Bayer-Zwischenbericht
Starke Umsatz- und Ergebnisentwicklung im 1. Quartal

- Jahresprognose für Bayer HealthCare angehoben / - Konzern-Ausblick für 2005 bekräftigt

Archivmeldung aus dem Jahr 2005
Veröffentlicht: 10.05.2005 // Quelle: Bayer

In einem starken 1. Quartal hat der Bayer-Konzern bei Umsatz und Gewinn deutliche Zuwächse erzielt. Dazu trugen alle Teilkonzerne bei, wie das Unternehmen am Dienstag bei der Vorlage des Zwischenberichts über die ersten drei Monate bekannt gab. Angesichts der sehr erfreulichen Geschäftsentwicklung bekräftigte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning noch einmal die Prognosen für das Gesamtjahr 2005. Danach erwartet Bayer einen Konzernumsatz von über 25 Milliarden Euro. Das entspricht einem währungs- und portfoliobereinigten Zuwachs um mehr als 5 Prozent. Für das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT rechnet das Unternehmen mit einer Verbesserung in der Größenordnung von 20 Prozent. "Wir sehen der weiteren Entwicklung mit Optimismus entgegen", erklärte Wenning.

Die Aussichten für den Teilkonzern Bayer HealthCare haben sich seit Jahresbeginn spürbar verbessert. So profitierte das Geschäft von einer starken Grippesaison im 1. Quartal. Zugleich wurden Einsparungen bei Pharma und Synergien bei Consumer Care früher realisiert als geplant. "Wir erhöhen deshalb unsere Jahresprognose für das HealthCare-Geschäft und gehen nun davon aus, dass das um Sondereinflüsse bereinigte EBIT über dem Niveau des Vorjahres liegen wird", führte der Vorstandsvorsitzende aus.

Unverändert optimistisch zeigte sich Wenning zu den Aussichten von Bayer MaterialScience: Hier sei nach wie vor von einer erheblichen Steigerung des bereinigten EBIT auszugehen, auch wenn die weitere Entwicklung der Konjunktur und der Rohstoffpreise abzuwarten bleibe. Bayer CropScience rechnet ebenfalls weiter mit einem deutlichen Zuwachs des bereinigten EBIT.

Das Umsatzwachstum in den ersten drei Monaten war nicht nur auf Mengen-, sondern vor allem auch auf Preissteigerungen und Portfolioveränderungen zurückzuführen. Der Konzernumsatz stieg um 15,7 Prozent auf 6,704 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt entsprach das einem Plus von 9,3 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 27,3 Prozent auf 1,575 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) stieg um 50,1 Prozent auf 1,142 Milliarden Euro.

In den negativen Sondereinflüssen von insgesamt 138 (Vorjahr: 7) Millionen Euro sind einmalige Aufwendungen von 94 Millionen Euro aus der Auflösung der Co-Promotion-Vereinbarung für Levitra® mit GlaxoSmithKline sowie Kosten für die Integration des von Roche erworbenen Consumer-Health-Geschäfts von 21 Millionen Euro enthalten. Nach Abzug der Sondereinflüsse erhöhte sich das EBITDA um 16,8 Prozent auf 1,437 Milliarden Euro und das EBIT um 33,2 Prozent auf 1,004 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis, das auch das Nettoergebnis des nicht fortzuführenden Geschäfts von 52 Millionen Euro enthält, verbesserte sich um 55,6 Prozent auf 652 Millionen Euro. Der Brutto-Cashflow stieg um 27,0 Prozent auf 1,101 Milliarden Euro. Die Netto-Verschuldung erhöhte sich im Wesentlichen durch den Erwerb des Consumer-Health-Geschäfts von Roche auf 7,115 Milliarden Euro.

Der Teilkonzern Bayer HealthCare steigerte seinen Umsatz im 1. Quartal dank der Akquisition des Consumer-Health-Geschäfts von Roche um 5,1 Prozent auf 2,135 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt reduzierten sich die Erlöse erwartungsgemäß um 5,1 Prozent, vor allem wegen des Patentablaufs des Antibiotikums Cipro® in den USA. Das bereinigte EBIT verbesserte sich um 8,6 Prozent auf 302 Millionen Euro. Dies war insbesondere auf die positive Entwicklung im Segment Pharma / Biologische Produkte zurückzuführen. Hier stieg das bereinigte EBIT unter anderem wegen der Vermarktungs- und Vertriebskooperation mit Schering-Plough in den USA sowie der Einsparungen bei Forschung und Entwicklung. Erfreulich war die Ergebnisentwicklung auch bei Animal Health und Diabetes Care / Diagnostika. Das bereinigte EBIT bei Consumer Care ging dagegen leicht zurück. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Ergebnis dieses Segments durch die Vorratsbewertung im Rahmen der Erstkonsolidierung des Roche-Geschäfts belastet war.

