Herbst-Pressekonferenz der Bayer AG: Bayer setzt positive Entwicklung im dritten Quartal fort

Konzernumsatz steigt währungs- und portfoliobereinigt um 7 Prozent
Um Sondereinflüsse bereinigtes EBIT verdreifacht
Jahresprognosen für Umsatz und bereinigtes EBIT angehoben

Archivmeldung aus dem Jahr 2004
Veröffentlicht: 25.11.2004 // Quelle: Bayer

Die Bayer AG hat auch im dritten Quartal die positive Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis fortgesetzt. Das ist umso erfreulicher, als der Umsatzrückgang beim Antibiotikum Cipro®, die stark gestiegenen Rohstoffkosten und die weiterhin negativen Währungseinflüsse mehr als ausgeglichen werden konnten. Der Umsatz stieg in den Monaten Juli bis September um 3,4 Prozent auf 7,065 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Portfolioveränderungen lag der Anstieg bei 7,3 Prozent. Positiv wirkten sich dabei vor allem Preis- und Mengensteigerungen im Industriegeschäft aus. Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich deutlich um 202 auf 244 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse wurde das EBIT mit 383 (Vorjahreszeitraum: 125) Millionen Euro verdreifacht.

"Angesichts der erfreulichen Geschäftsbelebung auch im dritten Quartal heben wir die Jahresprognosen für den Umsatz und das bereinigte EBIT an", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning während der Herbst-Pressekonferenz in Leverkusen. "Wir erwarten nun einen prozentualen Anstieg des Jahresumsatzes in der Größenordnung des Dreivierteljahres." Darüber hinaus habe Bayer das Ziel, das bereinigte EBIT 2004 um mehr als zehn Prozent zu steigern, bereits klar erreicht. "Mit 1,870 Milliarden Euro lag der Wert in den ersten neun Monaten um 27,6 Prozent über dem des Gesamtjahres 2003", sagte Wenning und zeigte sich auch für das vierte Quartal optimistisch: "Trotz anhaltend hoher Rohstoffkosten erwarten wir ein bereinigtes EBIT, das deutlich über dem angepassten Vorjahreswert von 42 Millionen Euro liegen wird." Zudem bestätigte er erneut das Ziel, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber 2003 um mehr als zehn Prozent zu steigern.

Im dritten Quartal erzielten alle vier Teilkonzerne signifikante EBIT-Zuwächse. Bayer HealthCare steigerte das EBIT um 18,8 Prozent auf 266 Millionen Euro, obwohl sich die Erlöse hier um 8,4 Prozent auf 2,070 Milliarden Euro verringerten. Der Rückgang ist vor allem auf den Patentablauf von Cipro in den USA zurückzuführen. Im Ergebnis konnte dieser Effekt jedoch durch die positive Entwicklung anderer Pharma-Produkte, erhebliche Kosteneinsparungen sowie durch die Biologischen Produkte überkompensiert werden.

Bayer CropScience erreichte mit 1,124 Milliarden Euro einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Das EBIT war wie erwartet saisonbedingt negativ, verbesserte sich aber auf minus 96 (minus 130) Millionen Euro. Die Top-Produkte des Teilkonzerns entwickelten sich in allen Bereichen weiterhin erfolgreich.

Den kräftigsten Umsatzzuwachs erzielte Bayer MaterialScience mit einem Plus von 18,1 Prozent auf 2,228 Milliarden Euro. Das EBIT legte ebenfalls deutlich um 164,4 Prozent auf 119 Millionen Euro zu. Dies sei im Wesentlichen der guten Ertragslage bei den Polycarbonaten und Polyurethanen zu verdanken, erläuterte Wenning.

Auch Lanxess machte im dritten Quartal deutliche Fortschritte. So lag der Umsatz mit 1,471 Milliarden Euro um 4,6 Prozent über Vorjahr, während sich das EBIT um 31 auf minus 4 Millionen Euro verbesserte. Bereinigt um Sondereinflüsse stieg das EBIT um 64 auf plus 46 Millionen Euro. Neben dem konjunkturellen Aufschwung machten vor allem Kostensenkungsmaßnahmen diesen Turn-around möglich.

