Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten heute Michael Gutbier (OGV) und Guido von Büren (JGV) im Stadtarchiv (ehemaliges preußisches Landratsamt) die Ausstellung "Das preußische Jahrhundert: Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914" vor.
Die Ausstellung wird am Samstag in dem Museum Zitadelle Jülich und am Sonntag um 11:00 in der Villa Römer - Haus der Stadtgeschichte Leverkusen eröffnet und bis zum 18.12. zu besichtigen sein.
Die Preußen und das Rheinland: Dieser geschichtsträchtigen und folgenreichen Wechselbeziehung widmet sich die Doppel Ausstellung "Das preußische Jahrhundert - Jülich, Opladen und das Rheinland zwischen 1815 und 1914".
Was genau war das "preußische Jahrhundert", und welche konkrete Bedeutung hatte es für das Rheinland? Was waren die Folgen des viel gescholtenen preußischen Militarismus? Wie wirkten sich die Industrialisierung, der Kulturkampf und die Revolution von 1848/49 auf die Menschen im Rheinland aus?
Die Entwicklung einer Stadt, einer Region und einer ganzen Nation erschließt sich üblicherweise nur, wenn man an die Wurzeln geht und die Vergangenheit vergegenwärtigt. Auf diese Weise begreifen wir Besonderheiten, Gemeinsames und Trennendes verschiedener Landstriche und ihrer Bewohner.
Genau das ist das Ziel des gemeinsamen Ausstellungs und Forschungsprojektes, das der Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. und der Opladener Geschichtsvereins von 1979 e.V. Leverkusen jetzt in die Tat umsetzen: eine genaue Inspektion und Dokumentation des "preußischen Jahrhunderts" von der Inbesitznahme im Jahre 1815 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914.
EIN BLICK ZURÜCK
Wir schreiben das Jahr 1815. Napoleon Bonaparte sitzt nach seinen militärischen Niederlagen auf Elba, indessen die Alliierten beim Wiener Kongress (1814 15) die politischen Verhältnisse Europas einer drastischen Revision unterwerfen und unter anderem beschließen, die bis eben noch "französisch" gewesenen Rheinlande unter die Herrschaft des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zu stellen. Dieser verfasst noch in Wien die entsprechenden "Besitzergreifungspatente" - obwohl das letzte Wort über Erfolg oder Misserfolg der Konferenz noch nicht gesprochen ist: Napoleon hat vor einigen Wochen Paris erobert und nimmt eben einen letzten Anlauf, das "Seinige" zurückzugewinnen.
Erst am 18. Juni 1815 werden in Waterloo die letzten Zweifel an der Rechtskraft der Wiener Beschlüsse beseitigt. Und jetzt kann Friedrich Wilhelm III. im Vertrauen auf Gott und auf die Treue und den Mut meines Volkes, diese Rheinländer in Besitz [nehmen] und mit der preußischen Krone vereinigen und dafür sorgen, dass sein Herrschaftsprogramm Realität wird.
DAS HERRSCHAFTSPROGRAMM IN THEORIE UND PRAXIS
PROGRAMM
In beiden Städten wird die Ausstellung durch Außenstandorte begleitet, die die jeweils ortsspezifischen Themenschwerpunkte in den Blick nehmen. So wird es in Jülich einen Stadtrundgang auf den Spuren der Garnison und der beiden Militärschulen geben. Anhand von Infotafeln und Großfotos wird in der Innenstadt deutlich werden, wie stark Jülich im 19. und frühen 20. Jahrhunderts vom Militär geprägt wurde.
In Leverkusen Opladen sind es gleich drei thematische Rundgänge, die das Ausstellungsthema in den Stadtraum tragen. Rund um die Villa Römer werden das ehemalige industrielle Zentrum an der Wupper und die zugehörigen Fabrikantenvillen auf und rund um den Frankenberg vorgeführt. Eine Beschilderung entlang der sogenannten Balkantrasse, der ehemaligen Eisenbahnstrecke Opladen - Lennep, entsteht in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e.V. Zudem wird im Bereich der Neuen Bahnstadt Opladen auf die erhaltenen Spuren der Geschichte Opladens als Eisenbahnerstadt Aufmerksam gemacht. Die Rundgänge werden durch Flyer begleitet. Zudem ist geplant, entsprechende Audioguides für Smartphone Nutzer einzurichten.
An beiden Standorten wird die Ausstellung von einem umfangreichen Begleitprogramm aus Führungen, Vorträgen, Exkursionen, Stadtrundgängen, Konzerten und Filmvorführungen flankiert. Als Besonderheit sei erwähnt, dass mehrfach die Möglichkeit eines Bustransfers zwischen den beiden Ausstellungsorten angeboten wird.
Zur Ausstellung erscheint ein kostenloses Begleitheft, das die wichtigsten Ausstellungstexte enthält und als Führer durch die Ausstellungsteile in Jülich und Leverkusen Opladen fungiert. Zum Ende der Ausstellung erscheint im Pagina Verlag Goch ein ca. 300 seitiges Kataloghandbuch, das die Ergebnisse des Projektes dokumentiert und sich an der Ausstellungsgliederung orientiert. Rund 30 Autoren wirken an dem Buch mit, das neben einführenden Beiträgen ortsspezifische sowie vergleichende Aufsätze, wie auch Kurzbiographien für die jeweilige Stadtgeschichte wichtiger Persönlichkeiten und eine Objektdokumentation enthält.
Das Projekt "Das preußische Jahrhundert", steht unter der Schirmherrschaft der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken. Die Zusammenarbeit des Jülicher und des Opladener Geschichtsvereins darf Pilotcharakter für sich beanspruchen.
Weitere Informationen: www.preussisches-jahrhundert.de
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