Werner Wenning auf der Hauptversammlung in Köln: Die Übernahme von Schering ist für Bayer der richtige Schritt

HealthCare-Geschäft als Hauptwachstumsmotor / 1. Quartal 2006 knüpft nahtlos an das sehr erfolgreiche Jahr 2005 an

Archivmeldung aus dem Jahr 2006
Veröffentlicht: 28.04.2006 // Quelle: Bayer

Nach einem operativ wie strategisch sehr erfolgreichen Jahr steht der Bayer-Konzern vor der größten Übernahme seiner Geschichte.
Vorstandsvorsitzender Werner Wenning beeichnete den geplanten Erwerb von Schering am Freitag auf der ordentlichen Hauptversammlung in Köln als Wert schaffenden und richtigen Schritt. "Erstens erreichen wir damit unser erklärtes Ziel, das HealthCare-Geschäft als Hauptwachstumsmotor von Bayer substanziell auszubauen", erläuterte Wenning. "Zweitens schaffen wir ein führendes Pharmageschäft im Spezialitätenbereich. Und drittens wird die Ertragskraft von Bayer durch diesen Schritt nachhaltig gestärkt." Der Vorstandsvorsitzende gab den Aktionären auch einen Überblick über den Geschäftsverlauf im Jahr 2005 und im 1. Quartal 2006. Den detaillierten Bericht über die ersten drei Monate hatte Bayer bereits am Vortag veröffentlicht.

"Für die Stärkung unseres Spezialitätengeschäfts bei Pharma wäre der Erwerb von Schering ein wahrer Meilenstein", sagte Wenning. Er sei deshalb erfreut, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Schering AG das Angebot von Bayer unterstützen. Das Unternehmen hatte den Schering-Aktionären ein öffentliches Kaufangebot über 86 Euro je Aktie in bar unterbreitet, das bis zum 31. Mai 2006 läuft. Der Transaktionswert beträgt damit rund 16,5 Milliarden Euro. "Beide Unternehmen sind davon überzeugt, dass diese Kombination eine ausgezeichnete Lösung darstellt, um ein HealthCare-Schwergewicht von internationalem Rang zu schaffen." Der Anteil des Spezialitätengeschäfts am Gesamt-Pharmaumsatz von Bayer werde von 25 auf rund 70 Prozent bzw. auf über 6 Milliarden Euro steigen. "Damit gehören wir zu den Top 10 weltweit", so Wenning. Diese Marktstellung wolle Bayer mit dem innovativen Produktportfolio und einer viel versprechenden Pipeline weiter ausbauen. Kernbereiche seien künftig die Onkologie, Kardiologie/Hämatologie sowie die Gynäkologie.

Besonders die Onkologie werde künftig ein bedeutender Wachstumstreiber des Pharma-Portfolios sein, sagte Wenning weiter. Hier wolle Bayer von der deutlich vergrößerten Forschungs-Basis sowie der verbreiterten Vertriebs- und Marketingplattform profitieren. "Dies können wir vor allem für unser Krebsmedikament Nexavar® nutzen", erläuterte Wenning. Bayer hat das Präparat Ende 2005 in der Indikation Nierenkrebs in den USA auf den Markt gebracht und mittlerweile auch die Zulassung in der Schweiz und am Donnerstag auch für Mexiko erhalten. Derzeit laufen außerdem noch zahlreiche Studien in anderen Indikationen. Zudem hat das Unternehmen inzwischen sowohl von der europäischen als auch von der US-Arzneimittelbehörde den Orphan-Drug-Status für die Indikation Leberkrebs erhalten, mit dem exklusive Vermarktungsrechte verbunden sind. Darüber hinaus hat das Committee for Medicinal Products for Human Use der europäischen Arzneimittelbehörde jetzt empfohlen, Nexavar in der EU in der Indikation Nierenkrebs zuzulassen.
Aufgrund dieser positiven Empfehlung könnte das Präparat im 2. Halbjahr 2006 eine Marktzulassung in Europa erhalten.

