Bayer erneut mit Umsatz- und Ergebnisplus

Umsatz um 16,1 Prozent auf 8,581 Milliarden Euro gewachsen / EBITDA vor Sondereinflüssen um 10,5 Prozent auf 1,656 Milliarden Euro erhöht
Bereinigtes Ergebnis je Aktie um 21,8 Prozent auf 0,95 Euro verbessert

Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 28.10.2010 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern hat im 3. Quartal 2010 ein deutliches Plus bei Umsatz und bereinigtem Ergebnis erzielt. "Wir sind zufrieden, dass wir im 3. Quartal gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten, und wir bleiben für das Jahr 2010 zuversichtlich", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Donnerstag anlässlich der Vorlage des Zwischenberichts. Zu der positiven Geschäftsentwicklung in den Monaten Juli bis September trug insbesondere MaterialScience bei. Auch CropScience weitete das Geschäft aus und steigerte die operative Performance. HealthCare blieb bei stabilem Umsatz leicht hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Währungseffekte wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus - insbesondere bei HealthCare und CropScience.

Der Konzernumsatz wuchs im 3. Quartal um 16,1 Prozent auf 8,581 (Vorjahr: 7,392) Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entspricht das einer Steigerung um 8,4 Prozent. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 10,5 Prozent auf 1,656 (1,499) Milliarden Euro. Hierzu trugen vor allem der kräftige Ergebnisanstieg bei MaterialScience sowie positive Währungseffekte bei. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen stieg um 18,5 Prozent auf 992 (837) Millionen Euro.

Consumer Health mit Zuwächsen in allen Regionen
Im Gesundheitsgeschäft stieg der Umsatz im 3. Quartal um 8,5 Prozent auf 4,271 (3,936) Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einer Steigerung von 0,9 Prozent.

Im Segment Pharma stieg der Umsatz um 7,2 (wpb. 0,0) Prozent auf 2,732 Milliarden Euro. Dabei standen der deutlichen Geschäftsausweitung in den Schwellenländern negative Effekte aus den Gesundheitsreformen verschiedener Länder sowie stark rückläufige Umsätze in Nordamerika gegenüber. Diese resultierten im Wesentlichen aus erheblichen Umsatzeinbußen beim oralen Kontrazeptivum YAZ® aufgrund der Generika-Konkurrenz in den USA. Unter Herausrechnung der YAZ®-Umsätze in den USA lag der Pharma-Umsatz wpb. um 4,4 Prozent über Vorjahr. Unter den Top-Produkten entwickelte sich die Hormonspirale Mirena® mit einem währungsbereinigten (wb.) Plus von 20,7 Prozent besonders erfreulich. Deutliche Zuwächse erzielten auch das Blutermedikament Kogenate® mit wb. 6,9 Prozent, Aspirin® Cardio zur Herzinfarktprävention mit wb. 12,8 Prozent und Levitra® zur Behandlung der erektilen Dysfunktion mit wb. plus 9,4 Prozent. Der Umsatz des Multiple-Sklerose-Medikaments Betaferon®/Betaseron® konnte mit wb. plus 1,2 Prozent leicht ausgeweitet werden.

Der Umsatz im Segment Consumer Health verbesserte sich im 3. Quartal um 10,9 (wpb. 2,6) Prozent auf 1,539 Milliarden Euro. Zu diesem Wachstum trugen alle Regionen bei. Im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) entwickelten sich vor allem die Umsätze in Nordamerika sehr erfreulich. Unter den Top-Produkten erzielten die Nahrungsergänzungsmittel der One-A-Day®-Familie mit wb. plus 20,3 Prozent die höchsten Zuwächse. Auch die Schmerzmittel Aleve® und Aspirin® legten mit wb. 18,2 und wb. 3,4 Prozent zu. Die Hautpflegemittel Bepanthen®/Bepanthol® verbesserten sich wb. um 14,3 Prozent. Die Division Medical Care verzeichnete eine negative Entwicklung auf dem Diabetes-Care-Markt in den USA, die auch den Umsatz der Blutzucker-Messsysteme Contour® belastete. Insgesamt gingen die Erlöse dieser Produktlinie wb. um 6,5 Prozent zurück. Die Division Animal Health profitierte unter anderem vom Erfolg der Advantage®-Produktlinie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln. Diese erzielten ein Umsatzplus von wb. 7,5 Prozent.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von HealthCare verringerte sich um 3,7 Prozent auf 1,099 (1,141) Milliarden Euro. Ursache waren höhere Vertriebskosten in beiden Segmenten. Hinzu kamen gestiegene Investitionen in Forschung und Entwicklung. Währungseffekte wirkten sich hingegen positiv auf das Ergebnis aus.

