Zwischenbericht zum 1. Quartal 2006: Bayer erzielt operatives Rekordergebnis

Wenning: Dynamischer Start stärkt unsere Zuversicht für das Gesamtjahr
Umsatz um 11,8 Prozent auf 7,494 Milliarden Euro gestiegen / EBIT vor Sondereinflüssen mit 1,236 Milliarden Euro auf Allzeithoch
EBITDA vor Sondereinflüssen erreicht Höchstw

Archivmeldung aus dem Jahr 2006
Veröffentlicht: 27.04.2006 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern hat das 1. Quartal 2006 mit einem Rekord abgeschlossen: Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg um 8,2 Prozent auf 1,236 (Vorjahr: 1,142) Milliarden Euro und erreichte damit ein Allzeithoch. "Wir sind dynamisch ins Jahr 2006 gestartet und haben die positive Entwicklung des Vorjahres sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis fortgesetzt", kommentierte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning die Vorlage des Zwischenberichts. Der Umsatz verbesserte sich um 11,8 Prozent auf 7,494 (6,704) Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem Plus von 5,8 Prozent. Zu der erfreulichen Entwicklung trugen vor allem die Teilkonzerne Bayer HealthCare und Bayer MaterialScience bei. Bayer CropScience konnte sein hohes Ergebnisniveau trotz der schwierigen Marktsituation in Brasilien nahezu halten.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen stieg um 6,7 Prozent auf 1,680 (1,575) Milliarden Euro und erreichte damit ebenfalls Rekordhöhe. Das sehr gute Ergebnis der ersten drei Monate war allerdings durch Sonderaufwendungen von 128 (138) Millionen Euro belastet. Diese enthielten insbesondere 110 Millionen Euro aus einem US-Schiedsverfahren bei MaterialScience, das im Zusammenhang mit der Herstellung von Propylenoxid steht. Bayer wird diesbezüglich alle weiteren Rechtsmittel prüfen und hat darüber hinaus einen Zahlungsanspruch im Rahmen eines gesonderten Schiedsverfahrens geltend gemacht.

Nach Sondereinflüssen stieg das EBITDA im 1. Quartal um 8,0 Prozent auf 1,552 (1,437) Milliarden Euro, während sich das EBIT um 10,4 Prozent auf 1,108 (1,004) Milliarden Euro erhöhte. Unter Berücksichtigung insbesondere von höheren Zinsaufwendungen im Rahmen von Steuernachzahlungen in Deutschland sowie der Verzinsung der Zahlungsverpflichtung aus dem genannten US-Schiedsverfahren ergab sich ein Finanzergebnis von minus 213 (minus 131) Millionen Euro. Nach Steuern und Anteilen Dritter betrug der Konzerngewinn 600 (652) Millionen Euro. Im Vorjahreswert war allerdings noch ein Ergebnis aus dem nicht fortgeführten Geschäft (im Wesentlichen Lanxess) von 52 Millionen Euro enthalten.

Deutliche Verbesserung von Brutto- und Netto-Cashflow

Der Brutto-Cashflow stieg dank des erzielten EBIT-Zuwachses um 8,1 Prozent auf 1,190 Milliarden Euro, der Netto-Cashflow verbesserte sich deutlich um 354 Millionen auf 128 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung lag zum 31. März mit 5,7 Milliarden Euro um 0,2 Milliarden Euro über dem Wert vom 31. Dezember 2005 und um 1,4 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert zum 31. März 2005. Die Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen sanken im Vergleich zum 31. Dezember 2005 vorwiegend infolge höherer Kapitalmarktzinsen um 0,9 Milliarden Euro auf 6,3 Milliarden Euro.

Bayer HealthCare mit höchstem Umsatz- und Gewinnwachstum

Den kräftigsten Umsatz- und Ergebnisanstieg im 1. Quartal erzielte Bayer HealthCare: Hier stiegen die Erlöse um 20,9 Prozent auf 2,581 (2,135) Milliarden Euro. Dazu trugen alle Divisionen mit zweistelligen Zuwachsraten bei. Den größten Umsatzanteil hatte mit 1,148 Milliarden Euro (plus 20,6 Prozent) die Division Pharma, die seit dem 1. Januar in die drei Geschäftsfelder Primary Care, Hämatologie/Kardiologie und Onkologie gegliedert ist. Während der Umsatz von Primary Care vor allem dank der guten Entwicklung von Avelox® und Levitra® um 9,6 Prozent zulegte, stiegen die Erlöse im Spezialitätengeschäft (Hämatologie/Kardiologie und Onkologie) insgesamt um 54,3 Prozent. Hierzu trugen vor allem die dynamische Entwicklung des Bluterpräparats Kogenate® und die erfolgreiche Markteinführung des neuen Krebsmedikaments Nexavar® in den USA bei. Dieser margenstarke Bereich, bei dem sich der Vertrieb auf Fachärzte konzentriert, soll durch die angestrebte Übernahme von Schering in Zukunft noch deutlich ausgebaut werden.

