Regionale Klimavorsorgestrategie


Archivmeldung aus dem Jahr 2019
Veröffentlicht: 09.06.2019 // Quelle: Internet Initiative

Am Mittwoch fand die Abschluss- und Transferveranstaltung des strategischen Projektes „Klimawandelvorsorgestrategie (KWVS)“ im Forum statt.

Im Rahmen der Veranstaltung, die sich an Kommunen, Verbände, Behörden, Kammern und die politischen Mandatsträger aus der Region Köln/Bonn richtete, wurde über den Stand der Klimawandelvorsorgestrategie informiert. Hierzu wurde die Planhinweiskarte als wesentliches Ergebnis der Klimawandelvorsorgestrategie vorgestellt sowie die Planhinweiskategorien und Handlungsempfehlungen erläutert.
In der Veranstaltung sollte gemeinsam mit Akteuren aus der Region und den Kommunen ausgelotet werden, wie eine konkrete Umsetzung der Klimawandelvorsorge insbesondere auf kommunaler Ebene erfolgen kann.

Manuskript des Bürgermeisters Bernhard Marewski:
"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich heiße Sie im Namen der Stadt Leverkusen hier im Forum herzlich willkommen. Als besondere Gäste möchte ich begrüßen ...
Herrn Viktor Haase, der das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vertritt, sowie
Herrn Udo Kotzea von der Bezirksregierung Köln.
Ebenso willkommen heiße ich Herrn Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Region Köln/ Bonn e.V. und damit auch Träger des Projektes „Regionale Klimawandelvorsorgestrategie“

Fridays for Future!“ ... an Freitagen ist es inzwischen ein bekanntes Bild in vielen Innenstädten: Schülerinnen und Schüler demonstrieren. „Wir streiken für mehr Klimaschutz“, so heißt es auf der Webseite > www.fridaysforfuture.de <Weiter heißt es: „Die Klimakrise ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein und für die Fehler der vorhergehenden Generationen büßen...“ Gefordert wird eine „Priorisierung des Klimaschutzes“ und - weil „die Politik diese kaum wahrnehme“ -, so wird erklärt, sei „man gezwungen, weiter zu streiken, bis gehandelt wird!“ ... Verzicht auf Lernen im Unterricht – aus Protest.

Mir ist bewusst, dass mein Eingangsstatement nicht populär ist.

Ich erlaube mir trotzdem einige Bemerkungen

  • dies als ehemaliger Gymnasiallehrer, der in über 40 Jahren im Erdkundeunterricht ganz bewusst Themen wie Umweltschutz und Klima / Klimawandel behandelt hat ... und
  • dies auch als Kommunalpolitiker, für den aus der Berufserfahrung heraus diese Themen auch in der politischen Arbeit der zurückliegenden 30 Jahre stets wichtig waren und sind.

    Ich wehre mich gegen den pauschalen Vorwurf, wir „Älteren“ würden den Klimaschutz nicht ernst nehmen.

    Das tun wir schon deshalb nicht, weil wir Kinder haben, auch Enkelkinder. Die haben wir sehr wohl verantwortungsbewusst im Blick, weil wir wissen, dass unsere Nachkommen unsere Zukunft sind.Klimawandel ist, was wir hier im Lande alle - jung wie alt - selbst unmittelbar wahrnehmen, ... z.B. Trockenheit, Unwetter, Hochwässer ... in z.T. bislang nicht bekannten Ausmaßen.

    Wir alle wissen, dass dieser Wandel uns alle angeht, dass wir alle unser eigenes Handeln auf Klimawirksamkeit zu prüfen haben - jeder Einzelne für sich - ... und dass wir alle bewusst oder noch bewusster handeln müssen. Ja, es gibt bei Handelnden in Politik und Gesellschaft durchaus Erkenntnisprobleme, was die Klimakrise anbelangt. Dem muss man nachgehen, selbstverständlich.Es gibt aber bei den jungen Menschen - durchaus auch Kenntnisprobleme über das, was in Politik und Gesellschaft im Klimaschutz bisher geleistet wurde und welche Themen man heutzutage aktiv und erfolgreich verfolgt ... und es gibt - durchaus auch Kenntnisprobleme, wie man als junger Mensch sich durch aktives Handeln unmittelbar einbringen kann, sich selbst mit beteiligen kann an positiven Veränderungen zum Wohle aller . Auf der Webseite > www.fridaysforfuture.de < fand ich folgendes Zitat, das der 16 -jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg zugeschrieben wird:
    "Warum sollte ich für eine Zukunft lernen, die bald nicht mehr sein wird, wenn niemand etwas tut, um diese Zukunft zu retten?"
    ( “Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?” )

