LANXESS treibt Neuausrichtung voran und konsolidiert Geschäftsbereiche

Dreistufiges Programm zur Neuausrichtung definiert
Zahl der Business Units von 14 auf 10 reduziert

Archivmeldung aus dem Jahr 2014
Veröffentlicht: 06.08.2014 // Quelle: Lanxess

LANXESS treibt seine Neuausrichtung konsequent voran. Der Spezialchemie-Konzern hat dafür das dreistufige Programm „Let’s LANXESS again“ definiert. Es gliedert sich in die folgenden Bereiche:
• „Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur“,
• „Operative Wettbewerbsfähigkeit“,
• „Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios“.

Das am 24. Juli 2014 vom Vorstand eingeleitete konzernweite Restrukturierungsprogramm fokussiert sich zunächst auf die erste Stufe „Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur“. Die Vorbereitungen der folgenden Schritte wurden bereits gestartet.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 legt LANXESS verschiedene Geschäftsbereiche zusammen und reduziert deren Zahl von 14 auf 10. Zudem verschlankt der Konzern seine Verwaltung weltweit durch funktionsübergreifenden Stellenabbau und die Konsolidierung einzelner Bereiche. Die zuständigen Arbeitnehmervertretungen werden in den Prozess involviert.

Mit der effizienteren Organisationsstruktur fördert LANXESS seine Markt- und Kundennähe und reduziert Kosten. Darüber hinaus strebt LANXESS Einsparungen in allen Kostenarten an.

„In den vergangenen Monaten haben wir mit Hochdruck die Basis für unsere Neuausrichtung geschaffen. Mit der konsequenten Umsetzung werden wir gemeinsam unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern. Zur operativen Umsetzung haben wir Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen aufgenommen und erwarten, auch hier schnell zu konstruktiven Lösungen zu kommen“, sagte Matthias Zachert, Vorsitzender des Vorstands der LANXESS AG.

Weitere Details zur Restrukturierung wird LANXESS am 6. November 2014 im Rahmen eines Medien- und Kapitalmarkttags präsentieren.

Effizientere Struktur der Geschäftsbereiche
Die Business Units Butyl Rubber (BTR) und Performance Butadiene Rubbers (PBR) fasst LANXESS in der Business Unit Tire & Specialty Rubbers (TSR) zusammen. Gründe sind die überlappende Kundenstruktur, regionale Überschneidungen in den etablierten Märkten sowie Ergänzungen in den Wachstumsmärkten. Der Geschäftsbereich wird künftig von Jorge Nogueira geleitet.

Darüber hinaus führt LANXESS die Business Units High Performance Elastomers (HPE) und Keltan Elastomers (KEL) unter dem Namen High Performance Elastomers (HPE) wieder zusammen. Auch hier sind signifikante Schnittmengen in der Kundenstruktur die Hauptgründe. Jan Paul de Vries wird die neue Business Unit führen.

Die Spezialchemie-Produktlinie des Geschäftsbereichs Rubber Chemicals (RUC), die Business Unit Functional Chemicals (FCC) sowie die Business Unit Rhein Chemie (RCH) werden in der neuen Business Unit Rhein Chemie Additives (ADD) zusammengeführt. Durch die Bündelung seiner Additiv-Geschäfte kann LANXESS neue Märkte und Kunden erschließen. Leiter des neuen Geschäftsbereichs wird Anno Borkowsky.

Wie bereits im September 2013 angekündigt, prüft LANXESS strategische Optionen für die Produktlinien Alterungsschutzmittel und Beschleuniger der Business Unit RUC. Gleichzeitig sondiert der Konzern die Möglichkeit, die Produktlinien zusammenzulegen und sie in den Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates (AII) zu überführen. Die Entscheidung zugunsten einer der Optionen wird LANXESS spätestens Ende des dritten Quartals 2014 fällen.

Schlankere Verwaltung
LANXESS fasst die Group Functions Aliseca (ASC), Industrial & Environmental Affairs (IEA) sowie Innovation & Technology (INN) in der neuen Stabsfunktion Production, Technology, Safety & Environment (PTSE) zusammen. Par Singh wird die Leitung der Group Function übernehmen. Einige Instandhaltungsaufgaben werden künftig dezentral den Business Units zugeordnet. So wird die Effizienz durch den Wegfall vieler Schnittstellen gesteigert.

Die Group Function Internal Auditing (IA) und der Bereich Corporate Security werden in die Group Function Law and Intellectual Property (LIP) integriert. Die neue Stabsfunktion Legal & Compliance (LEX) wird geleitet von Jochen Schroer.

Claus Zemke, derzeit Leiter Unternehmenskommunikation des Werkzeugmaschinenherstellers TRUMPF GmbH+Co KG in Ditzingen, übernimmt spätestens am 1. Januar 2015 die Leitung der Group Function Corporate Communications (COM).

