Die Region Köln/Bonn trifft sich in der Neuen Bahnstadt Opladen in Leverkusen

14. Langer Tag der Region 2014 bietet Anlass für Begegnungen und neue Freundschaften

Archivmeldung aus dem Jahr 2014
Veröffentlicht: 21.06.2014 // Quelle: Region Köln/Bonn

Die wichtigste: Die FH kann endlich gebaut. Finanzminister Walter-Borjans brachte den Zuwendungsbescheid mit.



Am heutigen Samstag, dem 21. Juni, am längsten Tag des Jahres, traf sich die Region Köln/Bonn auf Einladung des Region Köln/Bonn e.V. in der Neuen Bahnstadt in Leverkusen. Die "Langen Tage der Region" sind seit 2001 ein Forum, in dessen Rahmen sich die Region trifft, austauscht und verständigt. Ziel der Veranstaltung ist es, die regionale Vielfalt zu zeigen und sich an einem dafür eigens ausgewählten Ort zu sammeln.

Rund 450 Teilnehmer zählt das diesjährige "Familientreffen" des Region Köln/Bonn e.V.
Vor dem Hintergrund demographischer, infrastruktureller oder auch umweltpolitischer Entwicklungen im Kontext zum laufenden Aufstellungsverfahren eines neuen Landesentwicklungsplans 2025 und der nächsten EU-Strukturförderungsphase 2014-2020 stellt sich die Region für die nächsten Jahre auf. „Diese Aufgaben wird die Region nur gemeinsam bewältigen können“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Vorsitzender des Region Köln/Bonn e.V., „und hierfür ist sie seit dem Strukturprogramm Regionale 2010 gut gerüstet. Dennoch kommen nun weitere Herausforderungen hinzu, die neuer Zusammenschlüsse und erweiterter Partnerschaften bedürfen.“ Die marode Infrastruktur sei hier nur ein Beispiel von vielen. Sie treffe in einigen Bereichen auf einen Wachstumsraum und damit zusätzlich in Konkurrenz zu ÖPNV und Logistik, gleichzeitig müsse man sich in Räumen, die derzeit eher schrumpfen, immer öfter Rentabilitätsfragen stellen. „Diese Fragestellungen sind nur regional lösbar.“
Die „Neue Bahnstadt Opladen“ zählt als eines der größten Stadtumbauprojekte in Nordrhein-Westfalen zu den gewichtigen städtebaulichen Schwerpunktprojekten des Strukturförderprogramms Regionale 2010 in der Region Köln/Bonn. Das Projekt hat bereits frühzeitig ein zentrales Handlungsfeld der Region verdeutlicht - die Innen- und Brachenentwicklung in den Städten und Gemeinden – welches in Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird. Die NBSO zeigt auf, wie durch eine Partnerschaft zwischen Stadt Leverkusen, Land NRW, Region, Fachhochschule Köln und Industrie- und Handelskammer zu Köln erfolgreich eine industrielle Brache zu einem neuen Wohn- und Wissensstandort werden kann.

„Wo damals herbe Enttäuschung über den Verlust des Bahnwerks herrschte, da ist heute große Zuversicht anzutreffen“, so Paul Hebbel, Aufsichtsratsvorsitzender nbso GmbH. „Das 60 ha große Gelände der Neuen Bahnstadt Opladen birgt für Leverkusen die größten Chancen in der Stadtentwicklung, seit Bayer an den Rhein kam. Hier wird beispielgebend genau das vollzogen, was der neue Landesentwicklungsplan in den Mittelpunkt stellt: Die Reaktivierung von Brachflächen vor der Inanspruchnahme bisher unbebauter Areale.“

Im morgendlichen Fachforum „Wachstum und Umbau nach Innen“ – Herausforderungen und Strategieansätze der Innenentwicklung in der Region Köln/Bonn - diskutieren rund 200 Teilnehmer aus der Region die Frage, mit welchen Strategien den vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben der Innenentwicklung in den doch so unterschiedlichen Teilräumen der Region begegnet werden kann: Altlasten, kleinteilige Flächenzuschnitte, gegenläufige Eigentümerinteressen, hohe Buchwerte oder Kaufpreisvorstellungen, einschränkende Umgebungsnutzungen, der Bedarf an innerstädtischen Freiflächen u.v.m. bilden Grenzen der inneren Entwicklung. Zuweilen verspricht die Inanspruchnahme von Flächen am Stadtrand mehr Gestaltungsspielräume und schnellere Umsetzungsperspektiven. Vor allem auf der Rheinschiene mit ihrem Bevölkerungswachstum und wirtschaftlichen Entwicklungsdruck sind dies schlagkräftige Argumente. In den stagnierenden und schrumpfenden Räumen der Region hingegen gibt es für freigezogene Flächen und Leerstände oftmals keine immobilienwirtschaftliche Nachfrage mehr. Die oben genannten Hemmnisse fallen hier besonders ins Gewicht. Mit dem Rückgang von Nutzungen und Bevölkerung steigen zugleich die Kosten für den Unterhalt technischer und sozialer Infrastruktur. Neue Baulanderschließungen belasten die öffentlichen Haushalte langfristig zusätzlich.
Teilnehmer des Podiums sind: Vera Rottes (nbso GmbH), Andrea Deppe (Stadt Leverkusen), Franz-Josef Höing (Stadt Köln), Uwe Stranz (Oberbergischer Kreis) und Bernhard Faller (Quaestio Forschung & Beratung Bonn).