Gemeinsam mit Schering noch stärker in der Forschung

Eine wichtige Rolle spiele auch die Forschungs-Plattform, die durch die Zusammenführung der beiden Unternehmen entstehe. Schon getrennt hätten Bayer und Schering ihre Entwicklungskompetenz unter Beweis gestellt und hervorragende Produkte herausgebracht. "Gemeinsam sind wir noch stärker", sagte Wenning. Das neue Unternehmen werde vier Projekte im Stadium der Registrierung haben sowie 19 in Phase III, 14 in Phase II und 17 in Phase I der klinischen Prüfung.

Der Zusammenschluss sei aber auch die beste Lösung, um dem Pharma-Standort Deutschland wieder mehr Geltung zu verschaffen. Die Marken Bayer und Schering stünden beide für hohe Akzeptanz und Innovationskraft im Gesundheitsbereich, deshalb wolle das Unternehmen in Zukunft auch von beiden Namen profitieren, so Wenning. Schering und die bisherige Bayer-Pharmasparte sollten daher als eigenständige Division des
Teilkonzerns Bayer HealthCare mit dem Namen "Bayer-Schering-Pharma"
zusammengeführt werden. Die Zentrale der neuen Pharma-Division mit einem Umsatz von über 9 Milliarden Euro soll ihren Sitz in Berlin haben.

"Selbstverständlich werden wir auch bei der Akquisition von Schering darauf achten, dass wir die Stärken und besten Eigenschaften aus beiden Unternehmen zusammenführen, von den Mitarbeitern über die Organisation bis hin zur Infrastruktur", kündigte Wenning an. In den vergangenen Verhandlungen mit dem Schering-Vorstand hätten sich Kooperationsbereitschaft und gegenseitiges Vertrauen entwickelt. "Ich bin zuversichtlich, dass sich die ausgezeichnete Zusammenarbeit von Schering und Bayer in der kommenden Integrationsphase fortsetzen wird."

Für die Finanzierung der Transaktion stehen Bayer Barmittel von rund 3 Milliarden Euro zur Verfügung. Zudem hat das Unternehmen mit Credit Suisse und der Citigroup eine Überbrückungsfinanzierung sowie einen Konsortialkredit von jeweils 7 Milliarden Euro vereinbart. Zur Ablösung bzw. Reduzierung dieser Kredite sind verschiedene Eigen- und Fremdkapitalmaßnahmen sowie Desinvestitionen geplant. Die Eigenkapitalmaßnahmen sollen dabei ein Volumen von insgesamt bis zu 4 Milliarden Euro erreichen, davon wurden rund 2,3 Milliarden Euro bereits durch die erfolgreiche Platzierung einer Pflichtwandelanleihe aufgenommen.
Der verbleibende Betrag soll über eine Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital finanziert werden. "Über die Einzelheiten von Art und Umfang einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital werden wir erst nach Erfolg des Übernahmeangebots und unter Berücksichtigung des durch die Annahmequote entstehenden Finanzierungsbedarfs entscheiden können", sagte Wenning.
Unabhängig von der Schering-Akquisition soll das bislang vorhandene genehmigte Kapital durch Beschluss der Hauptversammlung am heutigen Freitag neu strukturiert werden. Zudem plant Bayer, die Tochtergesellschaften H. C. Starck und Wolff Walsrode zu veräußern, die dem Teilkonzern Bayer MaterialScience zugeordnet sind.

"Die geplante Refinanzierung stellt eine ausgewogene Mischung aus Eigen- und Fremdkapital sowie Veräußerungen dar, die auch in Zukunft eine stabile Bilanzstruktur gewährleistet", betonte Wenning. Bayer gehe nach Abschluss der Transaktion von der Beibehaltung eines guten Investment-Grade-Ratings aus und halte am Bonitätsziel eines A-Ratings unverändert fest.

