Vorsicht Herkulesstaude


Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 09.07.2010 // Quelle: Stadtverwaltung

Die Bienen lieben ihn, für Menschen ist er gefährlich: Der Riesenbärenklau oder die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum). Eltern sollten ihre Kinder unbedingt über die Gefährlichkeit dieser Pflanze aufklären, weil Kinder sich gerne im Pflanzendschungel verstecken oder Blasrohre aus den Stielen herstellen. Nicht jeder hat die Staude deshalb gerne im Garten oder in gartenangrenzenden Bereichen. Bürgerinnen und Bürger aber, die Herkulesstaude bekämpfen wollen, sollten unbedingt die folgenden Schutzmaßnahmen beachten: Nicht bei Sonnenschein arbeiten, weil die Pflanze phototoxisch ist und zu schweren Verbrennungen führen kann. Deshalb: Schutzkleidung tragen, damit kein Pflanzensaft auf Kleidung und Körper gelangt, möglichst schon die jungen Pflanzen im Frühjahr bekämpfen.

Die Herkulesstaude gehört zu den zweijährigen Pflanzen. Der Samen keimt im ersten Jahr und wächst bis zu einer Pflanze von etwa einem halben Meter Höhe heran. Der überirdische Teil der Pflanze stirbt im Spätherbst ab. Im Frühling des folgenden Jahres legt die Staude dann mächtig an Wachstumsgeschwindigkeit zu. Anfang Mai haben die Pflanzen etwa eine Höhe von 50 - 70 Zentimetern. Einen Monat später sind die Pflanzen bereits mannshoch und stehen kurz vor der Blüte. Die negativen Eigenschaften der Herkulesstaude beruhen besonders auf zwei Eigenschaften:

● Die Pflanzen sondern bei Verletzung (z.B. wenn das Blatt beim Vorbeigehen geknickt wird) Furanocumarin ab. Es erhöht die UV-Empfindlichkeit der Haut, wodurch es besonders bei Sonnenschein zu schwerwiegenden verbrennungsähnlichen Erscheinungen kommen kann. Die Haut kann sich bräunlich verfärben. Die schwerwiegenden Folgen treten teilweise erst nach zwei oder drei Tagen auf.

● Es können sich flächendeckende Bestände des Neophyten bilden. Diese dichten Bestände nehmen zum Beispiel gewässerbegleitenden heimischen Sumpfpflanzen das Licht und damit die Lebensmöglichkeit. Die Konkurrenz um attraktive Standorte geht zu oft zugunsten der Herkulesstaude aus.

Bisher wurde die Herkulesstaude im Stadtgebiet zuerst in Naturschutzgebieten und teilweise entlang der Fließgewässer durch das Abstechen des Wurzelhalses zurückgedrängt. Da jede Pflanze mehrere tausend Samen hat und diese bis zu acht Jahre keimfähig sind, kann die Herkulesstaude in ihrem Ausbreitungsbestreben nur eingeschränkt werden, wenn sie regelmäßig abgeschnitten wird. Wo allerdings die Herkulesstaude nachhaltig bekämpft wird, schließt sich die Grasnabe wieder und die Samen finden weniger Wuchsgelegenheit. Damit reduziert sich die Anzahl der Pflanzen.

Im Leverkusener Stadtgebiet gibt es Flächen, auf denen vor fünf Jahren Einzelexemplare zu finden waren, etwa an Wupper und Dhünn, oder am Wiembach. Mittlerweile steht die Herkulesstaude an manchen Stellen so dicht, dass sich ein etwa drei Meter hoher undurchdringlicher Pflanzenbestand gebildet hat.

Besonders entlang der Fließgewässer breitet sie sich zum Teil in rasanter Geschwindigkeit aus. Bevorzugt gedeiht dieser Neophyt (Neupflanze) außerdem in Brachen oder Standorten illegaler Gartenabfallentsorgung. Weitgehend natürliche Biotope sind in der Regel nicht oder nur geringfügig betroffen. Hier ist die Herkulesstaude kaum konkurrenzfähig.


Anschriften aus dem Artikel: Alte Landstr 129, Albert-Einstein-Str 58

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