Stadtplan Leverkusen
01.07.2020 (Quelle: Stadtverwaltung)
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35 Jahre Frauenbüro


Im Sommer 1985 wurde das Frauenbüro der Stadt Leverkusen gegründet, lange bevor dies gesetzlich vorgeschrieben war. Im Juli feiert das Frauenbüro nun 35. Geburtstag. Aufgrund der aktuellen Situation ist zu diesem Anlass leider keine Veranstaltung möglich. Darum versucht sich das Team des Frauenbüros per entwurf einer Pressemitteilung auf dieses Jubiläum hinzuweisen:

"Seit Bestehen des Frauenbüros wurde viel erreicht in der Zielsetzung, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf kommunaler Ebene umzusetzen – sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung. Viele Themen, oftmals auch sehr unbequeme Themen, wurden aufgegriffen, ans Licht geholt, besprochen, diskutiert, in Kooperation mit vielen Partnerinnen und Partnern wurden Veranstaltungen und Unterstützungsangebote initiiert. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten gesellschaftspolitisch bezüglich der Gleichstellung der Geschlechter einiges getan hat und viele Frauen sich frei, eigenbestimmt und in keiner Weise von Benachteiligungen aufgrund ihres Geschlechtes betroffen fühlen, ist eine Gleichstellung faktisch noch längst nicht erreicht.

Die aktuelle Corona-Krise zeigt deutlich auf, was in der Gleichstellung von Frau und Mann noch eklatant schief läuft und dass der Weg in eine geschlechtergerechte Zukunft immer noch lang ist. Seit dem vielfach konsequent verordneten Arbeiten im Homeoffice konnten sich alle Betroffenen überzeugen: Ganztägige Kinderbetreuung ist schlicht Arbeit und kein Kaffeeklatsch. Vereinbarungspolitik sollte sich an Frauen und Männer richten und sich nicht nur an der Situation von Frauen orientieren. Auch Männer sehen sich in der Verantwortung oder würden gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Die Alttagsituation von Alleinerziehenden ist auch ohne Pandemie schon schwierig. Noch problematischer gestaltet sich diese Situation allerdings, wenn das Betreuungsangebot nicht ausreicht oder sogar ganz ausfällt. Dies ganz alleine zu übernehmen – finanziell sowie strukturell – belastet Frauen immens, denn die überwiegende Mehrzahl der erwerbstätigen Alleinerziehenden sind Frauen. Es ist deutlich zu sehen, dass der Großteil der „Care-Arbeit“ von Frauen gestemmt wird. Diese vergleichsweise schlecht bezahlte Arbeit findet zusätzlich unter schwierigen Arbeitsbedingungen statt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Pflegeberufen ist eine enorme Herausforderung. Daneben bleibt die Familienarbeit gänzlich unbezahlt. Global leisten Frauen drei Viertel der unbezahlten „Care-Arbeit“. Sie gleichen damit fehlende öffentliche Dienstleistungen aus. Auch in den sogenannten Minijobs arbeiten überwiegend Frauen. Sie profitieren nicht vom Kurzarbeitergeld, da sie nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlen. Dauerhaft führen Minijobs in die (Alters-)Armut und haben erwiesenermaßen einen „Klebe-Effekt“.

Neben den Themen Arbeit und Berufswahl von Frauen und Mädchen holte das Frauenbüro bereits vor vielen Jahren das Thema häusliche Gewalt aus der privaten Tabuzone. Dass die eigenen vier Wände für viele Frauen und Kinder der gefährlichste Ort der Welt sind, ist immer noch traurige Realität. Zusammen mit den Kooperationspartnerinnen und -partnern der Leverkusener Beratungsstellen engagiert sich das Frauenbüro zu dieser gesellschaftlichen Herausforderung. Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat eine enorme Wirkung auf die Gesundheit von Frauen und Kindern. Das Frauenbüro vermittelt Kontakte zu spezialisierten Beratungsstellen und Frauenhäusern, in denen Betroffene Unterstützung finden können. Das bundesweite Hilfetelefon ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr unter 08000 - 116 016 erreichbar. Seit kurzer Zeit gibt es in NRW erstmals ein Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Männer. Unter der Nummer 0800 - 123 99 00 können sich Männer melden, die von verschiedenen Arten von Gewalt betroffen sind. Zusätzlich findet man auf der Internetseite www.maennerhilfetelefon.de ein digitales Beratungsangebot.

Das Frauenbüro ist montags bis freitags von 08.30 bis 12.30 Uhr unter 0214/406 8301 erreichbar. Persönliche Beratungs-Termine müssen vorab mit dem Team des Frauenbüros abgesprochen werden. Das Frauenbüro ist zentral im City-Turm in der Friedrich-Ebert-Straße 17 in Leverkusen-Wiesdorf zu finden."


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Letzte Änderung am 02.07.2020 18:52 von leverkusen.
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