Bahnstadt-West: Offenlage für den Bebauungsplan „nbso-Westseite/Quartiere“ - Leitbild für die „Bahnstadt-West“


Archivmeldung aus dem Jahr 2016
Veröffentlicht: 25.05.2016 // Quelle: Neue Bahnstadt

Im Juni bringt die Stadt Leverkusen den Bebauungsplan Nr. 208 B/II „Opladen-nbso/Westseite-Quartiere“, der sich seit Ende 2014 im politischen Verfahren befindet, in die Ausschüsse „Bürger und Umwelt“, „Stadtentwicklung, Planen und Bauen“ sowie in den Bezirk II zur Offenlage ein. Im Anschluss wird er ein zweites Mal zur Einsicht für die Bürgerschaft offengelegt. Über die Stellungnahmen entscheidet der Rat abschließend Ende 2016. Der rechtsverbindliche Bebauungs-Plan setzt die Entwicklung und Bebauung der 10,1 Hektar großen Bahnbrachfläche fest, die sich nördlich vom Bahnhof Opladen bis zur Fixheider Straße im Süden erstreckt. Teil des B-Plans sind umfangreiche Gutachten, so zum zukünftigen Einzelhandel, zur Entwicklung des Verkehrs, zum Schallschutz und zur Umwelt. Mit ihm steht das Leitbild für die Bahnstadt-West fest: Von Norden nach Süden werden ein Geschäfts- und Dienstleistungsviertel, der neue ZOB (Busbahnhof), Wohnungen, ein Gewerbegebiet und Grünflächen entwickelt. Bezirksvorsteher Rainer Schiefer sagte: „Mit diesem B-Plan machen wir einen riesigen Schritt voran zu der von allen gewünschten Aufwertung von Opladen.“
Vera Rottes, Geschäftsführerin der nbso GmbH: „Ende 2014 haben wir das städtebauliche Konzept, das die Entwicklung der Bahnstadt-West auf den Flächen beschreibt, die durch die Gütergleisverlegung frei werden, öffentlich vorgestellt. Heute präsentieren wir auf dem Fundament dieser umfangreichen Gutachten ein belastbares Leitbild für das neue Stadtviertel. Der B-Plan setzt den nötigen rechtlichen Rahmen, er gewährt uns aber auch die notwendige Freiheit, um vielfältig und städtebaulich anspruchsvoll zu bauen. Die spannende Aufgabe besteht jetzt darin, diesen Rahmen bis 2020/21 gemeinsam mit der Stadt Leverkusen, mit Investoren, Planern, Architekten und nicht zuletzt gemeinsam mit den Bürgern mit Leben zu füllen.“ Zu diesem Zweck, so Rottes, werde die nbso GmbH noch in diesem Jahr einen Investorenwettbewerb Wohnungsbau und einen Wettbewerb zu den Grün- und Freiflächen durchführen. Im Anschluss folgt ein Investorenwettbewerb zum Geschäftsviertel.

Zentrale Eckpunkte: Festsetzungen zum Geschäftsviertel, zum Wohngebiet und zum Verkehr
Für das neue 6.400 qm große Geschäftsviertel, das an Stelle des heutigen Busbahnhofs mit direkter Anbindung an die Fußgängerzone, an den DB-Bahnhof und den neuen Busbahnhof entsteht, legt der B-Plan auf Basis eines „Verträglichkeitsgutachten Einzelhandel“ dezidiert fest, welche Sortimente und Geschäfte an dieser Stelle möglich sind. Oberste Prämisse: dem bestehenden, überwiegend kleinteiligen, Einzelhandel im Opladener Zentrum dürfe keine schädliche Konkurrenz gemacht werden und: Das neue Angebot muss auf Nachfrage und Kaufkraft treffen. Schwerpunkt des Geschäftszentrums werden daher das Zentrum ergänzende Sortimente aus den Bereichen Lebensmittel, Bekleidung und (Unterhaltungs)-Elektronik sein. In kleinerem Umfang sind Geschäfte für Schuhe, Schreib- und Spielwaren vorgesehen. Auch für Parkfläche – unter oder über der Erde - wird gesorgt. „Dieses Geschäfts- und Dienstleistungsviertel und der neue Knotenpunkt mit kombiniertem Bus- und DB-Bahnhof wird Opladen ganz entscheidend aufwerten, denn damit beginnt die Fußgängerzone nun direkt an der Bahnhofsbrücke und mündet in die Bahnhofstraße.“

