Infoveranstaltung Fördermöglichkeiten im Wohnungs- und Städtebau


Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 22.04.2015 // Quelle: Internet Initiative

Im Funkentrum hielt Oberbürgermeister Buchhorn gestern folgende Rede:
"Sehr geehrter Herr Staatssekretär von der Mühlen,
sehr geehrte Referenten,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu der heutigen Veranstaltung, die das Thema „Fördermöglichkeiten im Wohnungs- und Städtebau“ behandelt. Wir haben sie gemeinsam mit dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK ausgerichtet. Herr Jankowski von der NRW.BANK führt uns als Moderator durch die Veranstaltung.

Ich freue mich, dass das Ministerium mit seiner landesweiten Info- und Beratungsreihe zum Thema Wohnraum- und Städtebauförderung hier in Leverkusen startet, denn wir befinden uns hier in einem Stadtteil im Umbruch, in dem mit der Neuen Bahnstadt Impulse für das Gewachsene gegeben werden. Gerade die Entwicklung der nbso- Westseite hängt ganz stark mit der städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Opladens zusammen. Das Areal bietet zudem schon allein wegen seiner Größe und der innerstädtischen Lage, die Chance, im preiswerten Wohnungsbau tätig zu werden und zukunftsweisende, architektonische Lösungen zu verwirklichen. Hier macht also eine integrierte Förderpolitik aus Wohnungsbau und Quartiersentwicklung mehr als Sinn.

Wir können uns deshalb hier als Stadt in einer Vorreiterrolle zeigen. Wichtig ist uns, dass solcher Wohnraum in kleinen, maßvollen Einheiten mit hoher städtebaulicher Qualität entsteht.

Aber heute geht es natürlich nicht nur um die Neue Bahnstadt und die möglichen Investitionen nach der Gütergleisverlegung. Gemeinsam mit der NRW.BANK wird das Ministerium Sie heute umfangreich über die Möglichkeiten der Förderung im Wohnungs- und Städtebau beraten. Und das nicht nur in Form von Vorträgen und Diskussion – ab 18.00 Uhr haben Sie die Möglichkeit, sich zu stärken und sich dabei noch einmal ausführlich und im persönlichen Gespräch mit den Kollegen vom Ministerium, von der NRW.BANK und mit unseren städtischen Mitarbeitern über die Förderungs- und Finanzierungsprogramme, die das Land NRW anbietet, zu informieren und beraten zu lassen. Außerdem können Sie sich zum aktuellen Stand der Planungen des Stadtteilentwicklungskonzeptes Opladen sowie der Neuen Bahnstadt informieren.

Einleitend zum heutigen Thema will ich ihnen einen kurzen Eindruck vom Wohnungsmarkt und zur Wohnraumförderung in Leverkusen vermitteln.

Leverkusen wächst. Wir haben bereits 164.000 Einwohner. Jedes Jahr ziehen mehr Menschen zu uns, als fortziehen. Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen. Einfamilienhäuser sind in Leverkusen sehr begehrt und Neubauten, zumal in so günstiger Lage wie hier in der Neuen Bahnstadt finden schnell Käufer. Das gleiche gilt auch für neue Eigentumswohnungen.

Weniger investiert wird derzeit in den Mietwohnungsbau und in den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Das heißt, das preiswerte Mietsegment in Leverkusen ist rückläufig. Jedes Jahr fallen etliche Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Waren 2003 noch 10.000 Wohnungen öffentlich gefördert, sind es heute nur noch 5.400 und bis 2030 soll es laut NRW.BANK nur noch etwa 3.600 öffentlich geförderte Wohnungen in Leverkusen geben. Die Bindungen laufen zunehmen aus.

Das bestätigt auch der aktuelle Wohnungsmarktbericht. Die Stadt Leverkusen veröffentlicht seit über zehn Jahren einen Wohnungsmarktbericht für Leverkusen. Er beschreibt die Wohnungsmarktlage anhand vieler typischer Kennziffern wie Baurate, Bevölkerungsentwicklung, Haushaltsgröße und Preisentwicklung. Er bezieht dabei sowohl den Kaufimmobilien- als auch den Mietmarkt mit ein. Im aktuellsten Bericht ist nachzulesen, dass der Wohnungsmarkt derzeit ausgewogen bis angespannt ist. Ausgewogen ist er in den Marktsegmenten der Kaufimmobilien, angespannt im preiswerten Mietsegment, also den bezahlbaren und öffentlich geförderten Wohnungen.

Und das ist, wie gesagt, nicht erst seit gestern so. Die Verwaltung hat deshalb vor zwei Jahren dem Rat eine Vorlage zum Beschluss vorgelegt, in der die Politik sich zum Bedarf an bezahlbaren Wohnungen bekannt und eine Quote für den geförderten Wohnungsbau auf städtischen Flächen beschlossen hat.

Allein, uns fehlen genügend geeignete Flächen in städtischem Besitz, um dem Bedarf durch entsprechenden Neubau nachzukommen. Wir sind hier auf Ihre Hilfe, meine sehr verehrten Damen und Herren, angewiesen. Auch auf Flächen die Ihnen, den Investoren und Bauherren gehören, soll in Zukunft - zumindest in Teilen - Wohnraum mit öffentlicher Förderung entstehen. Die Wohnungsunternehmen, die heute auch anwesend sind, werden immer wieder in diesem Marktsegment tätig und zeigen wie es geht. Der Gemeinnützige Bauverein Opladen stellt uns gleich Beispiele in Leverkusen vor und steht mit seinem Engagement stellvertretend für andere Wohnungsunternehmen in Leverkusen bzw. mit Beständen in Leverkusen.

Warum in diesem Segment vergleichsweise wenig investiert wird, wo hier die Probleme, Hindernisse und Fragen aus Sicht der Investoren liegen, darüber wollen wir im Anschluss an die Vorträge mit Ihnen diskutieren. Herr Jankowski wird die Diskussion moderieren.

Zielgruppen für den preiswerten Wohnraum - nicht nur in Opladen - sondern generell in Leverkusen sind Familien, Senioren aber auch die Studenten des Campus Leverkusen. Immerhin werden künftig rund 1.000 Studierende hier unterrichtet. Einige von Ihnen wollen sicher gerne in Leverkusen bzw. Opladen wohnen und leben. Geförderte Wohnungen müssen dabei nicht immer im Neubau errichtet werden. Sie können auch im Rahmen von geförderten Bestandsumbauten entstehen. Wie breit die Palette an Fördermöglichkeiten ist, hierzu werden uns heute Frau Tölle und Frau Nakelski vom Ministerium einige Beispiele aus anderen Städten vorstellen.

Ich wünsche uns jetzt eine interessante Veranstaltung, freue mich auf die Vorträge und kann Ihnen nur raten: Nutzen Sie heute die Möglichkeit, Ihre Fragen zu stellen und auch auf Probleme hinzuweisen, die es aus Ihrer Sicht erschwert, geförderten Wohnraum zu errichten.

Ich übergebe jetzt meinen Platz am Mikrofon an Herrn Staatsekretär Michael von der Mühlen. Er wird Ihnen jetzt die „Integrierte Förderpolitik“ des Landes vorstellen."


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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