Regional betrachtet ist das Umsatzwachstum des Konzerns vor allem auf deutliche Steigerungen in Europa, Asien und Lateinamerika zurückzuführen. Obwohl Deutschland mit einem Plus von zwei Prozent nur ein verhaltenes Wachstum zeigte, legte Bayer in Europa insgesamt um acht Prozent zu.

Ergebnis von zahlreichen Sondereinflüssen geprägt
Das Ergebnis des dritten Quartals war von zahlreichen Sondereinflüssen geprägt, die sich im Saldo auf minus 139 (minus 83) Millionen Euro summierten. Davon entfielen 76 Millionen Euro auf rechtliche Risiken und 40 Millionen auf die Bildung einer Umweltschutzrückstellung bei Lanxess. Für Restrukturierungen in den USA als Folge der strategischen Pharma-Allianz mit Schering-Plough buchte Bayer weitere 36 Millionen Euro sowie 18 Millionen Euro für den geplanten Börsengang von Lanxess. Ein Sonderertrag von 39 Millionen Euro wurde dagegen mit einem Lizenzverkauf bei Bayer HealthCare erzielt.

Im Sonderaufwand für rechtliche Risiken enthalten ist eine Aufstockung der bilanziellen Vorsorge im Zusammenhang mit den Lipobay/Baycol-Verfahren um 31 Millionen Euro. Wenning hob hervor, dass in den USA derzeit noch weniger als 100 weitere Fälle bekannt seien, in denen aus Sicht von Bayer eine außergerichtliche Einigung in Frage kommen könnte: "Angesichts von 2.895 bereits geschlossenen Vergleichen zeigt diese Zahl, welch erhebliche Wegstrecke wir bereits in den Vergleichsverhandlungen zurückgelegt haben." Es könne allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Fälle mit schweren Nebenwirkungen bekannt würden.

Das EBITDA profitierte ebenfalls vom erfolgreichen operativen Geschäftsverlauf im dritten Quartal und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 809 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereinflüsse stieg der Wert um 12,1 Prozent auf 928 Millionen Euro. Unter dem Strich verbesserte Bayer das Konzernergebnis um 157 auf 34 Millionen Euro.

Auch bei der strategischen Neuausrichtung sei das Unternehmen entscheidend vorangekommen, sagte Wenning weiter. Vor einem Jahr erst sei der Beschluss gefallen, das klassische Chemie- und Teile des Polymergeschäfts abzutrennen. In der vergangenen Woche habe die Hauptversammlung mit überwältigender Mehrheit die Abspaltung der neuen Gesellschaft Lanxess gebilligt, die Anfang 2005 an die Börse gebracht werden solle. Damit könne sich Bayer fortan auf die innovations- und wachstumsgetriebenen Bereiche Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien konzentrieren.

Daneben habe auch die Neuausrichtung von Bayer HealthCare gute Fortschritte gemacht. Hier verwies Wenning auf die Akquisition des Geschäfts mit rezeptfreien Arzneimitteln von Roche, die vor wenigen Tagen von der EU-Kartellbehörde genehmigt worden sei. Damit steige Bayer in die Gruppe der drei weltweit führenden Anbieter im so genannten OTC-Bereich auf. "Unsere Absicht ist nun klar definiert: Im OTC-Geschäft die Nummer eins zu werden", sagte Wenning. Auch die Refokussierung des Pharma-Bereichs mache gute Fortschritte. Die strategische Allianz mit Schering-Plough sei ein wichtiger Schritt hin zur geplanten Positionierung von Bayer als mittelgroßen Anbieter in diesem Segment. Mittelfristig wolle Bayer hier ein Wachstum und eine Rendite erreichen, die mit Wettbewerbern ähnlicher Größe vergleichbar seien.

"Wir sind auf dem richtigen Weg - sowohl strategisch, als auch operativ", betonte der Vorstandsvorsitzende. Mit der Neuausrichtung des Portfolios werde der Bayer-Konzern sein Wertschöpfungspotenzial optimal ausnutzen können. "Das wollen wir auch in den kommenden Quartalen unter Beweis stellen."


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