Goldene Jugend-DM für Efferoth, Przybylko, Steinacker und Staffel


Archivmeldung aus dem Jahr 2010
Veröffentlicht: 08.08.2010 // Quelle: TSV Bayer 04

Die erste Leverkusener Medaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm war gleich eine Goldene. Stabhochspringer Jonas Efferoth wurde seiner Favoritenrolle gerecht und holte den Titel in der männlichen Jugend B. Es folgten in der Jugend A Hochspringer Mateusz Przybylko und Diskuswerferin Marike Steinacker. Dann waren es die Sprinter Timo Stinski, Florian Hübner, Andreas Michel und Niklas Rothes über 4x100 Meter, die für Sieg Nummer Vier sorgten. Insgesamt zwölfmal standen die Nachwuchs-Athleten des TSV Bayer 04 im Donaustadion auf dem Treppchen.

Zu den ersten Plätzen kamen noch Silber für Kugelstoßer Marc Decker und die stolze Zahl von sieben Bronzemedaillen hinzu. Dritte Plätze gingen an Sven Timmler (Speer), Marvin Caspari (Stabhochsprung), Niklas Rothes (110m Hürden), Timo Stinski (100m), Lisa Kurschilgen (Weitsprung), Kimberly Jeß (Hochsprung) und Julia Dobmeier (2000m Hindernis). Bis auf die beiden B-Jugendlichen Efferoth und Timmler gingen alle Medaillen an Athleten der älteren A-Jugend-Klasse.

„Das war schon ein sensationelles Ergebnis, was wir so seit vielen Jahren nicht mehr hatten. Nicht nur die vier Goldmedaillen, sondern auch die vielen persönlichen Bestleistungen sind ein Zeichen unserer sehr guten Jugendarbeit“, sagte Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann. Mit einem Sieg und zwei dritten Plätzen war das Resultat der letztjährigen Titelkämpfe in Rhede bereits nach dem ersten Tag erreicht.

Zur Eröffnung machte Jonas Efferoth seinen Wettkampf allerdings packender als erwartet, denn auf dem Papier war er mit seiner Bestleistung von 5,15 Metern haushoher Favorit. Nach seiner Einstiegshöhe von 4,60 Metern musste er über 4,70 Metern allerdings bis zum dritten Versuch zittern, ehe er über die Latte flog und ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen war. Es folgte die Zugabe über 4,90 Meter, die Efferoth ebenfalls im dritten Versuch überwand. Auf weitere Versuche verzichtete der frischgebackene Titelträger allerdings, um vor den Olympischen Jugendspielen in Singapur (14.-26.08.) kein Verletzungsrisiko einzugehen. „Mit den 4,90 Metern bei diesen Bedingungen kann ich zufrieden sein. Das war ein guter Auftakt für Singapur“, resümierte Efferoth.

Bei Hochspringer Mateusz Przybylko ging die Faust in die Luft, als er im ersten Versuch über 2,16 Meter floppte und seine eigene Jahres- und persönliche Bestleistung um einen Zentimeter steigerte. Ganz knapp war es dann über 2,20 Meter, dem erklärten Saisonziel des Leverkuseners. Im dritten Versuch war er praktisch schon drüber, als die Latte zitterte und dann doch noch runterfiel. „Dann springe ich das eben in Regensburg, Elberstadt oder bei den DJMM“, sagte der erfolgreiche Titelverteidiger gelassen.

Während Przybylko von Beginn an der Favorit war, hatte wohl nur Diskuswerferin Marike Steinacker selbst im Vorfeld mit ihrem Sieg gerechnet. „Ich war als Dritte gemeldet und wollte heute gewinnen“, sagte sie. Dass dann aber tatsächlich klappte, ihr letzter Versuch bis auf 50,02 Meter segelte und sie damit zum ersten Mal über der 50-Meter-Marke blieb, konnte sie dann aber doch noch nicht ganz begreifen. „Unfassbar. Ich bin völlig überwältigt. Die ganze Saison habe ich auf diese Weite gewartet und heute ist sie da.“

Weit ging es auch bei Kugelstoßer Marc Decker. Siebenmal gab es bis dahin schon Bronze, als er die erste Silbermedaille holte. Mit persönlicher Bestleistung von 18,51 Metern lag er fünf Runden lang in Führung, ehe Marcel Bosler (TV Iffezheim) mit 18,61 Metern doch noch vorbeiziehen konnte. „Das ärgert mich natürlich tierisch. Aber im letzten Durchgang war die Technik dann nicht mehr so gut, das war nur noch knüppeln“, sagte Decker und fügte hinzu: „Erstmal nun ein bisschen Wehmut, aber dann werde ich mich über Silber freuen können.“

Die Klasse der Leverkusener Stabhochspringer untermauerte Marvin Caspari mit dem zweiten Edelmetall der Bayer-Stabartisten. „Heute hat alles super gepasst, ich habe mich sehr wohl gefühlt und gezeigt, dass ich stabil springen kann“, sagte Caspari. Als nach überquerten 5,10 Metern der Podestplatz schon feststand, musste Caspari um die Farbe der Medaille pokern. Nach einem Fehlversuch über 5,20 Meter wechselte er dann direkt auf 5,25 Meter und riss die Latte nur ganz knapp. „Ich war eigentlich schon drüber, hatte dann mit der Schulter aber ein bisschen gerissen. Das letzte Quäntchen Glück fehlte da noch.“ Auch die nächste Höhe versuchte er noch vergeblich: „Die 5,30 Meter will ich dieses Jahr auf jeden Fall noch springen“, verkündete Caspari, denn das ist die Norm für den C-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Für Timo Stinski vergingen nach dem Zieleinlauf bange Minuten, bis das Ergebnis klar war. Der Rennausgang war so knapp, dass zwischen Rang zwei und fünf alles möglich war. Umso größer war der Jubel bei ihm, als der dritte Platz in 10,76 Sekunden offiziell war. Bereits im Vorlauf hatte er seine Saisonbestleistung auf 10,81 Sekunden gesteigert und konnte mit einem freien Kopf ins Finale starten: „Da habe ich mir einfach gesagt: Jetzt machst Du es, Du kannst es. Und dann hat es gepasst, der Lauf hat sich super angefühlt.“

