Test der Park-and-Ride-Anlagen in Leverkusen: Zwischen "Bestanden" bis "Exzellent"

Park-and-Ride-Anlagen in Nordrhein-Westfalen im Check
11.09.2023 // Quelle: ACE
Fragebogen zu Park-and-Ride-Anlagen // Foto: ACE-Wirtschaftsdienst GmbH

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Zusammenfassung: Der ACE hat bundesweit Park-and-Ride-Anlagen getestet, darunter auch in Leverkusen. Von den überprüften Anlagen in Nordrhein-Westfalen haben nur 8 Prozent das Prädikat "Exzellent" erhalten. Die Anlage am Bahnhof Detmold wurde zur besten in NRW und zur zweitbesten in Deutschland gekürt. 72 Prozent der Anlagen haben den Test bestanden, während 20 Prozent durchgefallen sind. In Bezug auf Sicherheit und Barrierefreiheit liegt Nordrhein-Westfalen gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt oder darunter. In Leverkusen wurden die Park-and-Ride-Anlagen am Bahnhof Manfort und am Bahnhof Opladen getestet, wobei letztere als exzellent bewertet wurde. Weitere Mobilitätsangebote sind in den meisten Anlagen selten vorhanden.

Bonn (ACE) 11. September 2023 – 700 Ehrenamtliche des ACE haben seit April bundesweit 652 Park-and-Ride-Plätze unter die Lupe genommen. Im Fokus der bundesweiten Tests standen die Kategorien Angebot & Ausstattung, Sicherheit, Barrierefreiheit und zusätzliche Mobilitätsangebote. Gecheckt wurden nur Anlagen, die über mindestens ein ÖPNV-Angebot verfügen, um als Umstiegspunkt zwischen verschiedenen Verkehrsträgern zu fungieren. Unter dem Motto „Kann Deutschland P+R ?“ wurden allein in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten 145 P+R Plätze überprüft. 

Ein Fünftel der Park-and-Ride-Anlagen durchgefallen

Bei jedem einzelnen Check im Rahmen der ACE-Clubinitiative wurden insgesamt 27 Kriterien überprüft: Verfügt der P+R Platz über mehr als ein ÖPNV-Angebot? Sind barrierefreie Parkplätze vorhanden? Gibt es eine Videoüberwachung? Wie steht es um weitere Mobilitätsangebote wie Carsharing, E-Scooter oder Leih-Fahrräder? All diese und weitere Kriterien erfüllten gerade einmal acht Prozent der überprüften P+R-Plätze in Nordrhein-Westfalen und wurden mit dem Prädikat „Exzellent“ ausgezeichnet. Zur besten Anlage in Nordrhein-Westfalen und zur zweitbesten Anlage Deutschlands wurde der P+R Platz am Bahnhof Detmold mit 15,75 Punkten gekürt. 

72 Prozent der begutachteten P+R-Anlagen in Nordrhein-Westfalen liegen im Mittelfeld und haben den P+R Check bestanden. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt haben 68 Prozent den Check bestanden. Gleichzeitig konnten 20 Prozent der untersuchten Parkplätze nur weniger als acht Punkte erzielen und sind damit durchgefallen. Die P+R Anlage Von-der-Tann-Straße in Dortmund landet mit lediglich 2,75 von möglichen 18 Punkten im ACE-Check auf dem letzten Platz in Nordrhein-Westfalen. 

Bei Sicherheit & Barrierefreiheit viel Luft nach oben

In der Kategorie Sicherheit wurde überprüft, ob ausreichende Beschilderung und Beleuchtung, eine Video-Überwachung, sichtbare Stellplatzmarkierungen und eine optische bzw. bauliche Trennung zwischen Fahrbahn und Gehbereich vorhanden sind. Nordrhein-Westfalen liegt hier gleichauf mit dem Bundesdurchschnitt bei lediglich 65 Prozent.

Noch schlechter sieht es jedoch bei der Barrierefreiheit aus: Die getesteten P+R Plätze Deutschlands sind zu 64 Prozent barrierefrei, in Nordrhein-Westfalen waren es nur 51 Prozent. 

Überblick über die getesteten Park-and-Ride-Anlagen in Leverkusen

In Leverkusen wurde die Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Manfort getestet, sowie die neue Anlage am Bahnhof Opladen. Die in Opladen schnitt mit 13,25 Punkten mit Exzellent ab, während die Anlage in Manfort immerhin bestanden hat. Besonders schwach wurden die zusätzlichen Mobilitätsangebote in Manfort bewertet. Was genau in dem Rahmen bewertet wurde, steht unterhalb der Tabelle (Anmerkung der Internet Initiative Leverkusen). Außerdem kann man den Erhebungsbogen einsehen.

Name

Straße

Angebot und Ausstattung

Sicherheit

Barrierefreiheit

Zusätzliche Mobilitätsangebote

Ergebnis

P+R Leverkusen-Manfort

Moosweg

60%

80%

50%

38%

Bestanden (10,0)

P+R Bahnhof Opladen

Lützenkirchener Str. 2

60%

80%

75%

63%

Exzellent (13,25)



Alle Ergebnisse der Park-and-Ride-Checks.

Durchwachsenes Bild bei weiteren Mobilitätsangeboten

88 Prozent der überprüften P+R Anlagen in Nordrhein-Westfalen bieten mehr als ein ÖPNV-Angebot, was sie als Umstiegspunkt besonders attraktiv macht. Weitere Mobilitätsangebote sind deutlich seltener vorhanden: Taxi-Stände sind mit 50 Prozent noch am weitesten verbreitet. Nur zehn Prozent verfügten hingegen über ein Carsharing-Angebot und lediglich vier Prozent boten Leih-Scooter an. 

Tolga Kaya, Regionalbeauftragter Nordrhein-Westfalen, über die Ergebnisse: „Bei den P+R Plätze besteht in Nordrhein-Westfalen ein dringender Handlungsbedarf. In Punkten wie Sicherheit und Barrierefreiheit dürfen wir keine Abstriche machen. In diesen Kategorien sind wir noch weit vom Ziel entfernt. Auch müssen die P+R Plätze an die aktuellen und zukünftigen technischen Herausforderungen angepasst werden. Nur 30 Prozent der getesteten Parkplätze verfügten in Nordrhein-Westfalen über E-Ladesäulen, meist sogar mit Blockiergebühr. Wenn wir ländliche und urbane Regionen besser miteinander vernetzen wollen und mehr Menschen auf umweltfreundlichere Alternativen umsteigen sollen, müssen wir ihnen auch attraktivere und sicherere Umstiegspunkte anbieten.“

Als Europas Mobilitätsbegleiter hat der ACE mit der diesjährigen Clubinitiative das Thema der multimodalen Mobilität in den Fokus gerückt. Dafür konnten neben Ingo Wortmann, Präsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) als Schirmherrn auch die Allianz pro Schiene und den Bundesverband der Betrieblichen Mobilität als Partner gewonnen werden. Alle Daten zur Barrierefreiheit werden außerdem der Organisation Wheelmap unter dem Dach der Sozialheld*innen zur Verfügung gestellt.
Ort aus dem Stadtführer: Manfort, Opladen
Straßen aus dem Artikel: Lützenkirchener Str, Moosweg
Themen aus dem Artikel: MAN, Allianz, Lupe

Kategorie: Verkehr
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