, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung im 4. Quartal weiter stabilisiert. Aufgrund der üblichen saisonalen Abschwächung der Geschäftsaktivitäten zum Jahresende rechnet der Teilkonzern für das 4. Quartal mit einem bereinigten EBITDA unter dem Niveau des 3. Quartals, jedoch deutlich über dem Vorjahresquartal.

"Insgesamt erwarten wir für das Gesamtjahr weiterhin einen Konzernumsatz von 31 bis 32 Milliarden Euro und halten an dem ambitionierten Ziel fest, den Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen auf ca. 5 Prozent zu begrenzen", sagte Wenning.

Bayer wolle die derzeit laufenden Restrukturierungsprogramme in diesem Jahr abschließen, sagte der Vorstandsvorsitzende weiter. Die in diesen Zusammenhang anfallenden Sonderaufwendungen bezifferte er auf ca. 350 (bisher: 250) Millionen Euro. Darüber hinaus sind bereits in den ersten neun Monaten Sondereinflüsse für Rechtsfälle und die zusätzliche zeitanteilige Vorsorge für den Pensionssicherungsverein der deutschen Unternehmen in Höhe von rund 200 Millionen Euro angefallen.

Für Sachanlageinvestitionen erwartet der Konzern im Gesamtjahr weiterhin Ausgaben von 1,4 Milliarden Euro, das Forschungs- und Entwicklungsbudget beträgt 2,9 Milliarden Euro. Zudem soll die Nettofinanzverschuldung im 4. Quartal weiter in Richtung 10 Milliarden Euro abgebaut werden.

"Wir wollen dieses Jahr in dem herausfordernden Umfeld relativ erfolgreich beenden", fasste Wenning zusammen und fügte hinzu: "Nicht zuletzt aufgrund der in den vergangenen Jahren vorgenommenen Neuausrichtung des Geschäftsportfolios sind wir für die weitere Entwicklung des Konzerns in den kommenden Quartalen zuversichtlich."


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