Neujahrsempfang des Integrationsrats


Archivmeldung aus dem Jahr 2015
Veröffentlicht: 23.01.2015 // Quelle: Stadtverwaltung

Bürgermeisterrin Josefa Lux hielt soeben beim Neujahrsempfang des Integrationsrats im Lindenhof folgende Rede:

"Sehr geehrte Frau Buchner,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen herzlich für die Einladung zu Ihrem Neujahrsempfang. Und ich überbringe Ihnen gerne die offiziellen Grüße der Stadt, des Rates und auch des Oberbürgermeisters, der heute noch später kommen möchte.

Das neue Jahr ist gerade drei Wochen alt. So ist der Neujahrsempfang ein traditioneller Anlass, sich noch einmal Vergangenes in Erinnerung zu rufen und einen Ausblick auf Kommendes zu versuchen.

International wird 2014 in Verbindung gebracht mit Krisen, wie dem Konflikt um die Ukraine, einer weiteren Konfliktspirale im Nahen Osten und Kämpfen der Terrormiliz IS an der Grenze Europas, in unmittelbarer Nähe türkischer Städte. Dazu die Zunahme nationalistischer Tendenzen in vielen europäischen Ländern. Trotzdem hakten sich vor einer Woche die Regierungs-Chefs unter – egal wie zerstritten ihre Länder sind oder waren – und demonstrierten in Paris für Menschenrechte und Demokratie. Auf der großen Bühne zeigen die Terroranschläge von Paris eine Rückbesinnung auf gemeinsame Werte, auf das, was die Menschen über kulturelle und Ländergrenzen hinweg verbindet.

Wie sieht es nun in Leverkusen aus?
Hass und Gewalt haben in unserer Stadt keinen Platz, dazu haben Sie vor einer Woche klar Position bezogen. Ich möchte Ihnen ausdrücklich danken für die Anteilnahme, die Sie mit einer Schweigeminute des Integrationsrates für die Opfer islamistischer Gewalt gezeigt haben. Solche Gesten sind wichtig. Sie setzen Zeichen in unserer Gesellschaft.

Doch mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wertvoller ist das tägliche Engagement für ein friedliches Miteinander, wie Sie es im Integrationsrat und in den Migrantenvereinen leisten – nicht erst seit „Charlie Hebdo“, sondern seit Jahren, sogar schon Jahrzehnten.

Wünsche – und auch Konflikte – offen anzusprechen, bevor sich Unzufriedenheit aufstaut, das ist die Grundlage für eine Verständigung. Es gehört viel Geduld dazu, Gespräche zu führen, sich auf demokratische Prozesse einzulassen, (auch mal auf Provokationen zu verzichten) und in Gremien für die eigene Position zu werben, so wie Sie es als gewählte Vertretung der hier lebenden Migrantinnen und Migranten tun.
Glauben Sie mir, ich weiß, welche Mühe Sie damit auf sich nehmen!
Aber sie ist es auch wert!

Seit fast vierzig Jahren ist der Integrationsrat (unter verschiedenen Namen) die Stimme der Menschen mit ausländischen Wurzeln in der Stadtpolitik. Dieser Arbeit ist es großen Teils mit zu verdanken, dass Menschen aus über hundert Nationen hier ein Zuhause gefunden haben, dass sie Leverkusen als Heimat betrachten.
Ein Beispiel hierfür ist das muslimische Gräberfeld, für das sich der Integrationsrat eingesetzt hatte. Wie könnte man sich deutlicher zu seiner Heimat bekennen als mit dem Wunsch, hier begraben zu werden - an dem Ort, wohin man zunächst als „Gastarbeiter“ kam?

Sie wissen es selbst mit am besten: Das friedliche Zusammenleben unterschiedlichster Nationen, Religionen und Kulturen ist ein ständiger Prozess. Es braucht Anstrengungen und guten Willen aller Beteiligten, zu jeder Zeit.
Sie haben mit dem Gedenken an die Opfer von Paris ein Zeichen gesetzt gegen Gewalt. Und umgekehrt haben Sie genauso unbedingt Anspruch darauf, hier unbehelligt und sicher zu leben. Wir in Leverkusen tolerieren keine Gewalt – gleich welcher Couleur!

Am Dienstag, dem Holocaust-Gedenktag, erinnert die Stadt an die Befreiung des KZs Auschwitz vor siebzig Jahren und die Opfer nationalsozialistischer Gewalt. Eine Ausstellung zeigt das Schicksal jüdischer Kinder, die aus Nazi-Deutschland ins Ausland flüchten mussten. Es mahnt uns, auch heute Vorurteilen und Rassismus entschieden entgegenzutreten.

Flucht vor Verfolgung gehört zu den aktuellen Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. So muss die Stadt Lösungen finden, wie wir der steigenden Zahl von Flüchtlingen angemessen und human begegnen. Leider war es im letzten Jahr nicht immer möglich, nach dem sogenannten „Leverkusener Modell“ verfahren, das bundesweit als Vorbild gilt: Zu unserem Bedauern können nicht alle Flüchtlinge in privaten Wohnungen untergebracht werden, sondern zum Teil in einem früheren Hotel. Parallel sucht die Verwaltung weiter intensiv nach alternativen Möglichkeiten zur Unterbringung. Es bleibt das Ziel, nach einer Erstunterbringung in Sammelunterkünften ein Leben in angemietetem Wohnraum sicherzustellen. Und wir alle sind gefragt, den Menschen, die zum Teil schwer traumatisiert sind, das Einleben in der neuen Umgebung zu erleichtern.

Sie, die Mitglieder des Integrationsrates, sind in diese Arbeit unmittelbar, ganz persönlich eingebunden. Dafür möchte ich Ihnen bei dieser Gelegenheit ausdrücklich danken.
Was Sie leisten, ist vorbildlich. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie sich ehrenamtlich, in Ihrer Freizeit für andere einsetzen. Dieses Engagement wird öffentlich nicht immer so gewürdigt, wie es sollte. Deshalb möchte ich nochmals betonen: Ihr Einsatz ist für unsere Gesellschaft unbezahlbar. Sie ist die Stütze für ein ziviles, menschliches Miteinander in unserer Stadt.

Für das kommende Jahr mit all dem, was uns auch erwartet, wünsche ich Ihnen alles Gute und die Kraft, Ihre erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Viel Glück!"


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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