Wenning: Bayer strategisch und operativ weiter auf Erfolgskurs Umsatz um 5,8 Prozent auf 7,072 Milliarden Euro gewachsen
EBITDA vor Sondereinflüssen um 11,2 Prozent auf 1,342 Milliarden Euro erhöht

EBIT vor Sondereinflüssen um 14,1 Prozent auf 928 Millionen Euro gesteigert
Konzern strebt für 2006 Verbesserung des bereinigten operativen Ergebnisses an / Neues Restrukturierungsprogramm bei Bayer CropScience aufgelegt

Archivmeldung aus dem Jahr 2006
Veröffentlicht: 29.08.2006 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern hat im 2. Quartal seine erfolgreiche Geschäftsentwicklung mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis fortgesetzt. Der Umsatz stieg im fortzuführenden Geschäft um 5,8 Prozent auf 7,072 (Vorjahr: 6,686) Milliarden Euro. Dazu trugen die Teilkonzerne HealthCare und MaterialScience bei, während das CropScience-Geschäft leicht unter Vorjahr lag. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 11,2 Prozent auf 1,342 (1,207) Milliarden Euro. "Bayer ist strategisch und operativ weiter auf Erfolgskurs - wie der erfreuliche Geschäftsverlauf im zweiten Quartal zeigt", erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning. "Auch für die künftige Entwicklung sind wir vor allem aufgrund der nachhaltigen Optimierung unseres Geschäftsportfolios weiter zuversichtlich." Für den Teilkonzern Bayer CropScience kündigte Wenning ein neues Restrukturierungsprogramm an, mit dem jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Euro erzielt werden sollen.

Auch strategisch war Bayer im 2. Quartal sehr erfolgreich. So gelang mit der Übernahme der Schering AG die bislang größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. Zudem setzt Bayer mit dem vereinbarten Verkauf der Division Diagnostika seine Strategie zur weiteren Fokussierung des HealthCare-Geschäfts konsequent um und konzentriert sich auf Arzneimittel für Mensch und Tier sowie auf konsumentennahe Produkte.

Im Konzernumsatz des 2. Quartals sind 144 Millionen Euro aus dem Schering-Geschäft enthalten, das ab dem 23. Juni in den Abschluss einbezogen wird. Dagegen wird die an Siemens veräußerte Division Diagnostika als nicht fortzuführendes Geschäft ausgewiesen. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte wuchs der Bayer-Umsatz im Zeitraum April bis Juni um 3,6 Prozent.

"Auch die Ertragskraft des Konzerns konnten wir weiter verbessern", erläuterte Wenning. In der bisherigen Konzernstruktur (ohne Schering, mit Diagnostika) stieg das EBITDA vor Sondereinflüssen im 2. Quartal um 7,6 Prozent auf 1,383 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 12,4 Prozent auf 958 Millionen Euro.

Noch deutlicher verbesserten sich die Ergebniskennzahlen im fortzuführenden Geschäft (mit Schering, ohne Diagnostika). Das bereinigte EBITDA wuchs vor allem dank der guten Entwicklung bei Bayer HealthCare um 11,2 Prozent auf 1,342 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen wurde um 14,1 Prozent auf 928 (813) Millionen Euro gesteigert.

Im 2. Quartal fielen Sonderaufwendungen von insgesamt 50 Millionen Euro an. Nach Sondereinflüssen nahm das EBITDA um 18,8 Prozent auf 1,308 (1,101) Milliarden Euro zu und das EBIT um 24,2 Prozent auf 878 (707) Millionen Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 11,3 Prozent auf 452 (406) Millionen Euro. Der Brutto-Cashflow stieg dank der guten Geschäftsentwicklung um 11,2 Prozent auf 964 (867) Millionen Euro. Dagegen verringerte sich der Netto-Cashflow infolge einer höheren Mittelbindung im Working Capital um 85 Millionen auf 895 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung zum 30. Juni 2006 lag vor allem aufgrund der Schering-Akquisition mit 19,9 Milliarden Euro um 14,2 Milliarden Euro über dem Wert zum 31. März 2006.

