Anlässlich des Holocaustgedenktages hat Oberbürgermeister Stefan Hebbel in der Galerie des Forums die vhs-Ausstellung "Freiheit in der Ferne - Vom jüdischen Leben in der neuen Heimat Leverkusen" eröffnet. Vor etwa 100 Anwesenden wurde dabei die Bedeutung der Erinnerungsarbeit und die Solidarität mit jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern betont.
In seiner Gedenkrede erinnerte Oberbürgermeister Stefan Hebbel daran, dass der „Massenmord an den europäischen Juden mit Antisemitismus und Ausgrenzung begann und sich schließlich zu staatlich organisierter Vernichtung steigerte.“ Er mahnte zur Wachsamkeit und zur Unterstützung: „Gerade heute müssen wir deshalb unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Seite stehen und all denen, die sich gegen Antisemitismus einsetzen.“
Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde die neue Ausstellung der Volkshochschule vorgestellt. Sie beleuchtet die Situation jüdischer Kontingentflüchtlinge, die nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er-Jahren in die Bundesrepublik Deutschland kamen. VHS-Leiter Dr. Günter Hinken hob hervor, dass diese Präsentation Teil der fortwährenden Erinnerungsarbeit der Volkshochschule ist, die sich im Leitmotiv „Zukunft braucht Erinnerung“ widerspiegelt. „Die umfangreiche Zuwanderung von Jüdinnen und Juden sorgte für eine Revitalisierung der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Die Darstellung ihrer Migrationsgeschichte und ihres Gemeindelebens auch in Leverkusen ist eine wesentliche Leistung der aktuellen Ausstellung“, so Hinken.
Die Kuratoren Era Freidzon und Dr. Benjamin Weber von der Forschungsstelle XRbit erläuterten die Inhalte der Ausstellung. Diese gibt mittels emotionaler Gemälde, Interviews mit Erstzeugen sowie Fotografien und interaktiven Videoinstallationen Einblicke in die Erfahrungen von Flucht, Identität(suche) und Neuanfang. Beide Betrachtungsebenen sorgen für eine authentische Sicht auf die Welt der jüdischen Kontingentflüchtlinge, in der die Auseinandersetzung mit ihrer Einwanderungsgeschichte sowie die Fragen nach Sprache und Gemeinschaft in der neuen Heimat wesentliche Erfahrungs- und Diskussionspunkte sind. Lev Ismikhanov, Vorsitzender des jüdischen Vereins Davidstern, brachte dabei die Perspektive der in Leverkusen lebenden Jüdinnen und Juden mit ein.
Die Ausstellung "Freiheit in der Ferne" ist noch bis zum 22. März 2026 in der Galerie des Forums zu sehen. Die genauen Öffnungszeiten, insbesondere an Wochenenden, können den Informationen des Forums entnommen werden.
Das von der Bürgerstiftung und der Sparkasse Leverkusen unterstützte Ausstellungsprojekt wird durch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm erweitert. Dieses umfasst öffentliche Führungen, Workshops für Schüler*innen, ein Musikkonzert am 7. März und eine kultur-kulinarische Ausstellungsfinissage am 19. März. Diese Veranstaltungen sollen weitere Einblicke in die Gegenwart und Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Leverkusen geben.
Nähere Informationen zum Begleitprogramm und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte unter www.vhs-leverkusen.de (Öffnet in einem neuen Tab).
Für weitere Auskünfte steht Ihnen die Öffentlichkeitsarbeit der VHS Leverkusen zur Verfügung: Uta Wagner, Tel. 0214 / 406 4185 oder Mail: uta.wagner@vhs-leverkusende.