100 Jahre RTHC - Leverkusen


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100 Jahre RTHC

Veröffentlicht: 30.05.2010 // Quelle: Stadtverwaltung

Anläßlich der 100Jahr-Feier des RTHC hielt Oberbürgermeister Buchhorn am Samstag folgende Rede im Bayer-Kasino;
"Sehr geehrter Herr Ohm,
sehr geehrter Herr Beckmann,
sehr geehrter Herr Friedrich,
liebe Sportlerinnen und Sportler,
meine sehr geehrten Damen und Herren,


als vor hundert Jahren der RTHC Bayer Leverkusen gegründet wurde, war die Bayer AG seit 21 Jahren hier am Rhein ansässig, war seit 12 Jahren Aspirin auf dem Markt und das Unternehmen hatte längst international expandiert. Mit dem Unternehmen wuchs eine Infrastruktur, die sich noch nicht Stadt nannte – aber rund 20 Jahre später Leverkusen werden sollte.

Dr. Carl Duisberg unterstützte die Gründung von Sportvereinen, von ihm ist aus dem Buch „Hochburg des Sports - Leverkusen ein Beispiel für Spitzen- und Breitensport“ folgendes Zitat überliefert.

„In einer Zeit wie der unsrigen, wo man bemüht ist, die Standesunterschiede immer mehr zu verschärfen, müssen Glieder, welche vereinen, gesucht und gefunden werden.“

Sportvereine als Bindeglied zwischen den Gesellschaftsschichten - dass die Werksleitung aus so vergleichsweise modernen Gründen viele Vereinsgründungen im Laufe der Zeit unterstützte, beeinflusst bis heute das Leben in unserer Stadt - gerade am vergangenen Pfingstwochenende wurde dies wieder beim Stadtfest und der Ehrenamtsbörse mehr als deutlich, wo sich auch einige Vereine aus der großen Bayer-Familie präsentierten.

Heute feiert die Ruderabteilung ihr hundertjähriges Bestehen. Der Sport ist derselbe geblieben, aber die Welt hat sich seit der Gründung dieses Vereins sehr verändert. Allein der Monatsbeitrag mag das deutlich machen, damals belief er sich auf 1,50 Mark, heute auf bis zu knapp 30 Euro.

Der Verein hat den ersten und zweiten Weltkrieg, Wirtschaftskrisen und Wiederaufbau er- und überlebt, blickt zurück auf die Einquartierung von englischen Soldaten ins Bootshaus, auf gefallene Vereinsmitglieder in den Weltkriegen und auf Kriegsjahre, in denen auch das Vereinsleben eine Zeitlang brachlag.

Ihre Festschrift berichtet Rührendes, Spektakuläres und Skurriles, und zeigt damit, dass es immer um weit mehr als um das gemeinsame Rudern ging. Vom Wanderrudern wird berichtet, es wird die erste Frauenruderriege vorgestellt, vom Verein im Nationalsozialismus berichtet und den Mühen des Neuanfangs, in einer Zeit in der sportliche Betätigung zum medizinischen Problem geriet, weil erwachsenen Menschen Nahrungsmittel mit einem Brennwert von 1.050 Kalorien zugestanden wurden.

Aber Rudern hieß beim RTHC auch immer Spitzensport. Spätestens seit 1988 fahren die Ruderer des RTHC ganz vorne mit: Erstmals war mit Ralf Thienel ein RTHC-Ruderer bei den Olympischen Spielen. Vier Jahre später errang Stephan Volkert in Barcelona den ersten Sieg bei den Olympischen Spielen. Und die Liste der sportlichen Erfolge reißt seitdem nicht ab. 2008 belegte der Vierer in Peking einen sehr guten 6. Platz und im vergangenen Jahr waren Toni Seifert und Gregor Hauffe bei der Wiedergeburt des Deutschland-Achters mit dabei und wurden in Polen Weltmeister und zudem im vergangenen Jahr „NRW-Team- Sportler“ des Jahres.

2009 war so gesehen sportlich fast das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte: denn es gab neben den beiden Weltmeistern für den RTHC noch zahlreiche deutsche Meistertitel und insgesamt drei WM-Teilnahmen. An diese Erfolge hoffen die Rudersportler des RTHC im diesem Jahr anzuknüpfen. Und es scheint zu gelingen: In der neuen Saison kam Katharina Zachrau beim Rennen „Head of the Amstel“ in Amsterdam als Mitglied des Juniorinnen-Doppelvierers auf Platz eins.

Aber Leistungsport ist das eine - Breitensport das andere. Manchmal bedingt das eine sogar das andere. So arbeitet der RTHC in Leverkusen mit den Talentsichtungs- und Talentförderkursen des Lise-Meitner-Gymnasiums zusammen.

Insgesamt trägt der RTHC mit seinen Erfolgen im Spitzensport zu Leverkusens sehr gutem Ruf als Sportstadt bei und ist gleichzeitig ein typischer Leverkusener Verein mit regem Vereinsleben und vielen Bezügen zu seiner Heimatstadt.

Meine Damen und Herren,

für viele fokussiert sich der Sport heute auf den Fußball. Das ist auch in Leverkusen so und wird sich in den folgenden Monaten noch verstärken, wenn wir alles daran setzen werden, für die vielen Spiele der Fifa-Fußball-Frauen-Weltmeisterschaft die optimalen Voraussetzungen zu schaffen und insbesondere ein viermal gut gefülltes Weltmeisterschaftsstadion in Leverkusen zu erleben.

Bei all diesen Überlegungen dürfen wir aber die vielen Anstrengungen nicht vergessen, die die rund 120 Vereine haben, neben dem TSV Bayer 04 Leverkusen an der Spitze auch der RTHC Bayer Leverkusen, um in Leverkusen im Spitzen- und Breitensport erfolgreich zu sein. Nur so werden wir unserem Ruf als Sportstadt wirklich gerecht. Es wird daher für mich auch in Zukunft besonders wichtig sein, das Engagement aller Vereine und ihrer Sportlerinnen und Sportler zu würdigen und da wo es der Stadt in dieser Zeit noch möglich ist, auch Hilfestellung zu geben. Deswegen freut es mich auch, dass es mit Mitteln der Sparkasse Leverkusen und aus denen des Ehrenamtsetats der Stadt möglich ist, ein neues Boot sinnbildlich „zu Wasser zu lassen.“ Und natürlich freut es einen Oberbürgermeister ganz besonders, wenn er nachher noch ein Boot auf den Namen „Leverkusen“ taufen darf.

In diesem Sinne gratuliere ich der Ruderabteilung des RTHC sehr herzlich zum hundertsten Geburtstag."


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