Große Spende für Sprachförderprojekte


Archivmeldung aus dem Jahr 2011
Veröffentlicht: 05.12.2011 // Quelle: Stadtverwaltung

Mit einer Spende über 10.000 Euro fördert der Lions Club Rhenania in diesem Jahr vier Sprachfördergruppen aus dem Rucksack- bzw. Griffbereit-Programm. Die Idee hinter beiden Konzepten ist es, Eltern in ihrer mehrsprachlichen Kompetenz zu fördern, ihnen Sprachspiele und andere pädagogische Methoden nahezubringen, um über ihre sprachlichen Fähigkeiten die Sprachentwicklung ihrer Kinder zu fördern. „Griffbereit“ richtet sich dabei an Kleinkinder, „Rucksack“ an drei- bis sechsjährige Jungen und Mädchen.

Der Club übergibt die Spende Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn an einem Schulungstag für 25 Elternbegleiterinnen und Erzieherinnen. Das Thema der Veranstaltung lautet: „Sprachliche Entwicklung fördern von Anfang an! – Förderung der frühkindlichen Sprachentwicklung bei Kindern unter drei Jahren.“

Die Referentin Elke Schlösser war 1999 als pädagogische Mitarbeiterin der RAA Düren an der Erarbeitung des Projektes beteiligt. „Griffbereit“ und „Rucksack“ stammen ursprünglich aus den Niederlanden und wurden 1999 vom Verbund der RAA in NRW übersetzt und auf deutsche Verhältnisse hin überarbeitet.

Im Mittelpunkt stehen Kinder mit Migrationshintergrund. Vor Ort bilden Kinder, Eltern und Kindertageseinrichtungen zusammen mit der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien) vier Knotenpunkte eines Netzwerks. Gemeinsam setzen sie sich für eine gute Entwicklung der Kinder unter Berücksichtigung der individuellen Familiensituation ein. Darüber hinaus sind „Griffbereit“ und „Rucksack“ für die Kindertageseinrichtungen wertvolle Bausteine einer interkulturellen Erziehung, die durch frühe Förderung gleiche Bildungschancen schafft.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Lions Club Leverkusen Rhenania diese Sprachförderprogramme für unterschiedliche Altersgruppen von Kindern fördert. Der Club fördert die Umsetzung der Konzepte „Rucksack“ und „Griffbereit“ in Leverkusen bereits seit 2006. Insgesamt wurde alleine vom Lions Club Rhenania für diesen Zweck 23.896 Euro Spenden gesammelt.

In dieser Zeit nahmen 247 Familien an Rucksack-Gruppen teil, 291 Kinder wurden erreicht, 247 Geschwisterkinder profitierten in zweiter Linie von den Aktivitäten der Mütter. Das Angebot Griffbereit haben bisher 168 Eltern mit 172 Kindern in Leverkusen wahrgenommen.

Aktuell findet „Rucksack“ in Kooperation mit sieben Kindertageseinrichtungen in fünf Gruppen statt. Die Muttersprachen der Kinder sind so vielfältig wie die Bevölkerung Leverkusens: die Kinder sprechen u.a. deutsch, türkisch, kurdisch, lingala, albanisch, arabisch, französisch, englisch, russisch, polnisch, chinesisch.

Griffbereit wird zurzeit in drei Gruppen angeboten. Durch die Spende des Lions Club Leverkusen Rhenania konnte jetzt auch eine vierte Griffbereit-Gruppe in der KiTa am Markusweg (Bürrig) angeboten werden, an der zwölf Mütter und ihre Kinder teilnehmen.

Die Programme „Griffbereit“ und „Rucksack“ sind sehr praktisch ausgerichtet und bieten den Eltern konkrete Orientierungshilfen für die Förderung ihrer Kinder an. Positive Rückmeldungen aus Kindergärten und Schulen zeigen, dass durch das Miteinander von Familien und Einrichtungen viel bewirkt werden kann, zum Wohle der Kinder.

Griffbereit für Kinder von 0 bis 3 Jahre
In den ersten drei Lebensjahren lernen Menschen mit höherer Intensität und Geschwindigkeit als in jeder späteren Lebensphase. Grundlagen der Sprachentwicklung, Grob- und Feinmotorik bilden sich schon in diesem Alter heraus. Eltern und Kinder in diesem Prozess zu begleiten, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz zu stärken, ist das Ziel des Konzeptes „Griffbereit“.

In den wöchentlichen Spielgruppen, die in Leverkusener KiTas und Familienzentren angeboten werden, lernen Mütter und Kinder mit viel Spaß und Freude, durch Bewegung, Musik und Wiederholung zweisprachig. Wer mitmacht, hat kindgerechte Spiele und Lieder im Familienalltag „griffbereit“ – in der Muttersprache und auf Deutsch.

Die teilnehmenden Mütter suchen Antworten auf Erziehungsfragen und freuen sich über die Gelegenheit zum Austausch. Wenn sie erleben, dass ihre Kinder von Woche zu Woche sicherer werden, im Umgang mit den anderen Kindern, in der gar nicht mehr so fremden Kindertageseinrichtung und in ihrer Sprachentwicklung, ist das Angebot ein voller Erfolg. Integration heißt hier ganz konkret, dass auch Kinder, in deren Familien nicht Deutsch gesprochen wird, schon mit der Sprache und Einrichtung vertraut sind, bevor sie in den Kindergarten kommen. Sie können dann von Anfang an ohne Angst lernen.

Rucksack für Kinder von 3 bis 6 Jahre
Das Programm „Rucksack“ richtet sich an Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und ihre Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sowie an die Kindertageseinrichtungen, die diese Kinder besuchen.
Es berücksichtigt die Entwicklung der Kinder in Bezug auf ihre Lebenswelt und ihre Familie. „Rucksack“ zielt sowohl auf die Förderung der Muttersprachenkompetenz, als auch auf die Förderung des Deutschen ab. Konkret werden die Mütter durch Anleitung einer mehrsprachigen Elternbegleiterin und mit Hilfe von Arbeitsmaterialien zur Förderung in der jeweiligen Muttersprache angeleitet. Einmal wöchentlich für zwei Stunden treffen sie sich und besprechen neben Fragestellungen zur mehrsprachigen Erziehung auch allgemeine Erziehungsthemen, wie z.B. den Umgang mit Medien oder gesunde Ernährung. Die Mütter bilden nach kurzer Zeit eine feste Gruppe, in der Erfahrungen ausgetauscht werden und in einem vertraulichen Rahmen auch über eventuelle Schwierigkeiten in der Erziehung gesprochen werden kann.

Damit Kinder aus eingewanderten Familien erfolgreich Deutsch lernen, kommt auch der Muttersprache eine besondere Bedeutung zu. Denn in vielen Familien wird alltäglich eine andere als die deutsche Sprache gesprochen. Das muss kein Zeichen für mangelnde Integration sein. Deshalb aber binden „Griffbereit“ und „Rucksack“ die Mütter als Expertinnen für das Erlernen der Erst- und Zweitsprache ein. Elternhaus und Kindertageseinrichtung bilden so ein Team zur koordinierten Mehrsprachenförderung. Denn Mehrsprachigkeit wird als Potential der heranwachsenden Generation begriffen.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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