Stadtplan Leverkusen
18.11.2012 (Quelle: Stadtverwaltung)
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Einweihung Kunstwerk Werner Reiterer


Bürgermeisterin Josefa Lux hielt soeben am Schloß Morsbroich zur Einweihung des Kunstwerks von Werner Reiterer -als Spende der "Freundinnen des Museums" folgende Rede

"Sehr geehrte Frau Steinebach,
sehr geehrte "Freundinnen des Museum Morsbroich",
sehr geehrter Herr Dr. Heinzelmann,
sehr geehrter Dr. Emslander,
sehr geehrter Herr Reiterer,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

vor etwas mehr als zwei Jahren haben wir uns bei strahlendem Sonnenschein in der Auffahrt zum Schloss zusammengefunden und gemeinsam die Einweihung des Brunnens "Water Island Morsbroich" von Jeppe Hein gefeiert.

Den ganzen Tag waren Alt und Jung auf den Beinen und haben ausgiebig von der Einladung des Künstlers Gebrauch gemacht, sein Kunstwerk aktiv zu benutzen. Unsere Besucher haben ausgekundschaftet, nach welchen Regeln sich die vier Wasserwände in der Mitte des Brunnens heben und senken und sind dann mutig über einen der drei Stege auf die kleine Insel in seiner Mitte gelaufen.

Der Brunnen hat sich unterdessen zu einer echten Attraktion in der Stadt Leverkusen entwickelt: Schon im Frühjahr, wenn das Wasserspiel wieder aus seinem Winterschlaf erweckt wird, kommen viele Besucher extra nur deswegen nach Morsbroich. Und während der heißen Tage im Sommer sieht es hier manchmal aus wie im Schwimmbad, weil dann ganze Familien mit ihren Picknickdecken auf dem Rasen liegen. Während die Eltern sonnenbaden, spielen die Kinder oft stundenlang im Wasser.

Der Brunnen von Jeppe Hein und die zweiteilige Arbeit von Werner Reiterer, die wir heute feierlich eröffnen, sind beide großzügige Geschenke der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Museumsshops Morsbroich.

Insgesamt 25 Damen haben sich im Jahr 2004 zu einem Kreis zusammengefunden, der die Arbeit des Museums auf großartige Weise unterstützt. Sie selbst nennen sich die "Freundinnen des Museums", und dieser Name drückt auf charmante Weise aus, dass sie sich einerseits dem Museum Morsbroich auf besondere Weise verbunden fühlen, und dass sie sich andererseits auch untereinander als Freundinnen verstehen. Wer Freundschaft empfängt, trägt auch gerne seine Freundschaft weiter in die Gesellschaft hinein.

Gemeinsam betreiben sie den Museumsshop, in dem man Eintrittskarten und die Kataloge zu den Ausstellungen des Museums erwerben kann. Gemeinsam zeichnen sie für das liebevoll zusammengestellte Sortiment verantwortlich, das aus besonderen Designstücken und originellen Geschenkartikeln für die ganze Familie besteht. - Wie praktisch die "Freundinnen des Museums" denken, zeigt übrigens die Tatsache, dass man im Museumsshop auch Badetücher kaufen kann: Wer sich im Brunnen von Jeppe Hein aus Versehen durchnässt hat oder schmerzlich bemerkt, dass Kinder es in der Regel nicht vermeiden, sondern geradezu darauf anlegen, möglichst nass zu werden, der geht einfach in den Shop und erhält dort das rettende Handtuch, das auch noch gut aussieht und nahtlos in den Haushalt integriert werden kann ...

Vor allem aber bilden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Museumsshops die erste Anlaufstelle für die Gäste des Museums und kümmern sich freundlich und kompetent um die Besucher, wenn sie Fragen oder Anregungen, Beschwerden oder einfach nur Gesprächsbedarf haben.

