Gute Nachrichten für die Schulgemeinschaft des Lise-Meitner-Gymnasiums in Wiesdorf und für den gesamten Bildungsstandort: Der lange erwartete Erweiterungsbau ist weitestgehend fertiggestellt und kann nach den Sommerferien wie geplant bezogen werden. Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet das das Ende des Unterrichts in Containern und den Einzug in eine der modernsten Lernumgebungen der Stadt.
Jahrelang war die Raumsituation am Lise-Meitner-Gymnasium angespannt. Seit 2016 mussten 13 Klassen in einem angemieteten Containergebäude auf dem Schulgelände unterrichtet werden – eine Lösung, die von Anfang an als Provisorium gedacht war. Die Rückkehr des Landes zum neunjährigen gymnasialen Bildungsgang (G9) und die steigenden Schülerzahlen machten einen Neubau unumgänglich. Zudem fehlten dringend benötigte Fachräume, insbesondere für den immer wichtiger werdenden Informatikunterricht.
Im März 2020 fasste der Rat der Stadt den entscheidenden Beschluss zur Errichtung eines Neubaus. Nun, rund zweieinhalb Jahre später, steht das dreistöckige Gebäude und ist bereit, mit Leben gefüllt zu werden. Die Gestaltung der Außenanlagen soll bis zum Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.
Der Neubau ist mehr als nur ein Ersatz für die Container. Er wurde nach einem modernen pädagogischen Konzept gestaltet, das Schule als „Lern- und Lebensort“ versteht. Statt reiner Flure gibt es offene Lernlandschaften, die von den Schülern für Einzel- oder Gruppenarbeiten genutzt werden können. Das Herzstück des Konzepts sind sogenannte „Cluster“: Raumgruppen, in denen Klassen- und Differenzierungsräume mit Aufenthalts- und Erholungsbereichen zu kleinen, identifizierbaren Einheiten zusammengefasst werden.
Konkret bietet der Neubau auf rund 2.100 Quadratmetern Nutzfläche:
Auch technisch ist das Gebäude auf dem neuesten Stand. Eine hocheffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für konstant gute Luftqualität, die über CO2-Sensoren gesteuert wird. Im Sommer kommt eine energiesparende Kühlung zum Einsatz. Die Beleuchtung erfolgt durch stromsparende LED-Technik mit Präsenzmeldern und Tageslichtsteuerung. Eine extensive Dachbegrünung und der Anschluss an das Fernwärmenetz runden das energetische Konzept ab.
Trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt konnte das Projekt erfolgreich umgesetzt werden. Die kalkulierten Kosten von rund 18 Millionen Euro werden eingehalten. Davon stammen etwa 2,5 Millionen Euro aus Fördermitteln des Landes, die für den Ausbau durch die G9-Rückkehr bereitgestellt wurden.
Baudezernentin Andrea Deppe lobt die Zusammenarbeit: „Schulbau ist dabei immer ein Gemeinschaftsprojekt. Der Erweiterungsneubau am Lise-Meitner-Gymnasium ist dafür ein echtes Vorzeigeprojekt.“ Sie betont, dass im Fachbereich Gebäudewirtschaft derzeit zehn Schulbau- und Sanierungsprojekte laufen, um die Lernbedingungen in der ganzen Stadt zu verbessern.