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"Familie-Hansen-Preis" zum vierten Mal verliehen

Neue therapeutische Ansätze bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen
Professor Dr. Magdalena Götz für bahnbrechende Forschungen im Bereich der Neurobiologie ausgezeichnet
Veröffentlicht: 14.01.2007 // Quelle: Bayer


Die Namen von links: Dr. Wolfgang Plischke, Prof. Dr. Magdalena Götz und Werner Wenning
Der "Familie-Hansen-Preis", eine der renommiertesten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland, geht in diesem Jahr an Professor Dr. Magdalena Götz vom Institut für Stammzellforschung der GSF in der Helmholtz-Gemeinschaft in Neuherberg und Lehrstuhlinhaberin am Physiologischen Institut der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität. Die von der gleichnamigen Stiftung zum vierten Mal vergebene Auszeichnung ehrt die Biologin für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Neurobiologie. Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning und Dr. Wolfgang Plischke, im Bayer-Vorstand verantwortlich für Innovation, Technologie und Umwelt, überreichten den mit 50.000 Euro dotierten Preis im Rahmen einer Feierstunde in Leverkusen.

Prof. Dr. Kurt Hansen, ehemaliger Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender der Bayer AG, hatte zu Lebzeiten zusammen mit seiner Ehefrau eine Stiftung errichtet, deren Kapital treuhänderisch von der Bayer AG verwaltet wird. "Die Familie-Hansen-Stiftung zeichnet junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre außergewöhnlichen Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Biologie und der Medizin aus", erläuterte Werner Wenning. Genau dies leiste die Preisträgerin Professor Götz. Sie zeige damit, dass die Naturwissenschaften in Deutschland den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchten.

Wenning betonte, dass die Qualität der Forschung zu den wichtigsten deutschen Standortvorteilen zähle: "Die Grundlagenforschung und auch die industrielle Forschung sind das Kapital, das wir uns für die Zukunft in Deutschland sichern müssen. Mit der neuen Hightech-Strategie hat die Bundesregierung ein klares und ehrgeiziges Programm aufgelegt. So werden zur Stärkung der Innovationskraft Deutschlands bis 2009 insgesamt rund 15 Milliarden Euro für Spitzentechnologien bereitgestellt."

Auch bei Bayer spielt die Innovation eine maßgebliche Rolle. "Unser Budget für Forschung und Entwicklung ist in diesem Jahr - nach der Integration von Schering - auf rund 2,8 Milliarden Euro gewachsen", sagte Wenning. "Das ist das größte F&E-Budget in der deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie. Und mehr als 60 Prozent davon entfallen auf Deutschland."

Doch Geld allein werde nicht ausreichen, um Forschung erfolgreich zu gestalten. Die Innovationskultur sei sowohl in Unternehmen als auch in der Gesellschaft ein weiterer, entscheidender Faktor, so Wenning. Dazu gehöre auch, die Chancen neuer Technologien für die Zukunft des Landes zu erkennen - und nicht ausschließlich die Risiken zu betrachten. Beispiele dafür seien die Diskussion über die grüne Biotechnologie, die Nanotechnologie oder die Stammzellen-Forschung, die für die Arbeiten der neuen "Hansen-Preis-Trägerin" von besonderer Bedeutung sind.

Professor Götz hat bei ihren vielfältigen und hervorragenden Arbeiten die Grenzen der Neurobiologie, der Entwicklungsbiologie und der Stammzellforschung aufgelöst: Die meisten Nervenzellen des menschlichen Gehirns gehen während der Gehirn-Entwicklung aus einer bestimmten Sorte von Gliazellen, den so genannten ‚radialen Gliazellen', hervor. Gliazellen wurden bisher für endgültig ausdifferenzierte Stützzellen gehalten. Dass sich derart spezialisierte Zellen zu hochdifferenzierten Neuronen weiterentwickeln können, wurde lange nicht für möglich gehalten. "Frau Professor Götz hat mit ihrer Forschung nicht nur unser Wissen über Vorläuferzellen und Gliazellen grundlegend gewandelt, sondern darüber hinaus auch völlig neue Ansätze für mögliche regenerative Therapien eröffnet," hob Dr. Plischke in seiner Laudatio hervor. Diese Arbeiten eröffneten die Möglichkeit, Gliazellen als ‚natürliche' Quelle zur Bildung neuer Nervenzellen zu nutzen.

Die in Heidelberg geborene Götz schloss 1989 ihr Biologie-Studium an der Universität Tübingen ab und promovierte dort 1992 bei Professor Jürgen Bolz über die Entwicklung des Cortex. Nach einer Postdoktorandenstelle am National Institute for Medical Research (London/UK) und bei Smith-Kline-Beecham (Harlow/UK) habilitierte sie sich 2000 an der Ludwig-Maximilians-Universität. Seit 2004 ist Frau Götz Direktorin am Institut für Stammzellforschung der GSF in der Helmholtz-Gemeinschaft in Neuherberg und Lehrstuhlinhaberin am Physiologischen Institut der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität.

Für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wird sie in diesem Jahr nach dem "Familie-Hansen-Preis" auch den "Leibniz-Preis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten.


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