Die Bahnstrecke zwischen Ratingen und Leverkusen wird mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgerüstet. Auf 43 Kilometern soll die Digitalisierung bis Ende 2029 abgeschlossen sein – ein wichtiger Schritt für den grenzüberschreitenden Schienenverkehr.
Die DB InfraGO AG hat den Auftrag für die ETCS-Ausrüstung des Streckenabschnitts Ratingen–Leverkusen erteilt. Beauftragt wurde der Hersteller Alstom, der Mittel aus dem bestehenden Volumenvertrag für digitale Leit- und Sicherungstechnik (dLST) abgerufen hat. Im Rahmen des Projekts wird die bisher genutzte Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) um das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 2 mit Signalen erweitert.
Das System ermöglicht eine verlässlichere Steuerung des Zugverkehrs und fördert die Interoperabilität im europäischen Schienennetz – davon profitieren insbesondere grenzüberschreitende Zugfahrten.
Konkret werden im Zuge des Ausbaus sogenannte Balisen im Gleis verlegt sowie zwei ETCS-Streckenzentralen, die sogenannten Radio Block Centre (RBC), errichtet. Diese RBCs ermöglichen den Datenaustausch zwischen Stellwerk und Zug und damit eine präzise Zugbeeinflussung.
Bis Ende 2029 soll zunächst das RBC Düsseldorf-Rath in Betrieb gehen. Es deckt 43 ETCS-Kilometer von Ratingen West bis Immigrath ab. Im Anschluss folgt die Errichtung des RBC Solingen sowie der weitere Ausbau auf der Strecke von Opladen bis Leverkusen Morsbroich – weitere 21 ETCS-Kilometer.
Bedient und überwacht werden die Stellwerks- und ETCS-Funktionen künftig zentral aus der Digitalen Steuerzentrale (DSZ) Wuppertal. Dafür wurde zusätzlich ein integriertes Bediensystem (iBS) beauftragt, das eine herstellerübergreifende Steuerung moderner Stellwerke erlaubt.
Der Abschnitt Ratingen–Leverkusen ist Teil des Projekts Korridor Rhine-Alpine, das den größten Teil der ETCS-Ausrüstung auf dem deutschen Teilstück des europäischen Korridors North Sea – Rhine – Mediterranean umfasst. Die Gesamtstrecke reicht von Oberhausen-Sterkrade bis Haltingen bei Basel.
Grundlage für die Beauftragung ist ein Volumenvertrag, den die DB InfraGO AG mit vier Industrieunternehmen geschlossen hat: MerMec Deutschland, Hitachi Rail, Alstom sowie einer Bietergemeinschaft aus Siemens Mobility und LEONHARD WEISS. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf insgesamt 6,3 Milliarden Euro und umfasst neben ETCS auch digitale Stellwerkstechnik sowie ein integriertes Leit- und Bediensystem.
Für Leverkusenerinnen und Leverkusener bedeutet der Ausbau langfristig einen zuverlässigeren und besser vernetzten Schienenverkehr – sowohl im Nahverkehr als auch auf internationalen Verbindungen entlang des Rhein-Alpen-Korridors.
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