Ziegeleistandorte Rheindorf: Stadt setzt Bodenuntersuchungen fort – Akute Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen


Archivmeldung aus dem Jahr 2012
Veröffentlicht: 14.03.2012 // Quelle: Stadtverwaltung

Im Herbst und Winter 2011 ließ das städtische Umweltdezernat im Rahmen seines kontinuierlichen Arbeitsprogramms auf Grundlage des Bundesbodenschutzgesetzes in Leverkusen-Rheindorf elf Standorte - fünf ehemalige Ziegelei-Standorte und sechs verfüllte Lehmgruben - durch ein spezialisiertes Gutachterbüro aus Duisburg auf mögliche Bodenverunreinigungen untersuchen. Die einstigen Fabrikstandorte (Produktionszeit: Ende des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1920er Jahre, bzw. ein Standort bis in die 1950er Jahre) sind heute mit Einfamilienhäusern, einigen Mehrfamilienhäusern und der Rheindorfer Feuerwehr bebaut, daneben gibt es noch öffentliche Grünflächen. Alle elf Flächen liegen in Wasserschutzzonen und sind mit insgesamt 82 Grundstücken bebaut.

Das Ergebnis der Orientierungsuntersuchung, bei der Ende 2011 nach Informierung der Grundstückseigentümer Rammkernsondierungen auf bisher 30 von 47 Grundstücken vorgenommen wurden, liegt jetzt vor. Die Kosten für diese Untersuchung, 40.000 Euro, wurden zu 80 Prozent vom Land bezuschusst.

Über die Kernaussagen informierte Oberbürgermeister Buchhorn heute gemeinsam mit Umwelt- und Gesundheitsdezernent Frank Stein sowie Mitarbeitern aus den Fachbereichen Umwelt und Gesundheit im Rahmen einer Pressekonferenz.

Prüfwerte überschritten – Weitere Bodenuntersuchungen
Oberbürgermeister Buchhorn: „Die Untersuchung hat gezeigt, dass in erster Linie bei Blei und in wenigen Einzelfällen bei PAK Prüfwerte überschritten sind. Die wichtigste Botschaft zuerst: Eine akute Gefährdung der Anwohner ist ausgeschlossen, das Trinkwasser ist nicht betroffen, Sofortmaßnahmen sind nicht nötig. Um die Ergebnisse der Untersuchung zu vertiefen, sind ab dem Frühjahr weitere Detailuntersuchungen notwendig.

Alle betroffenen Grundstückseigentümer werden dazu heute ausführlich und direkt informiert. Die Stadt gibt Handlungsempfehlungen, und wir stehen den Anwohnern mit den Fachbereichen Umwelt und Gesundheit bei Fragen jederzeit zur Verfügung. Weitere Ergebnisse liegen voraussichtlich im Herbst 2012 vor, dann werden wir auch erfahren, ob Sanierungen notwendig sind. Die Kosten für die bevorstehenden Detailuntersuchungen trägt die Stadt.“

Gemeinsam mit dem Leiter des Fachbereichs Umwelt, Dirk Terlinden, der stellvertretenden Fachbereichsleiterin Birgit Hardiman und dem Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Hans-Eckard Linstaedt, ging Umwelt- und Gesundheitsdezernent Stein auf weitere Details ein.

Zehn Standorte betroffen – Belastung auf historische Verarbeitung zurückzuführen
Dezernent Frank Stein führte aus, dass an zehn von elf Standorten in erster Linie für Blei, bei Einzelfunden auch für PAK, Überschreitungen der Prüfwerte vorliegen. Der Prüfwert sei an den Standorten teilweise minimal, aber vereinzelt auch durchaus signifikant überschritten. Die Verunreinigung mit Blei sei auf die historische Verarbeitung der Dachziegel mit einer speziellen Glasur zurückzuführen. Eine Bleibelastung des Trinkwassers liege nicht vor. Dr. Hans-Eckard Linstaedt, Leiter des Gesundheitsamtes Leverkusen, bestätigte: „Eine akute gesundheitliche Gefährdung der Bewohner liegt nicht vor, Sofortmaßnahmen sind daher nicht notwendig.“ Er fügte hinzu, dass langfristig gesundheitliche Risiken, insbesondere bei Kleinkindern, jedoch nicht auszuschließen seien. Aus diesem Grund spreche die Stadt vorsorgliche Handlungsempfehlungen aus. Überschrittene Prüfwerte, so Dr. Linstaedt, markierten zunächst eine Warnschwelle, und auch aus diesem Grund seien weitere vorsorgliche Bodenuntersuchungen zur Bewertung notwendig. Für Rückfragen stehe das Gesundheitsamt jederzeit zur Verfügung:

Stadt nimmt direkten Kontakt zu Grundstückseigentümern auf – Vorsorgliche Handlungsempfehlungen
Im Fachbereich Umwelt wird nun das weitere Vorgehen koordiniert: Am heutigen Mittwoch erhalten alle Grundstückseigentümer individuelle Anschreiben. Denjenigen, deren Grundstücke bereits untersucht wurden, werden die konkreten Untersuchungsergebnisse für ihr jeweiliges Grundstück mitgeteilt, verbunden mit dem Angebot für ein persönliches Gespräch. 20 Eigentümer werden darüber informiert, dass das Duisburger Gutachterbüro auf ihrem Grundstück ab Frühjahr 2012 aufgrund der überschrittenen Prüfwerte weitere Bodenuntersuchungen vornehmen wird. Diesem Personenkreis gegenüber spricht die Stadt vorsorgliche Handlungsempfehlungen aus: Die Fachbereiche Umwelt und Gesundheit empfehlen, sich nach Kontakt mit dem Boden die Hände zu waschen, die Vegetationsdecke im Garten, also den Rasen, geschlossen zu halten und Kleinkinder vorsorglich nicht auf dem „nackten“ Boden spielen zu lassen. Außerdem sollten Gemüse und Salat aus den eigenen Gärten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden.

Weitere 35 Grundstückseigentümer, deren Grundstücke bisher noch nicht untersucht wurden, werden darüber informiert, dass ab dem Frühjahr auch bei ihnen Bodenuntersuchungen anstehen.

Herbst 2012: Entscheidung über weiteres Vorgehen nach Ende der Detailuntersuchungen
Umweltdezernent Frank Stein: „Nach dieser ersten orientierenden Untersuchung ist es jetzt unser Ziel, das Ausmaß und die räumliche Verteilung der Belastung detaillierter festzustellen. Voraussichtlich im Herbst 2012 werden die Ergebnisse der Detailuntersuchungen vorliegen. Danach wird die Stadt Leverkusen entscheiden, ob Sanierungen und/oder Sicherungsmaßnahmen notwendig sind. Bis dahin wird die Stadt allen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit mit Rat und Auskunft zur Verfügung stehen.“

Ansprechpartner für die Anwohner
Betroffene Anwohner aus Leverkusen-Rheindorf können sich bei Fragen zu den Bodenuntersuchungen und deren Ergebnissen direkt an Edith Schultz und Oliver Lachmund vom Fachbereich Umwelt wenden: Telefon: 0214/ 406- 3225 bzw. 3224. Für Nachfragen zum Thema Gesundheit steht Dr. Martin Oehler vom Gesundheitsamt Leverkusen, Telefon: 0214/ 406- 5331 zur Verfügung.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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