Bei Bayer CropScience lag der Umsatz mit 1,744 Milliarden Euro um 0,7 Prozent leicht über Vorjahr. Im Segment Crop Protection stand einem Umsatzrückgang bei den Insektiziden die positive Entwicklung bei Seed Treatment und den Fungiziden gegenüber. Das Geschäftsfeld Herbizide lag auf Vorjahresniveau. Im Segment Environmental Science / Bio Science erhöhten sich die Erlöse dank der positiven Entwicklung bei Bio Science. Das bereinigte EBIT von Bayer CropScience verbesserte sich um 11,6 Prozent auf 423 Millionen Euro. Hierzu trug auch der Wegfall der planmäßigen Goodwill-Abschreibungen bei.

Besonders erfreulich verlief die Entwicklung im 1. Quartal bei Bayer MaterialScience. Mit einem Plus von 35,5 Prozent auf 2,544 Milliarden Euro erzielte der Teilkonzern das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum. Hauptwachstumstreiber waren das Polycarbonat Makrolon®, der Polyurethan-Rohstoff MDI und das Geschäft von H. C. Starck, wobei jeweils nicht nur die Absatzmengen gesteigert, sondern auch Preiserhöhungen durchgesetzt werden konnten. Das EBIT verdreifachte sich auf 406 Millionen Euro.

Den kräftigsten Umsatzanstieg erzielte Bayer in der Region Europa, wo die Erlöse vor allem wegen der Zuwächse bei Bayer MaterialScience und der Übernahme des Consumer-Health-Geschäfts von Roche um 23,6 Prozent auf 3,109 Milliarden Euro zulegten. In Deutschland stieg der Konzernumsatz um 31,0 Prozent auf 1,030 Milliarden Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass seit der Abspaltung von Lanxess die Umsätze mit der früheren Bayer-Tochter jetzt als Außenumsatz ausgewiesen werden. Bereinigt um diesen Effekt sowie die zusätzlichen Umsätze mit den von Roche erworbenen Produkten lag der Anstieg in Deutschland bei etwa 10 Prozent.

In Nordamerika stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 8,1 Prozent auf 1,783 Milliarden Euro. Dabei standen dem Umsatzrückgang bei Cipro® eine anhaltend hohe Nachfrage im Industrie- sowie ein gutes Pflanzenschutzgeschäft in den USA gegenüber. In der Region Fernost konnte Bayer MaterialScience mit besonders hohen Wachstumsraten aufwarten, allein in China mit über 60 Prozent. Das HealthCare-Geschäft verzeichnete ebenfalls eine positive Entwicklung vor allem in Japan, während die Umsätze von CropScience rückläufig waren. Insgesamt wuchs der Bayer-Umsatz in Fernost / Ozeanien währungsbereinigt um 18,9 Prozent auf 1,038 Milliarden Euro. In Lateinamerika / Afrika / Nahost stiegen die Erlöse dank der guten Marktentwicklung vor allem im Industriebereich währungsbereinigt um 15,1 Prozent auf 774 Millionen Euro.

Die Zahl der Mitarbeiter lag zum 31. März bei 93.300 gegenüber 92.500 vor Jahresfrist. Im Vergleich zum Jahresende erhöhte sich der Personalbestand um 1.600. Hierbei stand dem Weggang von Beschäftigten vor allem in den USA im Zusammenhang mit der Schering-Plough-Allianz im Wesentlichen der Zugang der Roche-Mitarbeiter gegenüber.

Aufgrund von Veränderungen im Konzernportfolio und neuen Bilanzierungsvorschriften nach IFRS ist im Geschäftsjahr 2005 eine Reihe von Besonderheiten zu beachten. Diese sind im Aktionärsbrief ausführlich dargestellt. Eine wesentliche Änderung besteht darin, dass im Abschluss primär das fortzuführende Geschäft (Continuing Operations) dargestellt wird. Nicht fortgeführte Geschäfte werden in der Gewinn- und Verlustrechung nur noch im Ergebnis nach Steuern gezeigt. Alle Kommentierungen und zukunftsgerichteten Aussagen beziehen sich daher, sofern nicht ausdrücklich auf Discontinued Operations Bezug genommen wird, auf das fortzuführende Geschäft.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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