Auch bezogen auf das erste Halbjahr war die operative Entwicklung erfreulich. So stieg der Umsatz im fortzuführenden Geschäft um 8,5 Prozent auf 14,188 (13,072) Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA wurde um 8,3 Prozent auf 2,952 (2,727) Milliarden Euro gesteigert und das bereinigte EBIT um 10,1 Prozent auf 2,133 (1,937) Milliarden Euro. Das Konzernergebnis lag mit 1,052 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.

Bayer HealthCare bleibt stärkster Wachstumsmotor
Von allen drei Teilkonzernen erzielte Bayer HealthCare - wie bereits im 1. Quartal - den stärksten Umsatz- und Ergebniszuwachs. Im fortzuführenden Geschäft kletterten die Erlöse um 12,7 Prozent auf 2,257 Milliarden Euro. Das Segment Pharma steigerte den Umsatz sogar um 20,2 Prozent auf 1,188 Milliarden Euro. Darin sind Schering-Umsätze von 144 Millionen Euro für den Zeitraum 23. bis 30. Juni enthalten. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Umsatzwachstum von Pharma bei 9,0 Prozent. Das neue Berichtssegment Consumer Health steigerte die Erlöse um 5,3 Prozent auf 1,069 Milliarden Euro. Darin sind die Divisionen Consumer Care - also das Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln - sowie die Divisionen Diabetes Care und Animal Health zusammengefasst.

Das bereinigte EBITDA von Bayer HealthCare erhöhte sich im 2. Quartal um 27,4 Prozent auf 470 Millionen Euro. Das Schering-Geschäft leistete hierzu einen Ergebnisbeitrag von 30 Millionen Euro.

Anhaltend schwierige Marktverhältnisse bei Bayer CropScience
Im Teilkonzern Bayer CropScience ging der Umsatz angesichts des schwierigen Marktumfelds um 1,6 Prozent auf 1,578 Milliarden Euro zurück. Im Segment Crop Protection reduzierten sich die Erlöse um 3,7 Prozent auf 1,269 Milliarden Euro. Während die Umsätze in den Bereichen Herbizide und Seed Treatment nahezu auf Vorjahresniveau lagen, waren sie bei Insektiziden und Fungiziden rückläufig. Dazu trug unter anderem auch die Veräußerung einiger älterer Insektizid-Wirkstoffe im Jahr 2005 bei. Bei den Fungiziden wirkten sich eine in das 1. Quartal vorgezogene Nachfrage in den USA sowie die trockene Witterung in weiten Teilen Europas aus. Erfreulich entwickelte sich dagegen das Segment Environmental Science/BioScience, das den Umsatz um 8,0 Prozent auf 309 Millionen Euro steigerte.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer CropScience verbesserte sich im 2. Quartal vor allem dank der Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramme um 11,2 Prozent auf 368 Millionen Euro. Bezogen auf das 1. Halbjahr stieg das Ergebnis um 2,5 Prozent auf 919 Millionen Euro.

Bayer MaterialScience mit starkem Polyurethan-Geschäft
Der Teilkonzern Bayer MaterialScience setzte seine positive Entwicklung fort und erhöhte den Umsatz im 2. Quartal um 5,4 Prozent auf 2,883 Milliarden Euro. Dieser Anstieg beruht vor allem auf höheren Absatzmengen - insbesondere in den Business Units Polyurethanes sowie Coatings, Adhesives, Sealants. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Bayer MaterialScience lag mit 489 Millionen Euro um 3,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Dabei konnte ein vor allem preisbedingter Ergebnisrückgang im Segment Materials durch erfreuliche Zuwächse im Bereich Systems mehr als ausgeglichen werden.

Region Nordamerika erzielt kräftiges Umsatzplus
Einen wesentlichen Teil des Umsatzwachstums im 2. Quartal erzielte Bayer in Nordamerika, wo die Erlöse um 7,9 Prozent oder 140 Millionen auf 1,908 Milliarden Euro zunahmen. Besonders erfolgreich war hier das Pharmageschäft. In Europa erhöhte sich der Konzernumsatz um 4,0 Prozent auf 3,169 Milliarden Euro. Erfreulich entwickelten sich hier vor allem die Segmente Pharma und Systems. In Deutschland stieg der Umsatz zwar um 6,0 Prozent auf 1,126 Milliarden Euro, bereinigt um Portfolioeffekte ergab sich jedoch ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent. In Fernost/Ozeanien verbesserten sich die Erlöse um 4,2 Prozent auf 1,136 Milliarden Euro, in China betrug der Anstieg 22 Prozent. Die Region Lateinamerika/Afrika/ Nahost erzielte ein Plus von 10,0 Prozent auf 859 Millionen Euro.