Weitere Maßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung eingeleitet
Im Rahmen der zweiten Stufe „Operative Wettbewerbsfähigkeit“ wird eine „Produktionsoptimierungs-Initiative“ alle Produktionsanlagen mit Blick auf Markterfordernisse und Synergien prüfen. Par Singh leitet die Initiative. Eine „Vertriebsoptimierungs-Initiative“ – geleitet von Torsten Derr – wird die Effektivität und Effizienz der internationalen Vertriebsstrukturen von LANXESS evaluieren.

Auch für die dritte Stufe „Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios“ hat LANXESS erste Schritte eingeleitet.

Über Fortschritte in der Umsetzung der Neuausrichtung auch über die Restrukturierung hinaus wird der Konzern ab dem Jahr 2015 fortlaufend informieren.

Ergebnisverbesserung im zweiten Quartal 2014
Eine gute Nachfrage nach Agrochemikalien, positive Impulse aus der Baubranche, aber auch eine anhaltend schwierige Wettbewerbssituation bei synthetischen Kautschuken sowie negative Wechselkurseffekte prägten die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2014. LANXESS verzeichnete gegenüber dem Vorjahr in allen Regionen mit Ausnahme von Lateinamerika einen Volumenzuwachs. Konzernweit ergab sich ein Absatzplus von zwei Prozent. Dieser Anstieg konnte den Preisrückgang von fünf Prozent nicht völlig ausgleichen. Insgesamt sank der Konzernumsatz im Jahresvergleich um 5,7 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs gegenüber dem Vorjahr um 20,7 Prozent auf 239 Millionen Euro. Verantwortlich für diese Entwicklung waren höhere Absatzmengen, die gestiegene Auslastung der Produktionsanlagen sowie Einsparungen aus dem Effizienzsteigerungsprogramm „Advance“. Damit liegt das operative Ergebnis am oberen Ende der erwarteten Bandbreite zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf 11,8 Prozent nach 9,2 Prozent im Vorjahr.

„Das unverändert moderate Ergebnisniveau und der zunehmende Wettbewerb belegen die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Zachert.

Das Konzernergebnis verbesserte sich wesentlich auf 55 Millionen Euro nach neun Millionen Euro ein Jahr zuvor. Grund dafür waren unter anderem ein verbessertes Finanzergebnis sowie geringere Sonderaufwendungen. Im Vorjahr waren 40 Millionen Euro für Restrukturierungen im Segment Performance Chemicals angefallen.

Finanzkennzahlen
Insbesondere aufgrund der erfolgreichen Kapitalerhöhung im Mai 2014 sanken die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 30. Juni 2014 auf rund 1,5 Milliarden Euro nach rund 1,7 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2013. Der operative Cashflow stieg infolge des besseren Geschäftsverlaufs und geringerer Bonuszahlungen für das Geschäftsjahr 2013 deutlich auf 178 Millionen Euro.

Entwicklung in den Segmenten
In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld ging der Umsatz im Segment Performance Polymers um 12,1 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zurück. Ursächlich waren vor allem weiterhin niedrige Verkaufspreise in allen Kautschuk-Geschäften. Das EBITDA vor Sondereinflüssen im Segment stieg insbesondere aufgrund der besseren Auslastung der Produktionsanlagen um 28 Millionen Euro auf 122 Millionen Euro.

Angesichts der anhaltend guten Nachfrage nach Agrochemikalien und Produkten aus dem Aromatenverbund stieg der Umsatz des Segments Advanced Intermediates um 2,5 Prozent auf 403 Millionen Euro. Die Business Unit Saltigo profitierte von neuen Projekten aus dem Agrobereich. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments erreichte mit 73 Millionen Euro nahezu das Vorjahresniveau.

Im Segment Performance Chemicals wuchs der Umsatz vor allem aufgrund gestiegener Absatzmengen um 1,4 Prozent auf 569 Millionen Euro. Positive Impulse setzten beispielsweise die Geschäfte mit Materialschutzprodukten, Lederchemikalien oder Pigmenten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit 86 Millionen Euro um 28,4 Prozent deutlich über dem Wert des Vorjahres von 67 Millionen Euro.

Ausblick präzisiert
LANXESS sieht für den weiteren Jahresverlauf nach wie vor eine leichte Erholung der globalen Wirtschaft. Für die Geschäfte mit synthetischem Kautschuk, die eng mit der Automobil- und Reifenindustrie verbunden sind, rechnet der Konzern weiterhin mit einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld und damit einhergehendem Preisdruck. Im Bereich Agrochemikalien erwartet LANXESS für den weiteren Jahresverlauf eine unverändert gute Nachfrageentwicklung. Das prognostizierte Wachstum in der Bauindustrie wird weiterhin positive Impulse für das Geschäft mit Pigmenten im Segment Performance Chemicals setzen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 erwartet der Konzern unter Berücksichtigung von Anlaufkosten für das EPDM-Kautschukwerk in China in Höhe von rund 10 Millionen Euro im vierten Quartal sowie Wartungsstillständen weiter ein verbessertes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr.

„Wir konkretisieren unsere ursprüngliche Ergebnisprognose von 770 bis 830 Millionen Euro. Wir gehen jetzt davon aus, 2014 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 780 und 820 Millionen Euro zu erreichen“, sagte Zachert.


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