Volkstrauertag auf dem Manforter Friedhof


Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 15.11.2015 // Quelle: Stadtverwaltung

Anläßlich des Volkstrauertages hielt Bürgermeisterin Josefa Lux soeben auf dem Friedhof Manfort folgende Rede:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen der Stadt Leverkusen begrüße ich Sie zur zentralen Gedenkstunde am Volkstrauertag hier auf dem Friedhof Manfort.
Ich richte Ihnen auch die Grüße von Herrn Oberbürgermeister Richrath aus, der leider andere Termine (Ausstellungseröffnung Villa Römer) wahrnehmen muss und sich deshalb entschuldigen lässt.

Vor einem Jahr standen an dieser Stelle Schülerinnen und Schüler aus Leverkusen zusammen mit französischen Gästen aus Sedan. Sie gedachten gemeinsam der Millionen Kriegsopfer, die in den Weltkriegen auf Europas Feldern gestorben sind. Leider hat sich so eine Gelegenheit in diesem Jahr zeitlich nicht wieder ergeben. Aber Europa ist in diesen Tagen vereint im Gedenken an die Kriegstoten.
Wir Leverkusener wissen uns einig mit unseren europäischen Partnern in der Erinnerung und der Trauer. Denn im Tod sind alle Menschen gleich, und alle hinterlassen trauernde Familien.

Jedes Mal kostet es Anstrengung, sich die schiere Zahl der Kriegstoten bewusst zu machen. (Wenn es denn überhaupt gelingt.) Fast zehn Millionen Menschen sind im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen. Weit mehr als fünfzig Millionen im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Am augenfälligsten wird die grausame Geschichte, wenn man einmal auf einem Soldatenfriedhof steht, zum Beispiel in Flandern vor den unendlichen Reihen von gleichen Kreuzen.

Auch hier in Leverkusen muss die Zahl der Kriegsgräber erschüttern.
Alleine 580 Menschen sind auf diesem Friedhof begraben. Weitere Kriegsgräber befinden sich auf nahezu allen Friedhöfen im Stadtgebiet. Insgesamt zählt Leverkusen 1.035 Gefallene und zivile Opfer, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben. Hinter jedem Namen steht ein Mensch, der Hoffnungen hatte, und ein Leben, das zu früh endete.

Auch den Überlebenden gebührt unser Mitgefühl. Unzählige waren kriegsversehrt, körperlich und auch seelisch. Sie standen buchstäblich vor den Trümmern ihres Lebens.

Siebzig Jahre sind seit dem Zweiten Weltkrieg vergangen. Aber die Folgen sind noch heute spürbar – allein schon, wenn Opladen stillsteht, weil ein Blindgänger entschärft werden muss. Und man muss nicht weit gehen, um Minenopfer zu sehen. Nach wie vor leben Menschen mit ihren Kriegsverletzungen unter uns. Seit 1945 tragen sie an ihren Behinderungen. Nach wie vor leiden auch viele ältere Menschen an einem Knalltrauma oder ertragen es nicht, wenn Sirenen zur Probe heulen.

Lange Zeit hat die Scham über die deutschen Verbrechen den Blick für die Opfer überlagert und – schlimmer noch – die Leiden gegeneinander aufgerechnet. Doch gestorben sind nicht nur Kriegstreiber –viele von ihnen haben sogar ein hohes Alter erreicht -, gestorben sind vielmehr Millionen von Soldaten und selbst Kindersoldaten, die ein gewissenloses Regime an die Front schickte. Gestorben sind zivile Opfer, die unter Bomben verschüttet wurden. Gestorben sind Zwangsarbeiter, die man hierher verschleppt hatte.

Deutschland begeht heute bundesweit den Volkstrauertag. Als nationaler Gedenktag ist er ein Datum des Innehaltens. Er stilisiert kein „Heldengedenken“, sondern mahnt zu Frieden und Verständigung.
Wir haben Anlass, uns dankbar bewusst zu machen:
Seit siebzig Jahren dürfen wir in dieser Region in Frieden leben.
Diese lange Friedensperiode ist das Ergebnis der entschiedenen Verständigungspolitik der europäischen Länder, die der Wille verbindet, so ein Morden nie wieder zuzulassen.

Welche Leistung dieser europäische Einigungsprozess ist, zeigt ein Blick in die Nachrichten.
223 bewaffnete Konflikte verzeichnete das Heidelberger Institut für Konfliktforschung im letzten Jahr. Darunter 46 Kriege weltweit. Mit jedem Krieg beginnt wieder eine Leidensgeschichte, an deren Ende die Familien ihre Toten bestatten. Es gehört zu den Lehren von 1945, solche Kämpfe frühzeitig zu begrenzen und einen Flächenbrand mit aller Kraft zu verhindern.

„Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden!“
Das ist das Motto des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Für dieses Motto stehen heute hier Mitglieder des Reservistenverbands – hier am Mahnmal und auch mit Spendendosen am Friedhofseingang. Der Volksbund setzt sich im Auftrag der Bundesregierung für den Erhalt der Kriegsgräberstätten im Ausland ein. In seiner Obhut liegen die Gräber von 2,7 Millionen Kriegstoten auf mehr als 830 Soldatenfriedhöfen. Sie werden als Orte des kollektiven Gedenkens betreut, als Orte der internationalen Begegnung und als Lernorte der Geschichte. In diesem Jahr kommen dort 20.000 junge Menschen aus ganz Europa zusammen. Durch die gemeinsame Arbeit auf Friedhöfen erfahren sie deren Bedeutung für unsere historische Identität und ein gewaltfreies Miteinander. 2014 wurde der der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für seine Jugendarbeit mit dem Preis des Westfälischen Friedens geehrt.

Und das stimmt hoffnungsvoll an einem Tag und an einem Ort wie diesem:
Die Kenntnis, dass jungen Menschen durchaus bewusst ist, was für einen hohen Wert Frieden, Freiheit und Demokratie bedeuten. Zu sehen, wie sensibilisiert Jugendliche auf die Opfer von Krieg und Gewalt reagieren. Die große Hilfsbereitschaft zu erleben für Flüchtlinge, die hier Schutz vor Krieg und Terror suchen.

Lassen Sie mich schließen mit der traditionellen Totenehrung:
"Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt."
Ich bitte Sie nun, gemeinsam mit mir zur Kranzniederlegung am Mahnmal.

Traditionell sind es zwei Kränze:

Ein Kranz am Mahnmal zum Gedenken an die Gefallenen, die in Leverkusen und im Ausland begraben liegen
und ein zweiter Kranz am Gräberfeld der in Leverkusen gestorbenen Zwangsarbeiter aus dem Osten.“


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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