Positive Geschäftsaussichten für das Gesamtjahr 2006
Für die bisherige Konzernstruktur (ohne Schering, mit Diagnostika) wird der Ausblick voll bestätigt. Danach sollen das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT und das bereinigte EBITDA leicht zunehmen. Zudem wird für die bereinigte EBITDA-Marge ein Wert von 19 Prozent angestrebt.

Noch optimistischer äußerte sich Wenning für das fortzuführende Geschäft. Hier sollen das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA sowie das bereinigte EBIT auch ohne Einbezug von Schering gesteigert werden. Die entsprechenden Vergleichswerte des Jahres 2005 (ohne Diagnostika) sind 4,787 Milliarden Euro für das bereinigte EBITDA sowie 3,158 Milliarden Euro für das bereinigte EBIT. Zusätzlich erwartet Bayer im 2. Halbjahr 2006 einen Schering-Beitrag zum bereinigten EBITDA in der Größenordnung von 600 Millionen Euro. Dabei sind nicht zahlungswirksame Ergebnisbelastungen aus der akquisitionsbedingten Aufwertung der Schering-Vorräte nicht enthalten. Dies stellt die Vergleichbarkeit künftiger Geschäftsjahre sicher.

Zudem hebt der Konzern das Ergebnisziel von Bayer HealthCare für 2006 an. Für den Teilkonzern wird nun im fortzuführenden Geschäft ohne Schering ein Wachstum des bereinigten EBIT von etwa 20 Prozent statt bisher mehr als 10 Prozent erwartet. Die entsprechende bereinigte EBITDA-Marge von Bayer HealthCare wird in der Größenordnung von 20 Prozent liegen.

Trotz eines deutlichen Anstiegs der Rohstoffkosten ist das Marktumfeld für das MaterialScience-Geschäft derzeit positiv. Der bisherige Geschäftsverlauf und die Aussichten für das 2. Halbjahr sind besser als erwartet, deshalb wird für diesen Teilkonzern jetzt ein bereinigtes EBIT bzw. EBITDA auf dem hervorragenden Niveau des Vorjahres angestrebt.

Bei Bayer CropScience erwartet das Unternehmen im Gesamtjahr 2006 rückläufige Umsätze. Aufgrund des schwierigen Marktumfelds ist jetzt davon auszugehen, dass die im Vorjahr erzielte bereinigte EBITDA-Marge des Teilkonzerns nicht gehalten werden kann.

Bayer CropScience plant Einsparungen von rund 300 Millionen Euro
Zur Verbesserung der Kostenstrukturen hat Bayer CropScience ein neues Maßnahmenprogramm aufgelegt, das bis 2009 weitgehend abgeschlossen sein und zu jährlichen Einsparungen in der Größenordnung von 300 Millionen Euro führen soll. Das neue Effizienzprogramm zielt in erster Linie darauf ab, die Infrastruktur- und Prozesskosten des Unternehmens in Bereichen wie Produktion und Supply Chain, Entwicklung und Vertrieb dauerhaft zu senken. Die geplanten Einsparungen sollen etwa zur Hälfte durch eine Konsolidierung von Produktionsstandorten und die Optimierung von Einkaufsleistungen sowie durch niedrigere Personalkosten erreicht werden.

Im Zuge des Programms ist vorgesehen, eine Reihe von Formulier- und Produktionsstandorten weltweit zu restrukturieren bzw. zu schließen und bis Ende 2009 im Unternehmen insgesamt etwa 1.500 Stellen abzubauen. Der Schwerpunkt der Personalmaßnahmen liegt in der Region Nordamerika.

Im Zusammenhang mit den Strukturmaßnahmen rechnet das Unternehmen mit einem zahlungswirksamen Sonderaufwand von rund 330 Millionen Euro. Darüber hinaus werden Sonderabschreibungen in Höhe von etwa 120 Millionen Euro erwartet. Diese Beträge sollen als Sondereffekte schwerpunktmäßig in den Jahren 2007 und 2008 erfasst werden. Per saldo erwartet Bayer CropScience ab 2008 positive Beiträge zum EBIT nach Sondereinflüssen.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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