Solides Quartal für CropScience
In einem deutlich positiveren Marktumfeld steigerte CropScience den Umsatz im 3. Quartal um 17,6 (wpb. 8,3) Prozent auf 1,341 (1,140) Milliarden Euro. Die erhöhte Nachfrage war auf signifikant niedrigere Bestände in den Distributionskanälen sowie höhere Preise für Agrarrohstoffe zurückzuführen. Dabei konnte das Preisniveau des Vorjahresquartals annähernd gehalten werden.

Im Pflanzenschutzgeschäft (Crop Protection) nahm der Umsatz um 16,1 (wb. 7,4) Prozent auf 1,130 Milliarden Euro zu. Hier standen deutliche Zuwächse bei Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden einem Rückgang bei den Saatgutbehandlungsmitteln vor allem in Frankreich und Deutschland gegenüber. In Nordamerika stieg der Crop-Protection-Umsatz dank einer guten Entwicklung aller Geschäftsfelder gegenüber dem ungewöhnlich schwachen Vorjahresquartal um wb. 49,1 Prozent. Auch in den Regionen Asien/Pazifik und Lateinamerika/Afrika/Nahost wurde das Geschäft ausgeweitet - und zwar um wb. 5,2 Prozent bzw. wb. 6,8 Prozent. In Europa gingen die Erlöse dagegen wb. um 3,1 Prozent zurück.

Im Segment Environmental Science/BioScience legte der Umsatz um 26,3 (wpb. 13,5) Prozent auf 211 Millionen Euro zu. Der Geschäftsbereich Environmental Science lag wb. um 3,5 Prozent unter Vorjahr. Hier verlief vor allem das Geschäft mit Produkten für private Anwender in den USA aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen schwächer. Der Geschäftsbereich BioScience erzielte ein Umsatzplus von wpb. 52,7 Prozent - in erster Linie bedingt durch kräftige Zuwächse mit Gemüsesaatgut. Zudem trugen signifikant höhere Umsätze in der Kultur Baumwolle sowie die Umsatzzuwächse in den Kulturen Raps und Reis wesentlich zur Geschäftsausweitung bei.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von CropScience kletterte um 16,7 Prozent auf 126 (108) Millionen Euro. Ursache hierfür waren vor allem der Geschäftszuwachs bei Crop Protection sowie positive Währungseffekte. Der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten im Bereich BioScience konnte mehr als ausgeglichen werden.

Erhebliche Umsatz- und Ergebnissteigerung bei MaterialScience
Das Geschäft mit hochwertigen Materialien verbesserte sich im Vergleich zum konjunkturbedingt schwachen Vorjahresquartal deutlich. Der Umsatz von MaterialScience stieg um 30,8 (wb. 23,0) Prozent auf 2,665 (2,038) Milliarden Euro. Dies war vor allem auf die signifikant gestiegene Nachfrage in den Hauptabnehmerbranchen zurückzuführen. Darüber hinaus konnten die Verkaufspreise insgesamt deutlich angehoben werden.

Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethane) expandierte um wb. 22,7 Prozent. Dies war auf erhebliche Mengenausweitungen in allen Produktgruppen und Regionen zurückzuführen. Am stärksten nahm der Absatz in Asien/Pazifik zu. Ähnlich war die Entwicklung in der Region Europa, die im Vorjahr noch deutlich durch die Wirtschaftskrise belastet war. Die hochwertigen Kunststoffe (Polycarbonat) entwickelten sich mit einem Plus von wb. 28,7 Prozent ebenfalls sehr erfreulich. Das Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten wuchs um wb. 17,6 Prozent. Hierzu trugen im Wesentlichen signifikante Mengensteigerungen in allen Produktgruppen und Regionen bei, wobei die Nachfrage insbesondere in Asien/Pazifik und Europa spürbar anzog.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von MaterialScience verbesserte sich erheblich und erreichte 409 (238) Millionen Euro. Ausschlaggebend hierfür waren neben den signifikant gestiegenen Absatzmengen und den höheren Verkaufspreisen auch die erzielten Effizienzsteigerungen. Belastend wirkten sich allerdings die gestiegenen Rohstoffkosten auf das Ergebnis aus.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA gebildet
Das 3. Quartal war durch Sonderaufwendungen von insgesamt 436 (191) Millionen Euro belastet. Diese resultierten aus Rechtsfällen in den USA. Auf CropScience entfielen 386 Millionen Euro im Wesentlichen für ein angestrebtes Vergleichsprogramm im Zusammenhang mit Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen (LL RICE). Darüber hinaus wurden bei HealthCare 50 Millionen Euro für weitere erwartete Verteidigungskosten bei YAZ®/Yasmin® berücksichtigt. Das EBIT des Bayer-Konzerns verringerte sich um 13,9 Prozent auf 556 (646) Millionen Euro.

