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Nach 37 Jahren geht Trainer Bernd Knut in den Ruhestand

Veröffentlicht: 24.11.2007 // Quelle: TSV Bayer 04

Bernd Knut hat nach 37 Jahren seine Tätigkeit als hauptamtlicher Leichtathletiktrainer des TSV Bayer 04 Leverkusen beendet. Der 67-Jährige verabschiedete sich in den Ruhestand. Seine beiden Top-Athleten Charles Friedek und Nils Winter, die von ihm bis zum Ende der Saison 2007 betreut worden waren, verlassen den Verein. Das Ziel des Dreisprung-Ex-Weltmeisters und des Weitsprung-Hallen-EM-Siebten ist noch nicht bekannt.

„Irgendwann muss man die Kurve kriegen. Ich sage dem Sport aber nicht adieu. Ich werde selbst möglichst jeden zweiten Tag Sport treiben und im Verein aushelfen, wo Not am Mann ist“, erzählt Knut, der seit 1970 bei Bayer 04 arbeitete und im Oktober 1974 als Nachfolger von Bert Sumser zum Cheftrainer des damaligen SV Bayer 04 aufgestiegen war. Zuletzt kümmerte er sich beim TSV vornehmlich um die Bereiche Mehrkampf und Sprung.

Über 200 deutsche Meistertitel gewannen seine Schützlinge seit 1970. Franz-Peter Hofmeister und Bernd Herrmann holten 1976 Olympia-Bronze über 4x400 Meter. Hofmeister wurde zwei Jahre später in Prag zudem Doppel-Europameister, als er im Einzel und mit der Staffel siegte. Auch Bernd Herrmann war am Erfolg des deutschen 4x400-Meter-Quartetts beteiligt. 1999 führte Knut Dreispringer Friedek zum Weltmeistertitel.

„Charles’ Sieg war sicher ein erhebender Augenblick. Welches aber der schönste Moment in den 37 Berufsjahren war, kann ich nicht sagen. Es gab viele prägende Erlebnisse. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Endlauf bei der EM 1978 mit Franz-Peter Hofmeister und Bernd Herrmann. Vor dem Rennen hatte ich 180 Puls. Diese Aufregung vor Wettkämpfen hat sich im Laufe der Jahre aber sehr beruhigt“, sagt der in Danzig geborene Coach, der mit so erfolgreichen Athleten wie Sprinter Ralf Lübke, Mehrkämpfer Frank Busemann und Weitspringer Nils Winter zusammenarbeitete. Er betreute einst auch Heidi Schüller, die 1972 bei Olympia in München als erste Frau überhaupt den Eid bei Olympischen Sommerspielen gesprochen hatte und später im von Heide Ecker-Rosendahl gewonnenen Weitsprung Rang fünf belegte.

Knut, der 2004 das Bundesverdienstkreuz erhielt, war aber nie nur Trainer, sondern auch Förderer seiner Athleten: „Was mich besonders stolz macht, ist dass viele von ihnen heute im Beruf ihren Mann oder ihre Frau stehen. Es war mir immer wichtig, dass die Sportler zweigleisig fahren.“ Besonders herausgefordert fühlte er sich, wenn Außenstehende seinen Schützlingen kein Talent attestierten. „Das war für mich ein besonderer Anreiz.“ Auch schwierige Charaktere reizten den ehemaligen Zehnkämpfer, denn: „Wer nicht bisschen schwierig ist, bringt auch keine Leistung.“

Doping war für Knut indes nie eine Alternative. „Ich will dir auch in 20 Jahren noch in die Augen schauen können“, sagte er einst zu Heidi Schüller, wie sie sich jüngst in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erinnerte. „Wenn man weiß, welche Gefahren im Doping lauern, kann es keine Option sein. Mir waren 20 Zentimeter weniger im Weitsprung lieber, als später wegen Dopings Ärger zu bekommen“, erklärt der Coach seine Haltung.

Als Anhänger des Gruppentrainings wusste Knut stets die Bedeutung von leistungsschwächeren Athleten zu schätzen: „Nicht nur die Meister waren wichtig, auch die Fünften oder Sechsten konnten sehr wertvoll für die Gruppe sein.“

Der bald vierfache Opa, dessen Sohn Lars heute Schülertrainer beim TSV Bayer 04 ist, während Tochter Silke in Süddeutschland lebt, studierte einst an der Deutschen Sporthochschule in Köln und wollte eigentlich an die Uni zurück, ehe er nach zwei Jahren als Lehrer an einem Gymnasim in Köln-Porz Trainer in Leverkusen wurde: „In meiner Zeit als Lehrer habe ich erkannt, dass es viele Talente in Deutschland gibt. Man muss sie nur fördern.“

Daran will Knut auch zukünftig mitwirken. „Wenn Leverkusener Jugendtrainer mal verhindert sind, springe ich gern als Vertretung ein“, sagt er. Ansonsten wird ihm allerdings auch nicht langweilig: „Ich habe schon einen Computerkurs gemacht, weil ich da Nachholbedarf hatte. Demnächst steht ein Sprachkurs an und die Enkelkinder halten mich auch auf Trab.“

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