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Energieeffizienz-Experte Jochem erhält "Bayer Climate Award"
Hohe Auszeichnung für herausragende Beiträge zur Klimaforschung

Bayer-Stiftung vergibt ersten internationalen Preis für Klimaforschung
Veröffentlicht: 24.03.2009 // Quelle: Bayer


Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning (l.) und Bayer-Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Plischke (r.) zeichnen in Berlin den ersten Träger des „Bayer Climate Award“ aus: Professor Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.



Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning (3.v.l.) überreicht Professor Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung als erstem Preisträger die Urkunde des „Bayer Climate Award". Mit bei der Zeremonie in Berlin: Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates (l.) und Bayer-Forschungsvorstand Dr. Wolfgang Plischke.


Kam mit dem Fahrrad zur Verleihung des „Bayer Climate Award“: Preisträger Professor Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Insitut für System- und Innovationsforschung.
Die Bayer Science & Education Foundation zeichnet den Energieeffizienz-Experten Professor em. Dr.-Ing. Eberhard Jochem vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe mit dem "Bayer Climate Award" aus. Professor Jochem wird für seine wegweisenden technisch-ökonomischen Beiträge zur Energieeffizienz geehrt. Er hat nachgewiesen, dass in Deutschland allein durch eine verbesserte Energieeffizienz fast 15 Prozent der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 auf wirtschaftlich rentable Weise eingespart werden könnten. Dies entspräche einer absoluten Reduktion von 125 Millionen Tonnen CO2-Emissionen gegenüber Ende 2007. In den Industrieländern sei sogar eine Steigerung der Energieeffizienz um 80 Prozent innerhalb dieses Jahrhunderts möglich. Werner Wenning, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG, überreichte am 24. März 2009 den Preis vor rund 150 Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Gebäude der Bayer-Repräsentanz in Berlin.

Mit dem "Bayer Climate Award" stiftet das Unternehmen den ersten internationalen Preis für herausragende Leistungen in der Grundlagenforschung der Klimawissenschaften. Ein unabhängiges Experten-Gremium hat den 67-jährigen Jochem unter elf Kandidaten ausgewählt, die von den Präsidenten der europäischen Forschungsgemeinschaften nominiert worden waren. Jochem spendet das Preisgeld von 50.000 Euro einer von ihm neu gegründeten Stiftung für Klimaforschung. Die Bayer Science & Education Foundation vergibt den Klimapreis von nun an alle zwei Jahre. Er ist ein Bestandteil des umfassenden Klimaprogramms von Bayer.

"Professor Jochem hat wie kaum ein anderer Forscher herausgearbeitet und nachgewiesen, dass die Steigerung der Energieeffizienz der zentrale Hebel zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen in den verschiedenen Bereichen unserer Industriegesellschaft ist. Der von ihm propagierte Ansatz ist so einfach wie überzeugend: Die effiziente Nutzung der Energie reduziert die Kosten und gleichzeitig den Ausstoß von Treibhausgasen", sagte Wenning bei der Preisverleihung. "Mit dem Bayer Climate Award wollen wir dauerhaft herausragende Forscherpersönlichkeiten ehren und dabei auch die hohe gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Klimawissenschaften als Forschungsgebiet würdigen."

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende betonte bei dieser Gelegenheit: "Der Klimawandel ist heute die größte gesamtgesellschaftliche globale Herausforderung überhaupt. Das sage ich gerade jetzt, da uns die Finanz- und Wirtschaftskrise große Bürden auferlegt. Diese müssen wir Unternehmen meistern, indem wir einen Kurs fahren, der auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist." Und weiter: "Umso notwendiger ist es, sich klar zum Klimaschutz zu bekennen. Denn der Klimawandel gefährdet die natürlichen Grundlagen für all unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln. Wir brauchen dringend effektive Regelungen für eine weitgehende Minderung der Treibhausgas-Emissionen auf globaler Ebene." Dabei werde es auf der Ende dieses Jahres in Kopenhagen stattfindenden internationalen Klimakonferenz besonders darauf ankommen, dass alle großen Emittenten - also insbesondere auch die USA und Schwellenländer wie China und Indien - sich an einer entsprechenden internationalen Vereinbarung beteiligten.

In der Laudatio betonte Dr. Wolfgang Plischke, im Vorstand der Bayer AG verantwortlich für Innovation, Technologie und Umwelt sowie Mitglied des Kuratoriums der Stiftung, dass der Preisträger auf überzeugende Weise eine hervorragende Forschungsarbeit mit persönlichem Engagement verbinde.
"Professor Jochem lässt keine Gelegenheit aus, auf das Machbare hinzuweisen. Er ist kein einsamer Mahner, sondern verfügt über genaue Kenntnisse der Umstände, in denen Entscheidungen fallen. Hier bringt er seinen Sachverstand ein."