Das Finanzergebnis lag mit minus 267 (minus 262) Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Der Steueraufwand des 3. Quartals belief sich - bedingt durch die regionale Ergebnisverteilung - auf lediglich 4 (135) Millionen Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 12,4 Prozent auf 280 (249) Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 21,8 Prozent auf 0,95 (0,78) Euro.

Der Brutto-Cashflow lag mit 0,879 (1,172) Milliarden Euro um 25,0 Prozent unter Vorjahr. Ursache hierfür waren insbesondere die bilanziellen Vorsorgen für Rechtsfälle, die sich jedoch noch nicht auf den Netto-Cashflow auswirkten: Dieser verbesserte sich um 2,5 Prozent auf 1,555 (1,517) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung wurde deutlich von 10,7 Milliarden auf 9,1 Milliarden Euro zurückgeführt.

Kräftiges Wachstum im Dreivierteljahr
In den ersten 9 Monaten 2010 steigerte der Bayer-Konzern Umsatz und Ergebnis - insbesondere dank der signifikanten Erholung bei MaterialScience und positiver Währungseffekte - deutlich. Der Umsatz stieg um 11,9 (wpb. 7,9) Prozent auf 26,076 (23,296) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 10,7 Prozent auf 5,491 (4,959) Milliarden Euro und das EBIT vor Sondereinflüssen um 19,3 Prozent auf 3,526 (2,955) Milliarden Euro. Das EBIT wuchs um 4,5 Prozent auf 2,758 (2,640) Milliarden Euro und das Konzernergebnis um 24,2 Prozent auf 1,498 (1,206) Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie legte um 20,4 Prozent auf 3,30 (2,74) Euro zu.

Anhaltende Zuversicht für das Gesamtjahr 2010
Für das Jahr 2010 bleibt Bayer zuversichtlich und bestätigt die Jahresprognose für den Konzern. Das Unternehmen will den Umsatz währungs- und portfoliobereinigt weiterhin um mehr als 5 Prozent erhöhen. Für das EBITDA vor Sondereinflüssen ist unverändert eine Steigerung auf mehr als 7 Milliarden Euro geplant. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie erwartet der Konzern nach wie vor einen Anstieg um mehr als 15 Prozent. Den Einschätzungen liegen die Währungsverhältnisse zum Ende des 3. Quartals 2010 zugrunde.

HealthCare erwartet einen leichten Anstieg des um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigten Umsatzes. Bei Pharma rechnet der Teilkonzern mit währungs- und portfoliobereinigten Umsätzen auf Vorjahresniveau. Für Consumer Health ist weiter geplant, stärker zu wachsen als der Markt. HealthCare strebt weiterhin ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBITDA zumindest auf dem Niveau des Vorjahres an. Aufgrund des bisherigen Geschäftsverlaufs und des sich aufwertenden Euros hält das Unternehmen dies allerdings für ambitioniert.

Im derzeit positiven Marktumfeld plant CropScience, den Umsatz im 4. Quartal auf währungs- und portfoliobereinigter Basis gegenüber dem Vorjahr auszubauen. Vor dem Hintergrund des schwachen 1. Halbjahres geht der Teilkonzern für das Gesamtjahr jedoch weiter von einem leichten Umsatzrückgang aus. Beim um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA ist auf Jahresbasis ein erheblicher Rückgang zu erwarten.

MaterialScience ist auch für den weiteren Jahresverlauf optimistisch. Für das saisonal schwächere Schlussquartal geht der Teilkonzern davon aus, dass Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen zwar deutlich unter dem starken 3. Quartal 2010, jedoch signifikant über dem vergleichbaren Vorjahresquartal liegen werden. Bezogen auf das Geschäftsjahr 2010 erwartet der Teilkonzern einen Umsatz in der Größenordnung von 10 Milliarden Euro und ein EBITDA vor Sondereinflüssen von über 1,3 Milliarden Euro. Damit würde das Vorjahresergebnis in etwa verdreifacht. Insgesamt hat sich das MaterialScience-Geschäft eindrucksvoll und schneller erholt als erwartet. Die ursprüngliche Zielsetzung für MaterialScience, 2012 im Umsatz wieder auf Vorkrisenniveau zu liegen, wird damit wesentlich früher erreicht als geplant.

"Mit den aktuellen Herausforderungen - vor allem bei HealthCare und CropScience - werden wir uns intensiv befassen müssen", sagte Dekkers. Bayer sei jedoch nicht nur für das laufende Jahr zuversichtlich. "Auch langfristig sehen wir sehr gute Perspektiven für unser Geschäft", fasste der Vorstandsvorsitzende zusammen.


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