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„Kollege“ Roboter unterstützt die Werksfeuerwehr

Neue Fahrzeuge für noch mehr Sicherheit
Veröffentlicht: 27.04.2006 // Quelle: Bayer

„Die Sicherheit der Chemieparkmitarbeiter und der Nachbarschaft hat für uns weiterhin oberste Priorität“, betonte Dr. Heinz Bahnmüller, Leiter des Bayer Chemieparks Leverkusen, am Mittwoch, 26. April 2006, anlässlich eines Pressetermins. Um auch weiterhin für den Fall der Fälle optimal gerüstet zu sein, investiert der Chemieparkbetreiber Bayer Industry Services rund vier Millionen Euro in den Ausbau des standortübergreifenden Fahrzeug- und Sicherheitskonzepts.

Die Gesamtinvestitionssumme umfasst die Anschaffung mehrerer Fahrzeuge und Geräte an den Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen. Sie werden vorrangig bei chemietypischen Einsätzen im Chemiepark eingesetzt, dienen aber auch zur Unterstützung im Rahmen von TUIS, dem Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem der deutschen chemischen Industrie. Unter dem Dach dieser bundesweiten Initiative leisten rund 130 Chemieunternehmen mit ihren Werkfeuerwehren und Fachleuten bei Transport- und Lagerunfällen mit chemischen Produkten schnelle, sachgerechte und unbürokratische Hilfe.

„Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, halten wir hochwertige Technik vor, mit der unsere Feuerwehrleute bei sämtlichen Einsätzen schnelle und schlagkräftige Hilfe leisten können“, erläuterte Dr. Hans Hagen, Leiter der Werkssicherheit im Bayer Chemiepark Leverkusen. Darüber hinaus stellt sich der Bereich zunehmend standortübergreifend auf. Hierzu gehört die Möglichkeit, mobile Einheiten jederzeit an andere Standorte zu verlegen und operatives Gerät der Werkfeuerwehren je nach Bedarf zusammenführen zu können. Hagen: „Mit der jetzigen Fahrzeugflotte ist dies gegeben. Somit nutzen wir Synergien und leisten einen Beitrag zur Effizienzsteigerung.“

Standortübergreifendes Sicherheitskonzept
Insgesamt werden im Jahr 2006 drei Gerätewagen Gefahrgut (für jeden Standort einer), ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug sowie ein Arzteinsatzfahrzeug am Standort Krefeld-Uerdingen, zwei Sonderlöschmittelfahrzeuge in Leverkusen und Dormagen sowie ein in Leverkusen stationierter Feuerwehrroboter, ein so genannter „Manipulator“, in Betrieb genommen. Ein Turbolöscher ergänzt ab 2007 den Fuhrpark in Dormagen. „Gemäß unserem standortübergreifenden Konzept stehen sämtliche Fahrzeuge bei Bedarf im gesamten Chemieparkverbund zu Verfügung“, so Hagen.

Ein Roboter als Tausendsassa
Ein Highlight in der neuen Fahrzeugflotte ist der „Manipulator“. Der Roboter ermöglicht es, über eine Funkfernsteuerung auch dann noch Einsatzaktivitäten durchzuführen, wenn Rettungsmaßnahmen durch Menschen beispielsweise wegen akuter Explosionsgefahr zu gefährlich wären. Der Tausendsassa kann unter anderem Hindernisse wie Treppen oder Rohrleitungen überwinden, Einsatzstellen ausleuchten und erkunden. Ausgerüstet mit einem Greifarm und verschiedenen Werkzeugen ist er in der Lage, Ventile zu öffnen und zu schließen, Leckagen abzudichten, Proben zu entnehmen, zu löschen und unter Druck stehende Behälter zu entspannen. Installierte Kameras übertragen Bild und Ton und ermöglichen den Brandschützern einen Einblick in die Einsatzstelle.

Der Roboter ist im Bayer Chemiepark Leverkusen stationiert, aber für Ereignisse an allen drei Niederrheinstandorten vorgesehen. Zusätzlich kann er bei TUIS-Einsätzen wichtige Hilfestellung leisten. 16 Mitarbeiter der Werkfeuerwehr sind jüngst ausführlich geschult worden, um den Feuerwehrroboter im Fall der Fälle fachkundig bedienen zu können.

Neue Fahrzeuge sorgen für Sicherheit und Effizienz
Die drei baugleichen Gerätewagen Gefahrgut ersetzen Altfahrzeuge. Ausgestattet mit innovativer Technik wie einem breiten Pumpensortiment und Schläuchen aus hochwertigen Chemiestoffen, eignen sich die 18,5 Tonnen schweren Spezialeinsatzfahrzeuge besonders beim Gefahrguteinsatz. Sie sind bestens in der Lage, bei Unfällen mit Gefahrgütern austretende Flüssigprodukte aufzufangen und umzupumpen sowie Leckagen abzudichten. Die Fahrzeuge sind rund zehn Meter lang und über drei Meter hoch.

Die beiden neuen Sonderlöschmittelfahrzeuge an den Standorten Leverkusen und Dormagen bevorraten neben dem üblichen ABC-Pulver als universelles Löschmittel zusätzlich Metallbrandlöschpulver sowie Kohlendioxid (CO2). Sie sind damit bestens zur Gefahrenabwehr in der chemischen Industrie geeignet. Bei einer Pulverwurfweite von bis zu 70 Metern können pro Sekunde 50 Kilogramm Löschpulver ausgestoßen werden. Die beiden 18-Tonner ersetzen insgesamt vier Altfahrzeuge.

Anfang 2007 wird der Fuhrpark der Niederrheinstandorte zudem durch einen so genannten Turbolöscher ergänzt, der in Dormagen stationiert, bei Bedarf aber auch in Leverkusen und Krefeld-Uerdingen eingesetzt wird. Das Löschfahrzeug ist mit zwei Flugzeugtriebwerken aus Alpha-Jets, wie sie auch die Bundeswehr nutzt, bestückt. Jede Düse kann mit einer Drehzahl von bis zu 22.000 Umdrehungen pro Minute laufen. Mit Hilfe dieses High-Tech-Fahrzeugs können Großbrände in Chemieanlagen schnell und massiv bekämpft, Anlagenteile gekühlt und Schadgaswolken niedergeschlagen werden. Die Funktionsweise ist einfach, aber wirkungsvoll: In den durch die Triebwerke produzierten Luftstrahl wird Wasser eingespritzt – bis zu 8.000 Liter pro Minute. Dabei entsteht ein Wassernebel, der eine Fläche von 3.500 Quadratmetern abdecken kann und bis zu 150 Meter weit reicht.


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