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17.03.2014 (Quelle: Bayer)
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Bayer im Finale für Innovationspreis der deutschen Wirtschaft: Erfindung für mehr Energieeffizienz


Besonders umweltverträgliches Verfahren zur Chlor-Produktion
Gemeinsame Entwicklung mit ThyssenKrupp und UHDENORA
Neue Technik kann wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten

Mit einem besonders umweltverträglichen chemischen Produktionsverfahren hat es Bayer im Rennen um den von der Bundesregierung unterstützten Innovationspreis der deutschen Wirtschaft auf die vordersten Plätze geschafft. Bei der Verleihung der renommierten Auszeichnung wurde das Unternehmen am Wochenende in Frankfurt am Main als Finalist geehrt. Gewürdigt wurde die neue Technik der Sauerstoffverzehrkathode (SVK), die den Energiebedarf bei der sehr energieintensiven Herstellung der wichtigen Grundchemikalie Chlor um bis zu 30 Prozent senkt. Das gemeinsam mit ThyssenKrupp entwickelte Verfahren kann erheblich zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum nachhaltigen Umbau von volkswirtschaftlichen Energiesystemen beitragen.

Bayer MaterialScience hatte sich in der Kategorie Großunternehmen um den Innovationspreis beworben, der unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie steht. Für die Auszeichnung, die zum 33. Mal verliehen wurde, waren insgesamt 320 Bewerbungen eingereicht worden.

"Der Innovationspreis ist eine Veranstaltung mit einer langen und guten Tradition und der älteste Innovationspreis in Deutschland. Alle wichtigen deutschen Unternehmen haben sich in den letzten Jahren um diesen Preis beworben", erklärte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka in ihrem Grußwort. "Ein Preis wie dieser regt an und stimuliert. Wir sind gut im Moment. Damit das so bleibt, brauchen wir weitere, gemeinsame Anstrengungen."

"Wir freuen uns sehr darüber, in die Endausscheidung für diese bedeutende Auszeichnung gekommen zu sein", erklärte Dr. Tony Van Osselaer, Produktionschef von Bayer MaterialScience. "Damit wird einmal mehr die Innovationskraft des Bayer-Konzerns anerkannt, der in seiner mehr als 150-jährigen Geschichte zahlreiche wegweisende Erfindungen hervorgebracht hat. Auch mit dem neuen Produktionsverfahren werden wir unserer Mission ‚Bayer: Science For A Better Life‘ gerecht."

Unterstützung der Energiewende
"Die SVK-Technologie kann einen großen ökologischen und ökonomischen Nutzen bieten, weil sie die Energieeffizienz in einem für die chemische Industrie ganz wichtigen Produktionsprozess erheblich erhöht", betonte auch Hans-Theo Kühr, CEO der Business Unit Process Technologies von ThyssenKrupp Industrial Solutions. Das Unternehmen ist ebenso wie die Firma UHDENORA Entwicklungspartner von Bayer MaterialScience bei dem neuen Verfahren.

Würden alle Chlorproduzenten in Deutschland die marktreife Technik einführen, ließe sich der gesamte Energieverbrauch des Landes um rund ein Prozent senken. Das ist etwa so viel, wie die Großstadt Köln im Jahr an Energie benötigt. Das SVK-Verfahren könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten, die besonders auch auf eine Steigerung der Energieeffizienz zielt. Dies hilft in der Folge auch dem Klimaschutz, da die Energieeinsparungen mit bis zu 30 Prozent weniger CO2-Emissionen einhergehen.

Großauftrag aus China
Die Entwicklungspartner sehen bei der Vermarktung für die nächsten Jahre ein Umsatzpotenzial im dreistelligen Millionenbereich. Unternehmen im In- und Ausland haben bereits großes Interesse an dem neuen Verfahren bekundet. Ein erster Großauftrag für eine SVK-Anlage mit einer Produktionskapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr kam kürzlich von dem chinesischen Chemieunternehmen Befar.

Die globale Vermarktung der SVK-Technik erfolgt durch ThyssenKrupp Industrial Solutions / UHDENORA, während Bayer MaterialScience im Rahmen der nicht exklusiven Zusammenarbeit die Sauerstoffverzehrkathoden liefert. Diese spezielle Elektrodenart stammt von Bayer MaterialScience, das Design der Elektrolysezelle von den Partnern ThyssenKrupp Industrial Solutions / UHDENORA.

Wichtige Basischemikalie
Die neue Technik setzt auf dem sogenannten Membranverfahren in der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf, das inzwischen Standard bei der Chlorherstellung ist. Hier werden aus Kochsalz und Wasser normalerweise Chlor, Natronlauge und Wasserstoff gebildet. Chlor wird als Ausgangssubstanz für rund zwei Drittel aller chemischen Produkte benötigt, darunter Kunststoffe, Medikamente und Pflanzenschutzmittel.

Bei der SVK-Technik wird nun die beim Membranverfahren übliche wasserstofferzeugende Elektrode durch eine Sauerstoffverzehr-Kathode ersetzt. Durch die Zufuhr von Sauerstoff wird die Wasserstoffbildung an der Kathode, dem "Minuspol", unterdrückt. Es entstehen nur noch Chlor und Natronlauge. Der Energieverbrauch wird um bis zu 30 Prozent gesenkt.


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Letzte Änderung am 17.03.2014 17:02 von leverkusen.
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