Das Geschäft des Chemiekonzerns LANXESS profitierte im dritten Quartal 2005 von der Umsetzung angekündigter Restrukturierungsmaßnahmen. Auch die robuste Chemiekonjunktur wirkte unterstützend. So wurde das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen erneut deutlich gesteigert. Diese Kennziffer wuchs um 41 Prozent auf 148 (105) Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht um 0,7 Prozent auf 1,776 (Vorjahr: 1,764) Milliarden Euro. Die Netto-Finanzschulden wurden gegenüber dem 30. Juni 2005 auf 811 Millionen Euro von zuvor 1,250 Milliarden Euro reduziert. Gegenüber der Netto-Verschuldung Ende 2004 ergab sich ein Rückgang um 28,5 Prozent. Die Bilanzstruktur verbesserte sich damit erheblich.
„Die eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung unserer Performance wirken sich somit schneller als erwartet aus“, erklärte der LANXESS-Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann. „Vor diesem Hintergrund haben wir die Jahresprognose für das EBITDA vor Sondereinflüssen auf 560 bis 580 Millionen Euro angehoben.“
Im Berichtsquartal verbesserte sich die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen deutlich um 2,3 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Die Sondereinflüsse im operativen Ergebnis (EBIT) in Höhe von 142 Millionen Euro betrafen mit 132 Millionen Euro Restrukturierungsaufwendungen. „Wie angekündigt wurde damit ein Großteil der geplanten Aufwendungen des Jahres 2005 bereits im Berichtsquartal gebucht“, erläuterte Heitmann. Beim EBIT stellte sich ein Verlust von minus 54 (minus 4) Millionen Euro ein. Das Ergebnis je Aktie betrug minus 0,67 (minus 0,07) Euro.
Die Verselbstständigung der Business Unit Fine Chemicals läuft weiter voll im Plan. Zum zweiten Quartal 2006 wird das Unternehmen unter dem Namen Saltigo mit weltweit rund 1.400 Mitarbeitern an den Start gehen. Bereits jetzt erzielt die Feinchemie rund 90 Prozent ihres Umsatzes von fast 400 Millionen Euro im reinen Service-Geschäft, dem so genannten Custom Manufacturing- also der Entwicklung von Synthese-Verfahren und der Auftragsfertigung. Saltigo gehört somit zu den weltweit größten Anbietern.
Weiter fortgeschritten ist auch die Restrukturierung der Business Unit Styrenic Resins. Als letztes Element der Neuorganisation des ABS-Kunststoff-Geschäfts in Europa wurde kürzlich mit den Arbeitnehmern am spanischen Styrenic Resins-Standort Tarragona eine Einigung mit Zugeständnissen bei Lohn und Arbeitszeit erzielt. Weitere Einsparungen betreffen Energie, Zulieferer, den Einkauf sowie die Infrastruktur. Insgesamt will LANXESS in Spanien bereits ab 2006 zehn Millionen Euro pro Jahr einsparen.
„Die bislang erzielten Verbesserungen reichen noch nicht aus, um auch im Branchenvergleich erfolgreich bestehen zu können. Deshalb bleiben weiter alle Bereiche auf dem Prüfstand“, sagte Heitmann.
Im Segment Engineering Plastics konnten positive Preis- und Währungseffekte von 6,0 bzw. 0,5 Prozent negative Mengeneffekte von 7,0 Prozent nahezu ausgleichen. Der Umsatz blieb mit 441 Millionen Euro daher weitgehend konstant. Bei der Business Unit Styrenic Resins standen einem Volumenrückgang durch bewussten Verzicht auf margenschwache Geschäfte Preissteigerungen gegenüber. Die Business Unit Semi Cristalline Products erzielte wie bereits in den beiden Vorquartalen Volumensteigerungen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich leicht um eine Million auf 14 Millionen Euro. Hauptgrund waren die Preiserhöhungen bei Styrenic Resins. Die EBITDA-Marge des Segments verbesserte sich auf 3,2 (2,9) Prozent. Das Segment erbringt – absolut wie relativ – die geringsten Ergebnisbeiträge im LANXESS-Konzern. Die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen werden sich hier nachhaltig positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirken.
Das Segment Chemical Intermediates verzeichnete gegenüber der Vorjahreszeit einen Umsatzrückgang um 10,3 Prozent. Damals war die sonst übliche Absatzabschwächung in den Sommermonaten ausgeblieben. Das mengenmäßige Minus von 14,9 Prozent konnte aber in geringem Maße durch positive Preis- und Währungseffekte von 4,3 Prozent bzw. 0,3 Prozent kompensiert werden. Demgegenüber wurde durch deutlich günstigere Kostenstrukturen eine entscheidende Verbesserung beim EBITDA vor Sondereinflüssen erzielt. Diese Kennziffer verbesserte sich um 44,7 Prozent auf 55 (38) Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich von 9,1 auf 14,7 Prozent.
Die Umsätze des Segments Performance Chemicals, das weniger von saisonalen Effekten beeinflusst wird als alle anderen des LANXESS-Konzerns, lagen im dritten Quartal 2005 nahezu unverändert bei 489 Millionen Euro. Das gesamte Segment verzeichnete einen positiven Preiseffekt von über elf Prozent. Insbesondere die Business Units Rubber Chemicals und Functional Chemicals konnten Preissteigerungen an den Markt weitergeben. Dem stand ein Volumenrückgang von 12,6 Prozent gegenüber. Vor allem Functional Chemicals verzeichnete einen deutlichen Mengenrückgang aufgrund von Änderungen im Produktportfolio. Effektives Kostenmanagement führte auch in diesem Segment zu einer Verbesserung des EBITDA vor Sondereinflüssen um 42,5 Prozent auf 57 (40) Millionen Euro. Dazu trugen insbesondere die Business Units Leather, Rubber Chemicals, Material Protection Products und Ion Exchange Resins bei. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg um 3,6 Punkte auf 11,7 Prozent.
Q3 2005 | Q3 2004 | Veränderung in Prozent | |
| Umsatz | 1.776 | 1.764 | +0,7 |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 148 | 105 | +41,0 |
| EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen | 8,3 % | 6,0 % | |
| EBIT | -54 | -4 | * |
| Konzernergebnis | -57 | -5 | * |
| Ergebnis je Aktie (in Euro) | -0,67 | -0,07 | |
| Investitionen | 52 | 54 | -3,7 |
| Mitarbeiter (Stand 30.09.) | 18.566 | 19.659** | -5,6 |
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