    Sollte das Zitat so stimmen, so kann ich als Geograph, als Pädagoge, als Vater und Großvater den Fridays-Schülerinnen und -Schülern nur zurufen:Geht in die Schule und fordert Eure Lehrerinnen und Lehrer heraus, Euch das richtige Rüstzeug für Eure Zukunft zu vermitteln, ... fordert die Behandlung des Klimawandels im Unterricht verschiedener Fachbereiche, ... veranstaltet Workshops, ... arbeitet an Projekten, ... handelt und gestaltet selbst! ... und bestimmt so mit, wie unsere gemeinsame Zukunft aussehen soll oder aussehen muss. „Schulstreik für das Klima“ bzw. der heute gängige Begriff „Fridays for Future“ hat eine „Geschichte“ von etwa 10 Monaten.Ernsthafte Bemühungen, den von Menschen zu verantwortenden Klimawandel in den Griff zu bekommen und gegenzusteuern, gibt es aber schon seit Jahrzehnten.Und diese Bemühungen sind dringender denn je ... und selbstverständlich auch entsprechende Handlungsweisen. Klimawandel ist eine globale Herausforderung.Niemand kann und darf sich dieser Herausforderung entziehen ... in unserer „Einen Welt “. Alle Länder, alle Regionen, alle Städte und Gemeinden sind verpflichtet, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.Und zu solchen Beiträgen gehört auch die ... Regionale Kli mawandelvorsorgestrategie für die Region Köln/Bonn. Dieser Prozess begann im Jahr 2016 - vor drei Jahren, also lange vor Beginn von „Fridays for Future“ - ... er mündet heute mit der Präsentation der Ergebnisse in dieser Abschlussveranstaltung. „Klimawandelvorsorgestrategie“ ... ein etwas sperriger Begriff, der allerdings in der Zusammensetzung „Klimawandel“ - „Vorsorge“ - „Strategie“ ganz deutlich werden lässt:
    1.) Der „ Klimawandel“ ist erkannt und in seiner Wirkung bewusst,
    2.) es muss notwendigerweise „Vorsorge“ für unsere gemeinsame Zukunft getroffen werden, konkret und beginnend in und für die Region, in der wir leben und
    3.) dazu braucht es eine „Strategie“ vernünftigen Handelns.Es ist einfach zu for dern: „Auf allen Ebenen sofort handeln!“ ... wenn man denn sicher wüsste: „Wie“ . Ich empfehle den jungen Menschen - aber nicht nur diesen ! - beispielhaft den nun etwa drei Jahre dauernden Prozess der „Klimawandelvorsorgestrategie“ hier in der Region Köln/Bonn in seiner systematischen Vorgehensweise näher zu betrachten.- Da wurde zunächst Grundlagenermittlung betrieben: Welche kommunalen Aktivitäten gibt esbereits?- Darauf folgte die wissenschaftliche Analyse der Klimawirkungen in der Region – bezogen auf 5 Handlungsfelder : Siedlung, Infrastruktur, Wald-, Land - und Wasserwirtschaft.- In Expertenworkshops wurden die Themen diskutiert und konkretisiert.- In einem Regionalforum wurden Zwischenergebnisse Politik , Verwaltung, Wissenschaft vorg estellt und zur Diskussion gestellt.- Regionale Fachgespräche und kommunale Akteursworkshops führten zu weiteren Konkretisierungen.Alles in allem handelt es sich um einen umfänglich und breit aufgestellten, gleichzeitig aber auch gründlichen und zielgerichteten Prozess, um möglichst viele mitzunehmen und möglichst nichts auszulassen.Heute sollen die Ergebnisse und mögliche Handlungsmaßnahmen vorgestellt werden ... es geht um eine „Praxishilfe“ für Kommunen und Kreise, .... darum, „Werkzeuge“ den Akteuren vor Ort an die Hand zu geben, um danach Klimaanpassungsmaßnahmen in den jeweiligen eigenen Wirkungsbereichen umzusetzen.Unter Einbeziehung der heutigen Veranstaltung sollen die „Handreichungen“ nach den Sommerferien gedruckt und digital vorliegen.Hier komme ich gerne auf meine Aussagen zu Beginn zurück:Liebe Kolleginnen und Kollegen an den weiterführenden Schulen! Greifen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern auf diese „Handreichungen“ zu! Verknüpfen Sie beim Thema Klimawandel die Theorie mit ganz praktischen und lebensnahen Anwendungen in den Städten und Gemeinden unserer Region. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler sich so einmischen in politische Entscheidungen, die zu treffen sein werden. Sie leisten damit auch einen Beitrag zur politischen Bildung.* Abschließend lassen Sie mich bitte als Bürgermeister der gastgebenden Stadt sagen : Auch unsere Stadt Leverkusen widmet sich – wie alle andere Kommunen auch - seit Langem dem Thema Klimawandel. Auf dem Weg hier zum Forum ist Ihnen sicher die Baustelle des neuen zentralen Busbahnhofs aufgefallen, der für den Nahverkehr optimiert wird, daneben wird es einen neuen Bahnhof geben, wenn die Bahnstrecke um den RRX erweitert worden ist.Eingebunden werden diese Bereiche in unser bereits laufendes „Mobilitätskonzept 2030+“ bei der eigens eingerichteten Stabsstelle Mobilität im Dezernat Planen und Bauen. Zu den Zielen unseres städtischen Mobilitätskonzepts gehört, den ÖPNV zu stärken ... ab dem Fahrplanwechsel im Sommer sollen ein Schnellbuskonzept, eine Ausweitung der Buslinien und ein verbesserter, verdichteter Takt die Verkehrswende in Leverkusen voranbringen.