Es gebe heute die Technologien, um neue Richtungen einzuschlagen, damit "wir mit acht oder neun Milliarden Menschen auf diesem Planeten sehr wohl miteinander leben können", sagte Achim Steiner, Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), in einer Video-Grußbotschaft. "In seiner Arbeit hat Professor Jochem über Jahrzehnte hinweg mit Grundlagenforschung, aber auch mit angewandter Forschung - unter anderem im Bereich des UN-Weltklimarates - wichtige Signale gesetzt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir heute mit der Herausforderung globaler Erwärmung und des Klimawandels umgehen können." Dies sei umso wichtiger angesichts der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise, welche die Handelnden an den Rand der Möglichkeiten bringe, mit politischen und auch mit unternehmerischen Ansätzen neue Akzente zu setzen. Steiner plädierte deshalb dafür, mit Ansätzen wie der Investition in die Energieeffizienz - sei es beim Transport, bei Gebäuden oder beim Management der wirtschaftlichen Infrastruktur - die Chance zu nutzen, "in die Wirtschaft von morgen zu investieren".

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie ist für mich eine Anerkennung meiner bisherigen Arbeit", sagte Jochem. "Zugleich ist der Bayer Climate Award auch ein zusätzlicher Ansporn, weiter mit daran zu forschen, wie auf ökonomische Weise effektiv Treibhausgas-Emissionen eingespart werden können."

Jochem zählt zu den international führenden Experten auf dem Gebiet der Energie-effizienz. Er hat als einer der ersten Forscher systematisch das Potenzial der Energieeffizienz-Steigerung in den Industrieländern untersucht, das durch bessere Verfahren bei der Energieumwandlung und -nutzung auszuschöpfen ist. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Materialwissenschaften, physikalisch-chemischen Verfahren, der Biotechnologie und der Elektronik zu. In der Chemie können beispielsweise Membranverfahren thermische Trennverfahren mit einem Effizienzgewinn von mehr als 80 Prozent ersetzen. Ein besonders relevanter Bereich sind
Gebäude: Nach den Berechnungen von Jochem haben Passivhäuser nur ein Zehntel des Energiebedarfs des heutigen Gebäudebestandes in Deutschland.
Ein weiteres Beispiel: Aufzüge könnten heute mit Sondergetrieben ausgestattet werden, deren Bremsenergie in das allgemeine Stromnetz zurückgespeist wird.

"Die wissenschaftliche Analyse von Professor Jochem hat maßgeblich die Entwicklung und Überprüfung von Klimapolitiken auf nationaler und internationaler Ebene beeinflusst", erläuterte Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates und Vorsitzender des Kuratoriums der Bayer-Stiftung, die Entscheidung der Jury.
"Neben seinen konkreten inhaltlichen Befunden zeichnet Jochem besonders aus, dass er in seinen Untersuchungen technisch-naturwissenschaftliche mit ökonomischen Aspekten verbindet."

So habe Jochem ebenfalls herausgefunden, dass bei energieintensiven Materialien - beispielsweise durch Recycling, neue Materialeigenschaften oder Materialsubstitution - die so genannte Materialeffizienz signifikant gesteigert werden könne. Zusammen mit innovativen Managementformen wie dem Leasen von Anlagen und Maschinen könne dadurch die in der Industrie benötigte Primärenergie um jährlich 0,5 Prozent gesenkt werden.

Der in Essen geborene Preisträger arbeitet heute als Senior Executive am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe.
Von 1999 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 war er als Ordinarius für Energiewirtschaft und Nationalökonomie sowie als Gründungsdirektor des Centre for Energy Policy and Economics (CEPE) an der ETH Zürich tätig, wo er auch heute weiterhin forscht. Vorherige Stationen seiner Wissenschaftskarriere waren Lehraufträge an den Universitäten Kassel und Karlsruhe, die wissenschaftliche Mitarbeit bei der DECHEMA in Frankfurt und an der Harvard University in Boston sowie eine Dozentur am Oskar-von-Miller-Polytechnikum in München, heute Fachhochschule München.
Jochem promovierte an der Fakultät für Maschinenwesen der TU München zum Thema der Sublimation zweikomponentiger Systeme. Er studierte Verfahrenstechnik und Ökonomie an der RWTH Aachen, der TU München und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Professor Jochem erhielt bereits mehrere wissenschaftliche und politische Auszeichnungen. Er war und ist in diversen Gremien aktiv - unter anderem seit 1993 im wissenschaftlichen Beirat des Wuppertal Instituts, lange Jahre im Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung, im Beirat für Energieperspektiven des Schweizer Bundesamtes für Energie, im Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem so genannten Weltklimarat, sowie in der Enquête-Kommission "Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung" des Deutschen Bundestages.

Der neue "Bayer Climate Award" ist - neben dem Otto-Bayer-Preis im Bereich Chemie und Biochemie und dem Familien-Hansen-Preis im Bereich Biologie und Medizin - der dritte Wissenschaftspreis, den die Bayer Science & Education Foundation regelmäßig für herausragende Forschungsleistungen vergibt. Der Klimapreis konzentriert sich beim interdisziplinären Gebiet der Klimaforschung auf die Bereiche Energie- und Umweltwissenschaften, Agarwissenschaften, Biotechnologie, Mikrobiologie, Materialwissenschaften, Prozesstechnologie, Polar-, Meeres- und Küstenforschung, Geochemie, Geophysik, Atmosphärenforschung sowie Meteorologie. Neben der Ehrung wegweisender Klimaforscher soll die Preisvergabe die wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit dem Klimawandel befördern.


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