Das Fachforum zur Innenentwicklung sowie anschließende Exkursionen (ab 12.30) wie beispielsweise die Exkursion zur Autobahnbrücke der A1 stehen stellvertretend für die vielzähligen anstehenden Zukunftsthemen der Region. Bei weiteren unterschiedlichen Exkursionen zu interessanten Projektstandorten in der Stadt Leverkusen können sich die Vertreter des Vorstandes und der Arbeitsgremien des Region Köln/Bonn e.V., sowie der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik informieren, austauschen, neue Kontakte knüpfen und alte Freundschaften pflegen. „Dass dieses Veranstaltungsformat auch nach Beendigung der Regionale 2010 funktioniert, zeigt, dass die Region es in der Vergangenheit gelernt hat das Miteinander auch wirklich zu leben“, so der Vorsitzende des Region Köln/Bonn e.V. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. „Und so ist auch eine weitere gemeinsame Projektarbeit unter den Vereinsmitgliedern, den Gastmitgliedern und den Kooperationspartnern möglich“.

Beim nachmittäglichen Empfang (ab 16.30) gibt es einen Blick in die regionale Zukunft:
Als Gast darf die Region Köln/Bonn dazu in diesem Jahr den Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalens, Dr. Norbert Walter-Borjans begrüßen.
Er wird sich zunächst an der Baustelle des zukünftigen Standortes der Fachhochschule Köln einen Überblick verschaffen.
Begleiten werden ihn: Reinhard Buchhorn (Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen),
Gisela Walsken (Regierungspräsidentin Köln), Hans-Jürgen Petrauschke (Landrat Rhein-Kreis Neuss, Vorsitzender des Region Köln/Bonn e.V.), Dr. Ortwin Weltrich (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer zu Köln) Stellvertretender Vorsitzender Region Köln/Bonn e.V., Ulf Reichard (Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer zu Köln), Michael König (Vorstand Bayer AG), Dr. Werner Breuers (Vorstand LANXESS AG), Prof. Dr. -Ing. Christoph Seeßelberg (Präsident der Fachhochschule Köln), Prof. Dr. Matthias Hochgürtel (Dekan der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der Fachhochschule Köln), Vera Rottes (Geschäftsführerin Neue Bahnstadt Opladen GmbH) und Dr. Reimar Molitor (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Region Köln/Bonn e.V.)
„Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 ist es der neuen bahnstadt opladen GmbH bereits eindrucksvoll gelungen, das brachliegende Ausbesserungswerk mit Leben zu füllen“, erläutert Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn in seiner Begrüßung. „Viele weitere Schritte stehen bis 2020 noch bevor. Damit all dies realisiert werden konnte und kann, waren viele Entscheidungen, große Unterstützung und tatkräftiges Engagement zahlreicher Akteure vonnöten“.
Es ergab sich die einmalige Chance, neue Verbindungen zwischen West und Ost zu eröffnen: nämlich die Leverkusener Stadtteile Opladen und Quettingen zu verbinden, zwischen denen das Bahn-Ausbesserungswerk in den 100 Jahren zuvor als Barriere lag.
Im letzten Jahr konnte bereits die Campusbrücke eingeweiht werden, die Grundsteinlegung für die Bahnhofsbrücke fand vor wenigen Wochen statt. Beide Brücken führen bzw. werden auf direktem Weg ins Zentrum von Opladen führen. Auch der Bahnhof wird nun barrierefrei umgebaut, und für die Bahnreisenden werden die Wege insgesamt kürzer. Mit dem Bau der Bahnhofsbrücke sind auch die Entwicklungen, die in den kommenden Jahren auf der Westseite der Bahnstadt anstehen, absehbar. Dazu zählt die Verlegung der Gütergleise an das Personenzuggleis. Diese Maßnahme erschließt rund 12 Hektar bislang „toter“ Fläche, auf der ein Neubaugebiet mit Wohnen, Einkaufen, Büros, Grün und Kultur entstehen soll.

