Eine geplante Fusion, die weitreichende Konsequenzen für die Informationsverarbeitung in der Region gehabt hätte, ist gestoppt worden. Der Fusionsprozess zwischen der Informationsverarbeitung Leverkusen GmbH (ivl) und der regio iT, Gesellschaft für Informationstechnologie mbh, ist offiziell beendet. Grund für das überraschende Aus ist ein Veto der Gesellschafter der regio iT.
Ein entsprechender Beschluss soll am heutigen Dienstag in der Gesellschafterversammlung der regio iT gefasst werden. Daraufhin musste der Prozess seitens der regio iT beendet werden. Bemerkenswert ist, dass die Entscheidung der Gesellschafter nicht aus operativen oder wirtschaftlichen Gründen erfolgte.
In Leverkusen stößt die Entscheidung auf Bedauern. Oberbürgermeister Stefan Hebbel äußert sich enttäuscht: „Das ist ein herber Rückschlag. Vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - aber auch für alle am Prozess Beteiligten.“ Er betont, dass es im laufenden Verfahren keine fachlichen oder wirtschaftlichen Anzeichen für diesen Schritt gegeben habe. Im Gegenteil seien die Gespräche konstruktiv verlaufen, und der Prozess sei bereits sehr weit fortgeschritten gewesen.
Thomas Eimermacher, kaufmännischer Geschäftsführer der Energieversorgung Leverkusen (EVL), teilt diese Einschätzung: „Wir haben eine sehr gute wirtschaftliche und strategische Ausgangsbasis für die Fusion gesehen. Die Verhandlungen waren inhaltlich weit fortgeschritten, zahlreiche Regelungen bereits abgestimmt.“ Eimermacher fügt hinzu, dass nicht nur die ivl von der Fusion profitiert hätte, sondern auch die regio iT mit einem zusätzlichen starken Standort im Rheinland sowie hochqualifizierten und engagierten Mitarbeitenden. Er hätte sich von der Geschäftsführung der regio iT ein früheres Signal gewünscht, dass eine Fusion mit der ivl offenbar nicht in die Zukunftsstrategie der regio iT-Gesellschafter passt.
Seit dem Ratsbeschluss vom 25.08.2025 befand sich die ivl GmbH in einem vertieften Prüfprozess, der sogenannten Due-Diligence-Phase, mit der regio iT GmbH. Die umfangreichen Prüfungen in den Bereichen Finanzen, Recht und Steuern verliefen ohne Feststellung transaktionsgefährdender Risiken. Auch in zentralen strategischen und operativen Fragestellungen, wie Synergien, Zielbild, Integrationspfad, Transaktionsform (Ausgliederung) sowie Governance-Grundsätze, war in weiten Teilen Übereinstimmung erzielt worden.
Die wesentlichen Vertragswerke waren bereits verhandelt und in großen Teilen abgestimmt. Die zentralen wirtschaftlichen und strukturellen Eckpunkte der geplanten Fusion standen, und auf dieser Grundlage lag ein tragfähiges wirtschaftliches Gesamtkonzept mit einem gemeinsamen Business Case vor.
Trotz des gestoppten Fusionsvorhabens verfügt die ivl über eine solide wirtschaftliche und organisatorische Grundlage. Die Gesellschafter der ivl, die Stadt Leverkusen und die Energieversorgung Leverkusen (EVL), halten unverändert an ihrem Ziel fest, die ivl strategisch weiterzuentwickeln und langfristig zukunftsfähig aufzustellen.
Oberbürgermeister Stefan Hebbel unterstreicht dies: „Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der ivl, Holger Breuer, werden wir die strategische Weiterentwicklung nun zügig fortsetzen und die nächsten Schritte vorbereiten. Die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der ivl angesichts steigender Anforderungen an Digitalisierung, Informationssicherheit und Betriebsstabilität nachhaltig zu sichern, bleibt unser zentrales Ziel.“
Thomas Eimermacher ergänzt abschließend: „Auch wenn die ivl aktuell wirtschaftlich gut aufgestellt ist, müssen wir heute die richtigen Weichen für morgen stellen. An diesem Anspruch halten wir fest.“