Stadtplan Leverkusen
17.05.2010 (Quelle: Stadtverwaltung)
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25 Jahre Frauenbüro in Leverkusen


Große Fortschritte für die Gleichberechtigung von Frauen erzielt

Am heutigen Abend feiert das Frauenbüro der Stadt, das 1985 vom Rat der Stadt als „Gleichstellungsstelle für Frauen“ gegründet wurde, vor fast 100 geladenen Gästen in der Stadtbibliothek Leverkusen seinen 25. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Frauenbüro in der Stadtbibliothek ab heute bis zum 4. Juni die bundesweit anerkannte Wanderausstellung „Da muss ich erst meinen Mann fragen!? - Frauenrechte einst und jetzt.“

Im Rahmen eines Pressegespräches stellten Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und Simone Fey-Hoffmann, seit Januar 1989 Frauenbeauftragte der Stadt Leverkusen, die Historie und den Werdegang der später in „Frauenbüro“ umbenannten städtischen Gleichstellungsstelle vor:

Nachdem im Februar 1984 der erste Antrag der Grünen auf Einrichtung einer kommunalen Gleichstellungsstelle noch abgelehnt worden war, stimmte der Rat im November 1984 dem SPD-Antrag auf Einrichtung einer Gleichstellungsstelle für Frauen, „die außerhalb der Verwaltungshierarchie unmittelbar dem Oberstadtdirektor zuzuordnen ist“, mit Mehrheit zu. Die Begründung lautete: „Im Grundgesetz ist festgeschrieben, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Im praktischen Alltag ist oft das Gegenteil festzustellen.“ Die Städte Gelsenkirchen und Köln zeigten, dass die Städte viel dazu beitragen könnten, „damit die Frauen den Männern endlich gleichgestellt werden.“

Die CDU lehnte den Antrag damals ab. Argument: Die Gleichberechtigung von Mann und Frau sei im Grundgesetz festgeschrieben. Oberbürgermeister Buchhorn sagte: „Auch ich war damals der Meinung, dass eine Gleichstellungsstelle nicht notwendig ist, heute sehe ich das anders. Das Frauenbüro hat große Forschritte für die Gleichberechtigung erzielt – und dies nicht nur für die Frauen, die in der Stadtverwaltung arbeiten, sondern das Frauenbüro ist ein hoch anerkannter Ansprechpartner und Ratgeber für alle Frauen in Leverkusen.“

Frauenförderplan - Instrument für den beruflichen Aufstieg von Frauen bei der Stadt
Schon 1988 legte die erste Frauenbeauftragte Dr. Dagmar Schlapeit-Beck den ersten Frauenförderplan vor. Geschlechtsneutrale Stellenausschreibungen sowie die Vorgabe, „bei gleicher Eignung und Befähigung“ bevorzugt Frauen einzustellen, wurde lange vor Inkraftreten des „Landesgleichstellungsgesetzes“ im Jahr 1999 in Leverkusen praktiziert.

„1985“, so Simone Fey-Hoffmann, „gab es in Leverkusen keine einzige Dezernentin, alle 36 Amtsleiterstellen waren von Männern besetzt, es gab noch nicht einmal eine Abteilungsleiterin.“ Dies sei heute – ebenfalls ein Ergebnis der Arbeit des Frauenbüros anders: 60 Prozent aller Arbeitsplätze in der Stadtverwaltung Leverkusen werden von Frauen ausgefüllt, 25 Prozent sind in Führungspositionen tätig. Allerdings arbeitet das Gros der Frauen in der Stadtverwaltung Leverkusen in Teilzeitarbeitszeitverhältnissen. Von den 2235 Beschäftigten bei der Kernverwaltung der Stadt Leverkusen sind 1416 Frauen, 798 von ihnen arbeiten Teilzeit, und hier wiederum die Mehrheit zwischen 19, 5 und 28, 8 Stunden.
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Seit 2001 legt der Fachbereich Personal alle drei Jahre den „Frauenförderplan“ vor. Ziel nach wie vor: die Unterstützung von Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und beim Aufstieg in Führungspositionen.

Die Frauenbeauftragte hat innerhalb der Verwaltung eine herausgehobene Position: Sie ist fachlich frei, entscheidet selbständig, was gleichstellungsrelevant ist, hat ein Vetorecht bei Einstellungen und Rederecht in den Ausschüssen und im Rat. OB Buchhorn sieht diese Stellung positiv: Das Frauenbüro wache mit Argusaugen über die Personalpolitik und darüber, dass die Gleichstellung der Frauen Berücksichtigung finde. Er sei überzeugt, so Buchhorn, dass die städtische Frauen-Personalpolitik auch beispielhaft für die Unternehmen in Leverkusen sei.

Simone Fey-Hoffmann erklärte, dass das Frauenbüro besonders in der Anfangszeit sehr oft Diskussionen über Themen angestoßen habe, die bis dahin totgeschwiegen wurden - so richtete das Frauenbüro schon 1988 eine Aufsehen erregende Ausstellung zu „Sexueller Missbrauch am Arbeitsplatz“ aus, und das Frauenbüro lenkte 1990 die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Aus diesen öffentlichen Diskussionen erwuchs Hilfe. So entstand als Konsequenz daraus „Die Beratungsstelle für sexualisierte Gewalt“. Weitere Themen, denen das Frauenbüro sich erfolgreich widmete, waren die Betreuung von Grundschulkindern in den Ferien, die Situation Alleinerziehender, aber auch die Anforderungen an ein frauengerechtes Bauen.

Beispiel "Häusliche Gewalt" - Frauenbüro stieß gesellschaftliche Verbesserungen an
Ein großer Schwerpunkt stellt seit 1994 die bis dahin tabuisierte „Häusliche Gewalt“ dar. Das Frauenbüro koordinierte die Einrichtung eines Runden Tisches zwischen Polizei, Beratungsstellen, Frauenhaus, Ärztinnen und Ärzten.

Simone Fey-Hoffmann ist stolz, dass das Engagement des Leverkusener Frauenbüros und der Frauenbewegung insgesamt dazu geführt hat, dass seit 2002 das Gewaltschutzgesetz gilt, Vergewaltigung in der Ehe strafbar ist und das Wegweisungsgebot gegen gewalttätige Männer gilt. Frauenthemen seien längst auch auf der europäischen Ebene der Gesetzgebung angekommen. So ist es die EU, die heute den Städten Themen wie Gender Mainstreaming oder die Ausrichtung des Equal Pay day vorgibt.

Die Arbeit des Frauenbüros sehen Oberbürgermeister Buchhorn und die Frauenbeauftragte im Jahre 2010 noch nicht als beendet an. Einen großen Schwerpunkt sieht Fey-Hoffmann in der Arbeit von Migrant/Innen für MigrantInnen. Das Projekt MIMI, das jetzt vom Fachbereich Soziales fortgeführt wird, wurde vom Frauenbüro initiiert. Migranten beraten Migranten in Gesundheitsfragen. Aber auch die berufliche Gleichstellung sei noch nicht erreicht, so Fey-Hoffmann. Und dafür gelte es nach wie vor zu kämpfen.


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Letzte Änderung am 21.06.2015 18:16 von leverkusen.
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