Bereits im Jahr 2005 erhielt das Projekt den sogenannten A-Stempel der Regionale 2010, womit seine strukturpolitische Relevanz für die Region bestätigt wurde und eine prioritäre Förderung des Projektes verbunden ist. „Die regionale Bedeutung ergibt sich unter anderem aus der Schaffung von gut erschlossenen, zentrumsnahmen Gewerbe- und Wohnbauflächen, die in der Region dringend benötigt werden. Ferner aus der Realisierung der dazu notwendigen Infrastruktur, die angesichts angespannter öffentlicher Haushalte eine enorme Gemeinschaftsleistung aller beteiligten Stellen darstellt und nicht zuletzt durch den Campus Leverkusen, der eine Angebotslücke in der regionalen und landesweiten Hochschullandschaft schließen wird und dessen bauliche Realisierung daher schnellstmöglich begonnen werden sollte“, ergänzt Buchhorn.
Seinen Dank richtet er auch an die Förderung durch die Dax-Unternehmen Bayer und Lanxess in Höhe von jeweils einer halben Millionen Euro für den Bau und die Entwicklung der Fachhochschule. Über diese sehr großzügige Spende sei die Stadt Leverkusen ausgesprochen froh. Sein ausdrücklicher Dank galt daher Herrn König, Vorstandsmitglied der Bayer AG, sowie Herrn Dr. Breuers, Vorstandsmitglied der Lanxess AG. Er hofft, dass Ihre Unternehmen letztlich davon profitieren. Schließlich sind die Studierenden ja potentielle Leistungsträger für Ihre Unternehmen.
„Seit über zehn Jahren wird hier die Reaktivierung der gewaltigen innerstädtischen Brachflächen für die Region Köln/Bonn beispielhaft geplant und umgesetzt. Im Lichte des aktuellen Entwurfs zum Landesentwicklungsplan 2025 (LEP 2025) und angesichts des Bedarfs an Siedlungsflächen für die auch künftig zu erwartende dynamische Entwicklung auf der Rheinschiene beschreibt das Projekt ein zentrales Handlungsfeld für die Innenentwicklung in den Städten und Gemeinden der Region, das in Zukunft eine noch größere Rolle spielen wird“, so Petrauschke.
Im Jahr 2008 bewarben sich die Stadt Leverkusen, die Fachhochschule Köln und die Industrie- und Handelskammer zu Köln erfolgreich um die Ansiedlung des Campus Leverkusen für Technische und Pharmazeutische Chemie auf dem Areal der Bahnstadt. Die Bewerbung wurde ausdrücklich durch den Vorstand des Region Köln/Bonn e.V. unterstützt.
Der Region Köln/Bonn e.V. verfolgt seit seiner Gründung im Jahre 1992 das Ziel, die regionale Kooperation auf der Ebene der Politik und der Verwaltung zu fördern sowie die Region durch geeignete Maßnahmen im Standortwettbewerb zu stärken. Dabei wird die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft intensiviert und die strategische Ausrichtung der Regionalentwicklung verstärkt.

"Hochschulen leben von den Menschen, die in ihnen lehren, lernen, forschen, arbeiten; Hochschulstandorte aber auch von der unmittelbaren Sichtbarkeit ihrer Wissenschaftseinrichtungen“, beschreibt Prof. Dr. Christoph Seeßelberg, Präsident der Fachhochschule Köln. „Unsere Partner haben den Boden für einen Hochschulstandort in Leverkusen bestens vorbereitet. Das von den Architekten Augustin und Frank geplante Hochschulgebäude selbst zeigt ein eigenes Gesicht. Eines, das sehr gut in die neue Bahnstadt passt. In der neuen Bahnstadt Opladen findet die Hochschule für ihre Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften ideale Bedingungen vor.
Ich freue mich, dass wir nun Grünes Licht für das Projekt bekommen und unser Funktions- und Raumprogramm vollständig umsetzen können. Dies stellt sicher, dass wir unser Studienangebot an der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften auch langfristig betreiben, auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der chemischen Industrie mit hoch qualifiziertem Fachkräftenachwuchs leisten und durch unsere Forschungsorientierung auch Innovationen mit vorantreiben können."

Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans übergab stellvertretend für alle Beteiligten an den Präsidenten der Fachhochschule Köln, Prof. Dr. -Ing. Christoph Seeßelberg den Förderbescheid für die Baumaßnahme der Fachhochschule. „Da die Bewerbung für das Projekt zurück geht auf die regionale Kooperation ist das heute genau die richtige Veranstaltung und der richtige Ort“, so Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Region Köln/Bonn e.V., darum feiert die Region heute gemeinsam in und mit Leverkusen.“ Hier zeige sich dass heute nur der regionale Schulterschluss ambitionierte Projekte realisierbar mache. Nur so könne hinreichend politisch Einfluss genommen und Fördergelder akquiriert werden. Und dies sei eines der Aufgaben des Region Köln/Bonn e.V.

Danach gab es gute Gelegenheiten des Austausches und zur weiteren Planung und Gestaltung der gemeinsamen Zukunft.
Der nächste "Lange Tag der Region" 2015 wird in Bonn stattfinden.
Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

Kategorie: Politik
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