Mehrgeschossige Wohnbebauung – geschützt durch passiven Schallschutz und eine Lärmschutzwand – Wohnraum für alle
Die Mitte der Bahnstadt-West, gut drei Hektar zwischen Goethestraße und Wilhelmstraße, ist für eine vier- bis fünfgeschossige Wohnbebauung mit ca. 400 Wohneinheiten, ausgestattet mit Tiefgaragen, vorgesehen. Mindestens 25 Prozent davon sollen – gemäß Ratsbeschluss - aus Mitteln des öffentlich geförderten Wohnungsbaus finanziert werden. Rund 1000 Menschen können hier ein neues Zuhause finden: zur Miete, als Eigentümer, als Mitglieder von Baugruppen, Genossenschaften oder von Projekten wie Mehrgenerationenwohnen. „Das Wohngebiet wird bunt und vielfältig, und es bietet Möglichkeiten und Raum für alle Interessenten.“ Für das neue Wohnviertel in unmittelbarer Nähe der Neuen Bahnallee und der neuen Gütergleistrasse, gelte es, alle Möglichkeiten der aktiven und passiven Schallminderung auszunutzen: Dies wird mit Hilfe einer 2.30 Meter hohen Lärmschutzwand zwischen den Gütergleisen und Neuer Bahnallee realisiert und durch passive Lärmschutzmaßnahmen an den geplanten neuen Wohnungen.
So werden „sensible Bereiche“ wie Wohnen und Schlafen zur Westseite und zu den begrünten Innenhöfen Richtung Opladen ausgerichtet; auch sorgten die vorgeschriebene geschlossene Bebauung zu den Lärmquellen und spezielle Grundrisse für die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzwerte. Die Schutzwand wird im Zuge der Straßenbauarbeiten für die Neue Bahnallee errichtet.
Gutes Wohnen, so Vera Rottes und Professor Peter Jahnen, bedeute aber auch architektonische und städtebauliche Qualität. Auch hier schlägt der B-Plan Pflöcke ein: Eine Gestaltungsvorgabe schreibt vor, dass die Fassaden der neuen Wohngebäude als Referenz an die benachbarte denkmalgeschützte Bahnersiedlung einen Mindestanteil von 20 Prozent Ziegelstein aufweisen müssen. „Dies ist eine sehr gute Vorgabe. Sie wird in diesem Jahr Bestandteil unseres kombinierten Investoren/Architektur-Wettbewerbs zum Wohnungsbau, von dem wir uns vielfältige architektonische Antworten erwarten. Uniformierte Einheitsfassaden und eine triste Blockrandbebauung gehören in jedem Fall nicht dazu.“

Neue Bahnallee wird zu Stadtstraße mit Verteilerfunktion –Opladen-Zentrum wird vom Durchgangsverkehr entlastet
Eine Schlüsselrolle für die Gesamtentwicklung des Zentrums und der Bahnstadt-West kommt der Verkehrsführung zu. Prognostiziert für das Jahr 2025 wird die Neue Bahnallee eine stark ausgelastete Stadtstraße mit Verteilerfunktion sein, die am Tag im südlichen Bereich ca. 12.000 und im nördlichen Bereich rund 19.000 KFZ aufnimmt – Verkehre, um die die bestehende Bahnallee und Robert-Koch-Straße in erheblichem Umfang entlastet werden, die aber auch neu entstanden sein werden: aus den Bewegungen in die neuen Wohngebiete, aus neu geschaffenen Arbeitsplätzen und dem Kunden- und Zulieferverkehr für den neuen Einzelhandel. Über die Bahnallee wird auch die Zu- und Abfahrt zum neu gebauten Busbahnhof am DB-Bahnhof geregelt. Für die Nutzung der Gerichtsstraße betrachtet der B-Plan drei Varianten. Eine Entscheidung obliegt der Politik, wenn erkennbar sein wird, wie das neue Geschäftsviertel gebaut wird.
Grundsätzlich gilt: Die Neue Bahnallee wird über die Kreisverkehre an ihrem nördlichen und südlichen Ende an das städtische Verkehrsnetz angebunden. Die Fahrt über die Neue Bahnallee soll einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss gewähren, dementsprechend werden die bestehende Bahnallee und die meisten Quererschließungen von der Neuen Bahnallee als verkehrsberuhigter Bereich festgesetzt. Drei Scharniere (Gerichtsstraße, Goethestraße und eine Zufahrt aus der Humboldtstr.) machen eine Querung in West-Ost-Richtung möglich.

„Grünes Band“, Spiel- und Freiflächen und ein Park an der Campusbrücke
Trotz oder gerade wegen der geplanten komprimierten Bebauung wird die „Bahnstadt-West“ sich durch Grün-, Spiel- und Freiflächen auszeichnen, die Lebens- und Aufenthaltsqualität garantieren sollen. Festgesetzt im B-Plan ist daher ein „Grünes Band“, das in Nord-Süd-Richtung zwischen der bestehenden Bebauung und den neuen Wohngebieten, parallel zur Bahnallee, verlaufen wird.

Ein deutlicher Schwerpunkt wird zudem am Ende der Campusbrücke mit einem neuen Park auf der Westseite gesetzt. Dieser wird an der Stelle entstehen, an der sich heute noch das temporäre Gerüst mit dem Abgang von der Brücke befindet. Professor Peter Jahnen: „Wie die Grünflächen im Detail ausgebildet werden, das wird in naher Zukunft mit Hilfe eines Wettbewerbs erarbeitet, der auch die Bürgerschaft miteinbezieht.“ Die Entwicklung der Grünflächen sei ein zentraler Baustein zur Entwicklung eines qualitätsvollen Umfeldes für die Wohnbebauung: „Wir haben uns mehrere Beispiele in der Region angesehen, die zeigten, dass auch in solchen Lagen ein sehr qualitätsvoller Wohnungsbau entstehen kann.“

Zeitschiene: Offenlage für die Bürgerschaft und Ratsbeschluss
Burkhard Burau aus dem Fachbereich Stadtplanung stellte abschließend die Zeitschiene dar: Nach der Beratung im Juni in den Gremien „Bürger und Umwelt“, „Stadtentwicklung Bauen und Planen“ und im „Bezirk II“ folgt von Anfang Juli bis Anfang August eine einmonatige öffentliche Auslegung des Bebauungsplans. Über die Stellungnahmen entscheidet der Rat abschließend Ende 2016.



Bebauungsplan Nr. 208 B/II „Opladen-nbso/Westseite-Quartiere“-

  • Verkehrsuntersuchung
  • Schalltechnische Untersuchung
  • Bodenuntersuchung
  • Landschaftspflegerischer Begleitplan
  • Verträglichkeitsuntersuchung Einzelhandel
  • Umweltbericht

    Beratungsweg:
    Ausschuss Bürger und Umwelt
    Ausschuss Stadtentwicklung, Bauen und Planen,
    Bezirk II
    Rat der Stadt Leverkusen
    Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

Kategorie: Politik
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