„KlassikSonntag!” mit der Westdeutschen Sinfonia Leverkusen


Archivmeldung aus dem Jahr 2018
Veröffentlicht: 09.03.2018 // Quelle: KulturStadtLev

„Der viergeteilte Sonntag kulminierte in einem fabelhaften Konzertabend … Das Publikum war hingerissen“ – so fasste die Fachzeitschrift „Das Orchester“ die höchst erfreulichen Reaktionen auf den „KlassikSonntag!“ zusammen. Im Herbst 2008 erstmals aufgelegt, hat sich der „KlassikSonntag!“ mit seinem innovativen Ganztagskonzept weit über die Grenzen Leverkusens hinaus einen Namen gemacht. Die größte deutsche Klassikzeitschrift „FonoForum“ sprach von einem „Wunder“ und eröffnete mit einem zweiseitigen Feature ausschließlich über den „KlassikSonntag!“ die Reportageserie „Außergewöhnliche Konzertreihen“; WDR und Deutschlandfunk sendeten ausführliche Features.
Aus bestem Grund: Der „KlassikSonntag!“ macht klassische Musik nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf anregende und spannende Weise für (fast) alle Sinne erlebbar – und das für Jung wie für Alt. Vier ganze Tage rund um die Musik des jeweiligen Abendkonzerts. Mit Einsichten, Ansichten, Aussichten … und faszinierenden Hörerlebnissen.

4. KlassikSonntag! der Saison 2017/2018
„Herrn Mendelssohns Sinfonie ... ist eine Komposition, die viele Generationen überdauern wird“, prophezeite die englische Musikzeitschrift Harmonicon nach der umjubelten Uraufführung von Mendelssohns Sinfonie Nr. 4 im Jahr 1833 in London. 1830/31 auf seiner „Italienischen Reise“ in Rom und Neapel begonnen, fängt sie südländisches Flair insbesondere im turbulenten Final-Saltarello ein, der aus gutem Grund kaum je innehalten will: „Zu einem ernsthafen, ruhigen Gedanken“, schrieb der Komponist aus Neapel, „habe ich noch nicht kommen können – das Ding ist gar zu lustig um mich her“.
Der Name Samuel Barber ist eng mit jenem wunderschönen Adagio für Streicher verbunden, einem Arrangement eines Streichquartettsatzes aus dem Jahr 1936, das ihn nach seiner landesweit ausgestrahlten Uraufführung durch das NBC Symphony Orchestra unter Arturo Toscanini am 5. November 1938 über Nacht berühmt machte.
Frédéric Chopin komponierte sein Klavierkonzert Nr. 2 f-moll in den Jahren 1829/30 (und damit vor seinem späterhin als „Nr. 1“ gezählten e-moll-Konzert). Es ist ein Höhepunkt lyrischer Romantik, deren Hauptpole es ins Zentrum rückt – den nuancierten Ausdruck persönlicher Gefühle (Arnold Schering deutete den zweiten Satz gar als ein Zeugnis „des inbrünstigsten Liebesergusses, den die Musikliteratur kennt“) und das Ideal ursprünglicher Volkstümlichkeit (das Finale basiert auf einem polnischen Tanz, dem Krakowiak). Darüber hinaus handelt es sich um ein hochvirtuoses Meisterwerk, das dem Solisten ein Höchstmaß an Nuancierungskunst und Virtuosität abverlangt.
Wie geschaffen also für Nikolai Tokarew, einen der international bedeutendsten Pianisten seiner Generation. Seine „enorme Fingerfertigkeit und Treffsicherheit reicht ins Unheimliche, fast Dämonische“ (Joachim Kaiser, SZ); eine Vielzahl an renommierten Preisen sowie Auftritten auf den bedeutendsten Podien der Welt haben ihn nachdrücklich als einen der spannendsten Pianisten der Gegenwart bestätigt.

Veranstaltungsorte:
Schloss Morsbroich Gustav-Heinemann-Str. 80 51377 Leverkusen
& Forum (Großer Saal) Am Büchelter Hof 9 51373 Leverkusen

Karten:
41,50–21,00 € (erm.: 22,50–12,25 €).
Kartenbüro Forum (Tel. 0214-406 4113), an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet (www.kulturstadtlev.de)

Termin:
Sonntag, 18. März 2018

11.00-12.40 h Morsbroicher Matinee Einführung mit Musik & Gespräch: Dirk Joeres, Nikolai Tokarew, Horst A. Scholz u.a. Eintritt für Konzertbesucher frei (übrige: 7,00 €/erm. 5,00 €)Schloss Morsbroich
16.30-17.30 hÖffentliche Orchesterprobe Der Blick in die „Werkstatt“ – Eintritt frei! Forum (Gr. Saal)
18.00 h Sinfoniekonzert im Forum
Eintritt: 41,50 bis 21,00 € (erm.: 22,50 bis 12,25 €)
Forum (Gr. Saal)


Nachtrag vom 14.03.
Leider musste der ursprünglich für den „KlassikSonntag!“ am 18. März 2018 vorgesehene Klaviersolist Nikolai Tokarew aus gesundheitlichen Gründen alle Konzerttermine der kommenden Wochen absagen.

Für ihn übernimmt Knut Hanßen die Solopartie in Chopins Klavierkonzert Nr. 2.

Knut Hanßen studierte bei Sheila Arnold an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, wo er zum September 2017 den Studiengang Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss. Ebenso ist er Absolvent der Hochschule für Musik und Theater München im weiterbildenden Zertifikatsstudium Meisterklasse Klavier bei Wolfram Schmitt-Leonardy als auch im Studiengang Orchesterdirigieren bei Marcus Bosch, Alexander Liebreich und Bruno Weil. Weitere Impulse für seine pianistische Ausbildung erhielt er in Meisterkursen bei u.a. Kristian Bezuidenhout, Bernd Goetzke, Karl-Heinz Kämmerling, Heidi Köhler, Claudio Martinez Mehner, Rudolf Meister, Roberto Prosseda, Ferenc Rados, Matti Raekallio, Jerome Rose, Anthony Spiri, Jeffrey Swann und Lars Vogt. Er hat wichtige Wettbewerbe gewonnen (u.a. 1. Preis bei der Jeunesses International Piano Competition Dinu Lipatti Bukarest 2016 und Steinway Förderpreis 2017) und gibt regelmäßig Konzerte beim Robert Schumann Fest Düsseldorf, beim Beethovenfest Bonn und im Beethovenhaus. Von 2015 bis 2017 war er Lehrbeauftragter für Klavier an der Musikhochschule Köln.
Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Kultur
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