Stadtplan Leverkusen
21.09.2005 (Quelle: Bayer 04)
<< "Von Anfang an Vollgas geben"   Bayer 04 hat sich heute von Cheftrainer Klaus Augenthaler getrennt >>

Dankbar - und doch Trennung


In seiner Kolumne "In eigener Sache" nimmt Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser Stellung zur Trennung von Klaus Augenthaler.

Es gibt ganz bestimmt schönere Augenblicke im Leben als Trennung. Vor allem dann, wenn man sich von jemandem trennen muss, dem man eigentlich zu Dank verpflichtet ist und den man darüber hinaus auch ganz persönlich noch sehr schätzt. Ja, wir müssen Klaus Augenthaler Dank dafür sagen, dass er Bayer 04 in der Saison 2002/2003 in höchster Not und in letzter Sekunde vor dem Abstieg bewahrt und anschließend in die Champions League geführt hat. Und: Ja, ich habe Klaus Augenthaler ganz persönlich als einen „feinen Kerl“ kennen und schätzen gelernt - wie viele andere auch in und um Leverkusen. Er war und ist halt ein liebenswerter „Grantler“.

Trotzdem war die Entscheidung sich von Klaus Augenthaler zu trennen und die Führung der Mannschaft bis zur Verpflichtung eines neuen Trainers auf Rudi Völler zu übertragen - der diese Aufgabe dankenswerter Weise übernommen hat - richtig! Ja - sie war sogar unumgänglich!

Rudi Völler und ich waren einhellig der Meinung, dass es ein Signal geben muss, das zu einem Ruck durch die Mannschaft führt. So wie es ein Signal und einen Ruck gegeben hat, als wir im März dieses Jahres weiter auf Klaus Augenthaler gesetzt und seinen Vertrag vorzeitig verlängert haben. Auch mit dem Risiko, eventuell doch keinen internationalen Wettbewerb zu erreichen. Der Erfolg gab uns damals Recht. Wir sind im UEFA-Pokal - und dürfen diesen für den Verein so wichtigen Wettbewerb nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Reißleine ziehen heißt dieser Vorgang salopp ausgedrückt. Und wir mussten die Reißleine ziehen, wollten wir nicht schon frühzeitig in den negativen Strudel geraten, aus dem wir uns unter der Regie von Klaus Toppmöller in der Saison 2002/2003 erst so spät - fast zu spät - befreien konnten. Diesen Fehler wollten und konnten wir nicht noch ein weiteres Mal machen.

Ursachen-Forschung darüber zu betreiben, ob der Trainer der wirklich Schuldige am momentanen Leistungsstand der Mannschaft ist oder nicht, ist müßig. Natürlich haben wir uns zu Beginn der Saison von einigen Spielern getrennt - vor allem von so genannten Ergänzungsspielern. Wir haben aber auch die wichtigsten Spieler gehalten und auf bestimmten Positionen gleichwertigen oder hochwertigeren Ersatz geholt. Und das - ob Abgänge oder Zugänge - in enger Absprache und mit jeweils ausdrücklicher Zustimmung von Klaus Augenthaler.

Es ist darüber hinaus auch ein „Märchen“, wenn hier und da die Rede davon ist, die Bayer AG, habe den „Geldhahn“ zumindest etwas zugedreht. Tatsache ist: Die Bayer AG ist und bleibt der verlässlichste Partner. Nach wie vor erhalten wir vom Unternehmen die gleichen Beträge wie bisher. Es sind vielmehr die Mindereinnahmen aus geringeren Fernsehgeldern oder auch die geringeren Vermarktungserlöse der Champions League - die erst in der kommenden Saison wieder die Höhe der Jahre 2001/2002 erreichen.

Diese Mindereinnahmen haben dazu geführt, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen - wie übrigens alle Bundesligisten auch. Umso wichtiger ist es natürlich, dass wir den jetzt erreichten internationalen Wettbewerb nicht vorzeitig verlassen müssen, und dass wir auch für diese Spielzeit einen Platz erringen, der zur internationalen Teilnahme berechtigt.

Nach wie vor gilt: Der Kader ist so mit internationalen Spitzenkräften durchsetzt, dass höhere Ziele im ganz normalen Bereich liegen. Es bedarf jetzt jeder Anstrengung, die gesteckten Ziele auch zu erreichen. Und ich hoffe, dass auch die Mannschaft das Signal richtig deutet. Und ich hoffe auch, dass die Spieler die Rufe der Fans beim Spiel gegen ZSKA Sofia wohl gehört haben: „Wir wollen Euch kämpfen sehen“. Wohl wahr!

Doch bei aller Kritikfähigkeit - und wer sich so in die Öffentlichkeit begibt wie der Profi-Fußball, der muss Kritik einstecken können -, manchmal geht die „Begleitung“ durch die Medien doch zu weit. Wenn Deutschlands größte Boulevard-Zeitung Bayer 04 in einer Überschrift als „Sauhaufen Leverkusen“ betitelt, dann geht dies entschieden zu weit.

Denn nach wie vor ist Bayer 04 eine Mannschaft, die von vielen Anhängern geschätzt und gemocht wird. Und die werden sich alle negativ berührt fühlen, wenn man sie als Anhänger eines „Sauhaufens“ betitelt... auch wenn ein Trainer vorzeitig beurlaubt werden musste, wie es schon unter anderen Konstellationen der Vereinsführung mehrmals der Fall war.

Übrigens: Ein neuer Trainer steht noch nicht fest. Viele Namen werden „gehandelt“. Gerüchte. Wir werden gemeinsam mit allen Verantwortlichen der Bayer 04 Fußball GmbH die richtige Lösung suchen und finden. Mit Bedacht und ohne Hektik...


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Letzte Änderung am 20.06.2014 09:30 von leverkusen.
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