Aus der Zusammenführung der Aktivitäten von Bayer und Schering erwartet Wenning Synergien von 700 Millionen Euro ab dem dritten Jahr nach Abschluss der Transaktion. Trotz einmaliger Restrukturierungs-Belastungen von voraussichtlich rund 1 Milliarde Euro rechne er bereits 2008 mit einer Erhöhung des Gewinns je Aktie vor Transaktions-Abschreibungen.

"2005 war operativ eines der erfolgreichsten Jahre unserer Geschichte"

Wenning ging auch auf die geschäftliche Entwicklung des Bayer-Konzerns ein.
"2005 war operativ eines der erfolgreichsten Jahre unserer Geschichte", betonte der Vorstandsvorsitzende. "Bei unseren wesentlichen Kennzahlen konnten wir uns 2005 deutlich steigern: Das gilt gleichermaßen für Umsatz, Ergebnis und Cashflow-Performance." So sei der Umsatz um 18 Prozent auf 27,4 Milliarden Euro und das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen um 56 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro gesteigert worden. Der Netto-Cashflow habe sich um 57 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro erhöht und das Konzernergebnis um 133 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Um die Aktionäre an der erfreulichen Entwicklung teilhaben zu lassen, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, die Dividende für das Geschäftsjahr 2005 um 73 Prozent auf 0,95 Euro je Aktie zu erhöhen.

Neues Geschäftsjahr begann mit Rekordquartal

"Das 1. Quartal des Jahres 2006 knüpfte mit Rekordergebnissen nahtlos an die Erfolge des Jahres 2005 an", führte der Vorstandsvorsitzende aus. Die Konjunktur sei nach wie vor robust - angetrieben vor allem von den USA und Asien. In diesem Umfeld stieg der Konzernumsatz um 12 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 7 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro und das bereinigte EBIT um 8 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro.
Wenning: "Beides sind die höchsten Werte, die Bayer je in einem Quartal erzielt hat." Insbesondere sei die sehr erfreuliche Entwicklung von Bayer HealthCare mit einer Umsatzsteigerung von 21 Prozent hervorzuheben, vor allem getrieben durch das dynamische Wachstum im Pharma-Spezialitätengeschäft (plus 54 Prozent).

Nach Abzug von Sondereinflüssen, Finanzergebnis und Steuern sowie nach Anteilen Dritter ergab sich im 1. Quartal ein Konzernergebnis von 600 Millionen Euro. Der Netto-Cashflow verbesserte sich um 354 Millionen auf 128 Millionen Euro. "Das Jahr 2006 hat also sehr gut begonnen und bestärkt uns in unserer Prognose für das Gesamtjahr", sagte Wenning und kündigte für 2006 eine leichte Steigerung beim bereinigten EBIT und beim bereinigten EBITDA an. "Damit peilen wir das höchste Ergebnis in der Geschichte unseres Konzerns an." Einflüsse der geplanten Schering-Übernahme seien darin nicht berücksichtigt.

Das Jahr 2005 und auch die aktuellen Ergebnisse hätten bewiesen, dass die Neuausrichtung den Konzern auf Erfolgskurs gebracht habe, fasste der Vorstandsvorsitzende zusammen. "Nach den Jahren der Restrukturierungen und Portfolio-Optimierung können wir nun mit der Übernahme von Schering einen weiteren wichtigen Schritt bei der Weiterentwicklung unseres Unternehmens realisieren." Die Performance der Pharma-Bereiche beider Unternehmen im 1. Quartal beweise die zukünftige Schlagkraft von Bayer-Schering-Pharma, sagte Wenning.

Der Bayer-Konzern werde nach dieser Transaktion auf Basis 2005 einen Gesamtumsatz von über 31 Milliarden Euro erreichen, davon rund 70 Prozent im Life-Science-Bereich. Damit unterstreiche das Unternehmen den eingeschlagenen Kurs in Richtung Innovation und Wachstum und setze einen weiteren Meilenstein für sein Leitbild "Bayer: Science For A Better Life".


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