Sehr erfreulich entwickelte sich auch die Division Consumer Care. Der Umsatz mit rezeptfreien Arzneimitteln stieg um 22,8 Prozent auf 642 Millionen Euro - vor allem dank starker Zuwächse in den USA und Europa. Ein besonders kräftiges Wachstum verzeichneten die Top-Produkte Aspirin®, Aleve® und Canesten®. Im Segment Diabetes Care/Diagnostika stieg der Umsatz sogar um 23,9 Prozent auf 571 Millionen Euro, wozu im Wesentlichen ein starkes Geschäft in Nordamerika beitrug. Die Division Animal Health steigerte ihre Erlöse um 10,6 Prozent auf 220 Millionen Euro.

Insgesamt erhöhte sich das bereinigte EBIT des Teilkonzerns Bayer HealthCare im 1. Quartal um 37,7 Prozent auf 416 (302) Millionen Euro.

Leichtes Umsatzplus bei CropScience trotz schwieriger Marktverhältnisse

Bayer CropScience übertraf mit einem Umsatz von 1,771 (1,744) Milliarden Euro das hohe Vorjahresniveau um 1,5 Prozent. Allerdings verringerte sich das bereinigte EBIT um 3,5 Prozent auf 408 (423) Millionen Euro. Ursache waren die weiterhin schwierigen Marktverhältnisse im Pflanzenschutzgeschäft - insbesondere in Brasilien. Dort schwächt die anhaltende Aufwertung der Landeswährung den Export landwirtschaftlicher Produkte, was zu einer geringeren Nachfrage vor allem nach Insektiziden und Fungiziden führt. Darüber hinaus ging in Europa das Geschäft mit Herbiziden und Seed Treatment wegen reduzierter Anbauflächen für Zuckerrüben erwartungsgemäß zurück. Erfreulich entwickelten sich hingegen die Top-10-Produkte, die in Summe um 5,8 Prozent zulegen konnten. Besonders erfolgreich waren junge Produkte wie die Getreidefungizide Proline® und Fandango® oder das Herbizid Atlantis®. Insgesamt bewegte sich der Umsatz des Segments Crop Protection mit 1,413 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Dagegen verbesserten sich die Umsätze im Segment Environmental Science/BioScience um 9,5 Prozent auf 358 Millionen Euro. Dazu trugen unter anderem die Produkte für den professionellen Anwender und das Geschäft mit Gemüsesaatgut bei.

Bayer MaterialScience verzeichnet positive Entwicklung in allen Business Units

Bayer MaterialScience erzielte einen Umsatz von 2,811 (2,544) Milliarden Euro und konnte das Vorjahresquartal damit um 10,5 Prozent übertreffen. Zu diesem Wachstum trugen alle Business Units bei. Im Segment Materials erhöhten sich vor allem die Verkaufsmengen der Business Unit Polycarbonates, während sich der Umsatz von H. C. Starck insbesondere durch Preiserhöhungen verbesserte. Insgesamt stiegen die Erlöse des Segments Materials um 12,1 Prozent auf 1,035 Milliarden Euro. Das Segment Systems steigerte seinen Umsatz um 9,6 Prozent auf 1,776 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem Preiserhöhungen der Business Unit Polyurethanes für TDI und Polyether bei, während die Preise und Mengen bei MDI leicht rückläufig waren. Das EBIT vor Sondereinflüssen des Teilkonzerns verbesserte sich insgesamt um 11,1 Prozent auf 451 (406) Millionen Euro.

Erfreuliches Wachstum in Nordamerika

Etwa die Hälfte des Umsatzzuwachses der ersten drei Monate erzielte der Konzern in Nordamerika, wo die Erlöse um 22,2 Prozent auf 2,179 Milliarden Euro stiegen. In Europa verbesserte sich der Umsatz um 6,4 Prozent auf 3,308 Milliarden Euro, wobei das Geschäft in Deutschland überdurchschnittlich um 16,2 Prozent auf 1,197 Milliarden Euro zulegte. Bereinigt um Portfolioeffekte lag der Anstieg in Deutschland bei etwa 11 Prozent und in Europa bei rund 4 Prozent. In Fernost/Ozeanien erhöhte sich der Umsatz um 8,9 Prozent auf 1,130 Milliarden Euro, hier entwickelte sich China mit einem Zuwachs von 33 Prozent besonders erfreulich. In Lateinamerika/ Afrika/Nahost nahmen die Erlöse um 13,3 Prozent auf 877 Millionen Euro zu.

Ausblick für 2006 bekräftigt

"Das Jahr hat sehr gut begonnen und bestärkt uns in unserer Prognose für das Gesamtjahr", fasste Wenning zusammen. Für 2006 plant der Konzern weiterhin eine leichte Verbesserung des bereinigten EBIT bzw. EBITDA und eine um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge von etwa 19 Prozent. "Damit peilen wir das höchste Ergebnis in der Geschichte unseres Konzerns an", betonte der Vorstandsvorsitzende. In diesen Prognosen sei die angestrebte Übernahme von Schering nicht berücksichtigt.


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