Bayer und die Stadt Leverkusen wollen das Erholungshaus als bedeutende Kulturspielstätte langfristig erhalten. Eine Absichtserklärung legt die Eckpunkte für einen geplanten Übergang in kommunale Trägerschaft zum 1. Januar 2030 fest.
Mit einem sogenannten Letter of Intent haben Bayer und die Stadt Leverkusen einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Zukunftssicherung des Erholungshauses gemacht. Die Absichtserklärung ist rechtlich nicht bindend, beschreibt aber die wesentlichen Eckpunkte für die weiteren Verhandlungen. Ziel ist es, das traditionsreiche Haus perspektivisch in kommunale Verantwortung zu überführen und als Kulturspielstätte für Leverkusenerinnen und Leverkusener, Vereine, Ensembles und Veranstalter dauerhaft zu erhalten.
Nach aktuellem Planungsstand soll der Eigentums-, Besitz- und Betriebsübergang des Erholungshauses zum 1. Januar 2030 erfolgen – passend zum 100-jährigen Stadtjubiläum Leverkusens. Bis dahin bleibt die Bayer Gastronomie GmbH Betreiberin des Hauses, längstens bis zum 31. Dezember 2029.
Das Erholungshaus ist seit vielen Jahren ein zentraler Ort für Kulturveranstaltungen in Leverkusen – vor allem für Theater und Konzerte. Zum Ensemble gehören neben der eigentlichen Spielstätte auch der Gastronomiebetrieb „Kulisse", Außengastronomie, Parkplätze, Nebenanlagen sowie der angrenzende Erholungshauspark.
Christoph Boehmke, Leiter Bayer Kultur, betont die besondere Verantwortung beider Seiten: „Unser gemeinsames Ziel ist es, das Erholungshaus als wichtigen Kulturort für Leverkusen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Gespräche mit der Stadt Leverkusen erfolgen in dem Bewusstsein, dass das Haus für viele Menschen, Ensembles und Veranstalter eine besondere Bedeutung hat."
Bereits zwischen 2027 und 2030 soll die Stadt Leverkusen das Erholungshaus vermehrt für eigene Kulturveranstaltungen nutzen können. Oberbürgermeister Stefan Hebbel zeigt sich erleichtert über die erzielte Einigung: „Wir sind Bayer sehr dankbar, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen. Zudem haben wir Zeit gewonnen, um eine tragfähige Lösung zu erarbeiten, die sich finanziell in der sehr angespannten Haushaltslage darstellen lässt und zugleich für alle Beteiligten Planungssicherheit bietet."
Arthur Horváth, Fachbereichsleiter Kultur und Stadtmarketing, hebt hervor, wie wichtig verlässliche Perspektiven für die Nutzerinnen und Nutzer des Hauses sind: „Besonders wichtig ist uns, dem Bayer-Blasorchester, den Bayer-Philharmonikern, weiteren Bayer-Ensembles, den Leverkusener Jazztagen sowie dem Jungen Musical Leverkusen eine verlässliche Perspektive und Planungssicherheit bis Ende 2027 zu geben."
Die Parteien haben vereinbart, die notwendigen vertraglichen Regelungen bis spätestens Herbst 2026 auszuarbeiten. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, würde das Erholungshaus spätestens zum Jahresende 2027 geschlossen. Zu wirtschaftlichen Details wie Kaufpreis, steuerlicher Struktur, möglichen Sanierungs- und Folgekosten sowie Personalfragen laufen noch weitere Prüfungen. Belastbare Aussagen dazu sind erst nach Abschluss dieser Prüfungen möglich.
Für beide Vertragspartner gilt bis dahin Vertraulichkeit. Der laufende Spielbetrieb im Erholungshaus wird in jedem Fall bis zu einem möglichen Übergang fortgeführt. Das erklärte Ziel bleibt die nachhaltige Sicherung des Hauses als Kulturort für Leverkusen – nicht seine Schließung.
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