Stadtplan Leverkusen
09.07.2013 (Quelle: Gut Ophoven)
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Wer ist Carl von Carlowitz


Vor 300 Jahren prägte der Forstwirt Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit. Aus Anlass diese Jubiläums und der Internationalen "Woche der Nachhaltigkeit" veranstaltet das NaturGut Ophoven an den weiterführenden Schulen Leverkusens Aktionstage zum Thema nachhaltiger Konsum, Ernährung oder Mobilität. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Während der Aktionstage können Schüler an einem Quiz zur Nachhaltigkeit teilnehmen, bei dem sie Eintrittskarten fürs Calevornia, Bayer 04 Fanartikel und vieles mehr gewinnen können. Wer genau Carl von Carlowitz war, erfahren die Schüler über einen QR-Code, der sich auf einem Aufkleber befindet. Auf einer Website wird über das Thema Nachhaltigkeit informiert. Außerdem führen Referenten des Umweltbildungszentrums Kurse zur Nachhaltigkeit in den Schulen durch.

Bei den Schülern der Realschule am Stadtpark ging es am Dienstag, 9. Juli, um das Thema "Handy". In den Klassen 7d und 7c diskutierten die Mitarbeiter des NaturGut Ophovens mit den Schülern die Frage "Was hat mein Handy mit dem Kongo zu tun?" Celine ist schockiert über die Kinderarbeit, die unmenschlichen Bedingungen unter denen Erze abgebaut werden, die zur Herstellung von Handys genutzt werden und die Umweltzerstörung. "Durch den Kauf unserer Handys unterstützen wir das. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen", sagt sie.
Eine Umfrage in ihrer Klasse hatte ergeben, dass die Familien der 28 Schüler insgesamt 358 Handys besitzen. Sylvia Ruhland, vom NaturGut Ophoven, die die Kurse zur Nachhaltigkeit in den Schulen abhält, ist nicht überrascht: "Das ist keine Seltenheit, sondern eher der Durchschnitt." Nach Schätzungen sollen hierzulande bis zu 120 Millionen Handys ungenutzt in Schubladen herumliegen, so die Pädagogin.

Besonders nachhaltig ist das nicht. "Wenn alle unbenutzten Handys recycelt würden, könnten wertvolle Ressourcen eingespart werden", berichtet Britta Demmer vom NaturGut Ophoven. Neben Coltan, das im Kongo abgebaut wird, enthalten Mobiltelefone auch Silber, Gold, Palladium, Kupfer und Kobalt. In den weltweit jährlich über eine Milliarde verkauften Handys sind insgesamt 250 Tonnen Silber, 24 Tonnen Gold und 9 Tonnen Palladium enthalten.
Auf dem Gebiet des Handyrecyclings haben die Schüler der Realschule am Stadtpark bereits Erfahrung gesammelt: Im Rahmen des städtischen EnergieLux-Projektes haben sie unter dem Motto "We want your old mobile" eine Handy-Sammelaktion durchgeführt. Die gesammelten Handys werden dem Kölner Zoo gestiftet, der mit dem Erlös aus den recycelten Mobiltelefonen ein Gorilla-Schutzprojekt im Kongo unterstützt. Dort wird der Lebensraum der Gorillas durch den Abbau von Coltan gefährdet, das als Metall in Handys verbaut wird. Durch den Handyboom in den Industrienationen ist die Nachfrage nach Coltan rapide angestiegen.

Hintergrund zur Woche der Nachhaltigkeit:
Schon im Jahr 1713, vor genau 300 Jahren, veröffentlichte der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz ein Buch, in dem er erstmals im deutschsprachigen Raum den Gedanken der Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft festhielt. Seine Idee: nicht mehr Holz abbauen, als selbstständig nachwachsen kann. Heute ist dieser Gedanke so präsent wie nie und lässt sich auch auf Rohstoffe übertragen, die beispielsweise im Handy verarbeitet werden.


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Letzte Änderung am 01.08.2014 09:35 von leverkusen.
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