Die "Freundinnen des Museums" bilden daher auch das Gesicht des Museums und repräsentieren auf diese Weise eine der wichtigsten Institutionen dieser Stadt. Denn es macht einen großen Unterschied, ob man liebenswürdig und zuvorkommend empfangen oder hastig und anonym durch ein Museum geschleust wird. Und die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in Morsbroich sind für ihre Umsicht, ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft bekannt. Um diese wichtige Aufgabe zu bewältigen, benötigt man Gelassenheit, das heißt eine gewisse Lebenserfahrung, und zuallererst natürlich Freude an dem, was man tut.

Alle zwei Jahre, so haben es sich die "Freundinnen des Museums" vorgenommen, soll diese Freude außerdem in einem besonderen Ereignis ihren Ausdruck finden: Alle zwei Jahre schenken sie aus den Erträgen ihres ehrenamtlichen Engagements dem Museum ein Kunstwerk, das extra für diesen Ort entwickelt worden ist. Vor zwei Jahren war das der Brunnen von Jeppe Hein. Und in diesem Jahr schenken die "Freundinnen des Museums" der Stadt Leverkusen eine zweiteilige Skulptur von Werner Reiterer, die an zwei Stellen im Schlosspark überraschend in den Bäumen hängt.

Beide Arbeiten - von Jeppe Hein und von Werner Reiterer - beweisen, dass die "Freundinnen des Museums" ein großes Interesse daran haben, den Park von Morsbroich weiterzuentwickeln: Denn sie fördern anspruchsvolle, junge Kunst, die nicht einfach von den beteiligten Künstlern hier am Schloss abgestellt wurde, sondern präzise auf das baumreiche, spielerisch-barocke Morsbroich hin konzipiert wurde.

Die beiden Luftballons von Werner Reiterer zum Beispiel nehmen Bezug darauf, dass Morsbroich ein renommiertes Museum und zugleich ein Ort ist, der einmal im Monat für ein verlängertes Wochenende als Standesamt dient. An den Tagen, an denen hier im Schloss geheiratet wird, kommt es immer mal wieder vor, dass die Besucher Botschaften in den Himmel schicken. Und erst vor wenigen Wochen hing der schöne Ahorn, in dem jetzt auch Werner Reiterer einen seiner beiden Ballone aufgehängt hat, voll mit roten Luftballons, die offenbar von einer Windböe direkt in den nächsten Baum getrieben worden waren.

Im Gegensatz zu dem Brunnen von Jeppe Hein, der die Aufmerksamkeit der Besucher magnetisch auf sich zieht, sobald sie das Gelände betreten, wollen die Ballone von Werner Reiterer erst einmal unentdeckt bleiben. Sie hängen in den Bäumen, als wären sie wirklich beim letzten Hochzeitsfest versehentlich davongeflogen. Geraten sie zufällig in das Blickfeld des Besuchers, wird er wahrscheinlich überrascht sein, vielleicht auch amüsiert; und erst ganz zuletzt wird er darauf kommen, dass es sich um ein Kunstwerk handeln könnte.
Mit diesem Charme des Unauffälligen, mit dieser perfekten Inszenierung des Alltäglichen, erobern die beiden Luftballone von Werner Reiterer umstandslos die Herzen all derer, die Sinn für Humor, Lebensfreude und auch für eine leise Melancholie besitzen.

Zur Geschichte und Bedeutung der Arbeit von Werner Reiterer werden gleich im Anschluss noch Herr Dr. Heinzelmann und Herr Dr. Emslander zu Ihnen sprechen.

Zuvor möchte ich mich bei Werner Reiterer bedanken, der sich so wunderbar mit dem Ort Morsbroich beschäftigt und für uns sein 'Kunstwerk in den Bäumen' entwickelt hat. -
Und ich danke den 25 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Museumsshops, die zwei Jahre lang freundlich und zuverlässig für uns gearbeitet haben, um uns dann zu allem glücklichen Überfluss auch noch mit diesem schönen Werk zu beschenken!
Vielen Dank, liebe "Freundinnen des Museums"!

Vielen Dank."


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Letzte Änderung am 24.01.2018 01:20 von leverkusen.
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