Bayer investiert bis 2004 acht Milliarden Euro zur Stärkung der deutschen Standorte

Neue Vereinbarung zur langfristigen Standortsicherung abgeschlossen/ Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sichert Arbeitsplätze

Archivmeldung aus dem Jahr 2000
Veröffentlicht: 08.12.2000 // Quelle: Bayer

Die neue Standortvereinbarung für die Werke der Bayer AG steht. Das zwischen der Unternehmensleitung und den Arbeitnehmervertretern ausgehandelte Paket berücksichtigt die Interessen von Belegschaft und Unternehmen gleichermaßen. "Der neue Vertrag wird dazu beitragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu verbessern und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern", erläutert Bayer-Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor Dr. Attila Molnar.

Gekennzeichnet ist das Abkommen durch zwei Kernpunkte: "Wir garantieren einerseits bis zum Jahresende 2004 für unsere deutschen Standorte Investitionen in Milliardenhöhe und damit eine langfristige Zukunftssicherung. Und wir bieten andererseits unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen größtmöglichen Schutz in einer Zeit, die geprägt ist von Wandel, neuen Technologien, größerer Mobilität und den damit für jeden Einzelnen verbundenen Ungewissheiten", resümiert Molnar. Um dieses Versprechen einhalten zu können, erwarte das Unternehmen von seinen Beschäftigten jedoch mehr Flexibilität hinsichtlich Einsatzzeit und Einsatzort.

Für neue Anlagen und den Kapazitätsausbau sind allein über 2,3 Milliarden Euro vorgesehen. Hinzu kommen weitere ca. 5,7 Milliarden Euro für Instandhaltung und Forschung - also insgesamt acht Milliarden Euro für die deutschen Bayerwerke bis zum Jahresende 2004. Dieses neue Abkommen sei, so Molnar, wie bereits die 1997 abgeschlossene erste Vereinbarung zur Standortsicherung, wiederum richtungweisend. Viele Investitionen in den vergangenen Jahren waren erst möglich geworden, weil die Vereinbarung zu einer Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit beigetragen hat.

"Diesen Weg wollen wir mit dem neuen Vertrag konsequent fortsetzen", erläutert Molnar. Deshalb werden alle AG-Standorte durch Erweiterungs- und Neuinvestitionen erheblich gestärkt. Das reicht vom Ausbau der Isocyanat-Produkte mit Vorstufen im Werk Brunsbüttel über Makrolon- und MDI-Ausbaupläne in Uerdingen, über TDI-/Folien-Erweiterungen sowie einen Ausbau im Bereich Pflanzenschutz in Dormagen bis hin zu den in Leverkusen bereits angekündigten Erweiterungen im Bereich der Chemikalien. Vorgesehen ist auch, Wuppertal-Elberfeld zum Bio-Tech-Standort auszubauen und erheblich zu verstärken, sofern Land und Region dieses Vorhaben unterstützen.

Festgeschrieben wurde ebenfalls, dass Bayer die Teilzeitarbeit gezielt fördern sowie das Angebot von Qualifizierungsmaßnahmen für die Beschäftigten weiter verstärken wird. Darüber hinaus gilt weiterhin das hohe Niveau von jährlich 800 neuen Ausbildungsplätzen, außerdem werden geeignete Ausgebildete in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Ebenso ist bis Ende 2004 vorgesehen, im sogenannten Starthilfeprogramm für lernschwächere Jugendliche die Anzahl um 30 auf 75 Plätze pro Jahr zu erhöhen.

Die Beiträge der Belegschaft erstreckten sich im Wesentlichen auf flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitseinsätze. "Wo Erfordernisse bestehen, wird beispielsweise der Samstag als normaler Arbeitstag mit einbezogen, ohne das Prinzip der 5-Tage-Woche für den Einzelnen aufzugeben", erklärt Arbeitsdirektor Molnar, und ergänzt: "Mitarbeiter, deren Arbeitsplatz aufgrund von Strukturmaßnahmen entfallen ist, sollen auch über Standortgrenzen hinweg eingesetzt werden."

Für die rund 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im nächsten Jahr aus der Bayer AG in die neue Logistik-Gesellschaft sowie in die Bayer Restaurant+Service GmbH überwechseln, wurden faire Übergangslösungen vereinbart. Dazu zählen beispielsweise die Garantie des aktuellen Tarifeinkommens, das bis 2007 an die Entwicklungen des Chemietarifs angepasst wird, sowie die weitere Mitgliedschaft der Beschäftigten in der Bayer-Pensionskasse.

Erhard Gipperich, Bayer-Gesamtbetriebsratsvorsitzender: "Besonders wichtig waren für uns der weitere Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie die Zusagen für den Ausbildungsbereich. Derartige Zugeständnisse, verbunden mit umfangreichen Investitionsgarantien, gibt es in keinem anderem Unternehmen der deutschen Großchemie."


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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