    Was die klimatischen Belange angeht, so sind wir in Leverkusen auf durchaus gutem Wege ...
  • Im Jahre 1995 trat Leverkusen dem Klima-Bündnis sowie der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte bei.
  • Aktiver Klimaschutz ist seit 2006 Stadtziel.
  • Ende der neunziger Jahre wurden bereits ökologische Faktoren in Bebauungsplänen berücksichtigt.
  • Das erste Klimaschutzprogramm wurde 2009 verabschiedet.
  • Seit 2011 arbeitet die Stadt Leverkusen mit ihren städtischen Gesellschaften mit dem Instrument des European Energy Award.
  • In der Stadtverwaltung gibt es ein „Energieteam“, das dem Stadtrat Maßnahmen und Projekte zum Klima- und Ressourcenschutz vorschlägt. In diesem eea-Prozess werden Klimaschutz-Aktivitäten erfasst, bewertet und systematisch gefördert.

    Weiterhin gibt es ...- ein Energiemanagement in den städtischen Liegenschaften, - eine „Leitlinie“ energieeffizientes Bauen, - ein integriertes Klimaschutzkonzept ... und schließlich- als wichtige Voraussetzung, um grundlegende Klimaziele zu erreichen,die Schaffung der Stelle einer Klimamanagerin. Sie soll einen Teil der Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts federführend umsetzen, weitere Maßnahmenbündel anstoßen und begleiten.

    Besonders erwähnen möchte ich noch unser NaturGut Ophoven, mit dem wir in allen ökologischen Fragen einen kompetenten Partner vor Ort haben . Dieses Umweltbildungszentrum der Stadt wurde vor 35 Jahren im Jahre 1984 gegründet und leistet seither hervorragende Arbeit.Hier laufen die Fäden zusammen, z.B. auch für die Kampagne „Klimaschutz – Jede, jeder, jeden Tag“. Ich möchte mit den ausgewählten Beispielen sagen: Klimaschutzmaßnahmen sind als absolut notwendig längst in den Köpfen der Menschen unserer Stadt verankert, - und wir in Leverkusen sind willens - auch mit Blick auf unsere zukünftigen Generationen -, alles uns Mögliche zu tun, gem einsam mit den Nachbarn in der Region erforderliche Klima anpassungsmaßnahmen zügig umzusetzen.
    Gute Grundlagen dazu liegen mit der heutigen Abschluss- und Transferveranstaltung vor.

    Ich wünsche der Veranstaltung einen guten Verlauf und uns allen nachhaltige Erkenntnis."
    Denkmäler aus dem Artikel: Forum
    Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Politik
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