Gütergleisverlegung verzögert sich - Veränderte Arbeitsweise bei Tiefbauarbeiten zur Erhöhung der Sicherheit

Ratsvorlage zu Mehrkosten aufgrund von Kampfmitteln

Archivmeldung aus dem Jahr 2016
Veröffentlicht: 14.03.2016 // Quelle: Neue Bahnstadt

Bisher lag das Projekt „Gütergleisverlegung“ im Bereich des Bahnhofs Leverkusen-Opladen im Rahmen der Planungen. Der Planfeststellungsbeschluss durch das Eisenbahnbundesamt liegt vor, und seit dem Beginn der bauvorbereitenden Maßnahmen im Herbst 2014 wurden alle Schritte durch die Bauherrin DB Netz AG zeitnah abgearbeitet: der Abbruch aller Gebäude im Baufeld, der notwendige Schutz der Kreuzkröten, der Baustart für die neue Eisenbahnüberführung an der Lützenkirchener Straße und die Herstellung einer Baustraße durch das Baufeld als „Vorläuferin“ für die Neue Bahnallee.

Als Fertigstellungstermin wurde bisher der Fahrplanwechsel im Dezember 2016 genannt. Dieser Fertigstellungstermin kann nach gegenwärtigem Stand auf Grund von zusätzlich gefundenen Kampfmitteln im Erdreich und einer damit verbundenen veränderten Arbeitsweise im Tiefbau nicht mehr gehalten werden.

Im Rahmen einer Rats-Sondersitzung am Freitag, 18. März, wird die Bauherrin DB Netz AG gemeinsam mit der nbso GmbH den Rat der Stadt Leverkusen über die Verzögerung und die dadurch verursachten Mehrkosten für das Projekt in Höhe von voraussichtlich 1,3 Millionen € brutto informieren. Über die Mehrkosten muss der Rat beschließen. Im Vorfeld erläuterte nbso-Geschäftsführerin Vera Rottes gemeinsam mit Dieter Baier, Bauherrenvertreter der DB Netz AG, und Frank Stein, Kämmerer der Stadt Leverkusen, die Hintergründe im Rahmen eines Pressegespräches.

Hintergrund: Im Rahmen der Vorabmaßnahmen zur Kampfmittelbeseitigung auf dem Baufeld wurden 2015 in der Plangenehmigungsphase zwischen DB Netz AG, dem Fachbereich Recht und Ordnung der Stadt Leverkusen und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst, Bezirksregierung Düsseldorf, auf Basis der ausgewerteten Luftbilder Vereinbarungen zu Sondierungen von Verdachtspunkten und zum anzuwendenden Bauverfahren getroffen. Alle festgelegten Verdachtspunkte wurden bis Ende 2015 sukzessive durch den KBD sondiert.
Im Rahmen der Sondierungsarbeiten wurde im Oktober 2015 eine Bombe gefunden und entschärft. Eine weitere Bombe wurde im Februar 2016 in unmittelbarer Nähe eines bereits untersuchten Bereiches entdeckt und wiederum durch den KBD entschärft.

Aufgrund dieser beiden Bombenfunde erfolgte unter Beteiligung der Berufsgenossenschaft Bau eine Neubewertung der Gefährdungslage. Die BG Bau hatte diese aufgrund der Funde als risikorelevant eingestuft und die Baustelle stillgelegt. Das Votum der BG Bau erachtet die DB Netz AG als juristisch bindend.

Ergebnis: Die Erdarbeiten auf der Baustelle werden seit Montag, 7. März 2016, durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen begleitet, so ist permanent ein Feuerwerker vor Ort. Das Erdreich wird schichtweise abgetragen und nachfolgend auf Kampfmittel untersucht. Auf dieses Konzept zur Risikominimierung einigte sich die Bauherrin DB Netz AG mit der Arge THG/Amand und der Berufsgenossenschaft Bau.

Dieses Verfahren führt zu gutachterlich seitens der DB Netz AG geschätzten Mehrkosten von 1,3 Mio € brutto und zu einer geschätzten Zeitverzögerung von zwei Monaten. Zusätzlich ist dabei zu beachten, dass auf Grund der Zeitverzögerung neue Sperrpausen für die Komplettsperrung der Güterzugstrecke vereinbart werden müssen. Diese Komplettsperrung wird am Ende der Baumaßnahmen notwendig.

Vor diesem Hintergrund wird der Rat am 18. 3. über die neue Sachlage informiert und um Zustimmung gebeten, die zusätzlichen Kosten für 2017 in die Fortschreibung des Haushaltssanierungskonzeptes einzustellen. Im Sommer 2016 wird die nbso GmbH ihr jährlich fortzuschreibendes Kosten- und Finanzierungskonzept zum Gesamtprojekt dem Rat vorlegen. In dieser Vorlage wird die Gütergleisverlegung – über das Thema Kampfmittelfreiheit hinaus – in allen Aspekten ausführlich beleuchtet und bewertet.


Ort aus dem Stadtführer: Luftbilder
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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