Die erste weibliche Medaille für den TSV Bayer 04 holte Kimberly Jeß im Hochsprung. Für die B-Jugend-Siegerin der letzten drei Jahre war es erst der zweite Wettkampf in diesem Jahr. „Eigentlich kann ich mit dem dritten Platz zufrieden sein, immerhin war ich nach der Vorleistung auch auf Rang Drei“, stellte Jeß fest. „Nach dem Wettkampf in Leverkusen hatte ich allerdings schon gehofft, dass ich 1,80 Meter schaffe. Aber ich war heute nicht so stabil und auch die letzten Schritte im Anlauf waren nicht so aktiv, sondern eher gezogen“, erklärte sie.

Die Bronzemedaille für Niklas Rothes über 110 Meter Hürden war dagegen so nicht zu erwarten. Nach längeren Verletzungen war es ebenfalls erst sein zweiter Wettkampf. „Der Start war überragend“, sagte Rothes und gibt zu: „Ein bisschen hatte ich schon im Gefühl, dass ich in dem Bereich laufen kann.“ Dabei hatte er zwar an eine Zeit unter 14 Sekunden gedacht, war selbst aber überrascht, dass es in 13,75 Sekunden so deutlich unter dieser Marke blieb. Bereits im Vor- und Zwischenlauf blieb er mit jeweils 13,86 Sekunden unter seiner alten Bestleistung (14,05 sec).

Zum Abschluss des zweiten Tages gab es dann noch einmal einen bronzenen Doppelschlag der jungen Damen. Weitspringerin Lisa Kurschilgen lag erst lange mit 5,85 Metern auf dem sechsten Rang, ehe ihr im letzten Versuch die entscheidende Verbesserung auf 5,97 Meter gelang. „Ich hatte mir für heute sechs Meter vorgenommen. Von daher bin ich mit der Weite zufrieden.“

Wenige Minuten später war es Julia Dobmeier, die über 2000 Meter Hindernis in 6:53,87 Minuten den gleichen Rang belegte. „Ich war sehr aufgeregt, weil ein Meisterschaftsrennen immer etwas anderes ist als ein normaler Wettkampf. Ich kann es noch gar nicht fassen“, erzählte sie überschwänglich. Ohne das Sturzpech von Lena Klaassen am letzten Wassergraben wäre die Medaille vielleicht an sie gegangen. Doch so rettete sie hinter ihrer Vereinskollegin im Schlussspurt in 6:58,22 Minuten knapp den vierten Rang ins Ziel. Für beide Läuferinnen war es persönliche Bestzeit.

Für den B-Jugendlichen Sven Timmler sah es nach zwei Speerwurf-Durchgängen gar nicht nach einer Medaille aus, denn mit 55,16 Metern lag er auf Rang Zwölf und schien selbst den Endkampf der besten Acht zu verpassen. „Ich war vorher etwas unsicher, konnte dann aber einen raushauen“, sagte Timmler. So gelang ihm im dritten Versuch der entscheidende Wurf auf 63,73 Meter, nur rund ein Meter hinter seiner Bestleistung (64,95 m). „Es ist schön, wenn man erfährt, dass man dem Druck so stand halten kann“, stellte er zufrieden fest.


Die Leverkusener Top-Acht-Platzierung der Deutschen Jugendmeisterschaften:

Männl. Jugend A: 100 Meter: 3. Timo Stinski 10,76 sec, 8. Andreas Michel 11,00 sec (VL: 10,86 sec); 110 Meter Hürden: Niklas Rothes 10,75 sec; Weitsprung: Nils Weispfennig; Hochsprung: 1. Mateusz Przybylko 2,16 m; Stabhochsprung: 3. Marvin Caspari 5,10 m, 5. Tim Marvin-Grimberg 4,95 m; Kugelstoßen: 2. Marc Decker 18,51 m; 4x100 Meter: 1. TSV Bayer 04 (Stinski, Hübner, Michel, Rothes) 41,00 sec.

Männl. Jugend B: Stabhochsprung: 1. Jonas Efferoth 4,90 m; 7. Christian Schiemann 4,40 m; Speerwurf: 3. Sven Timmler 63,73 m.

Weibl. Jugend A: 1500 Meter: 4. Christina Müller 4:33,16 min; 2000 Meter Hindernis: 3. Julia Dobmeier 6:53,87 min, 4. Lena Klaassen 6:58,22 min; Weitsprung: 3. Lisa Kurschilgen 5,97 m; Hochsprung: 3. Kimberly Jeß 1,76 m; Diskuswurf: 1. Marike Steinacker 50,02 m; Hammerwurf: 4. Sarah Lippold 48,65 m.

Die kompletten Ergebnislisten gibt es unter www.leichtathletik.de.


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Kategorie: Sport
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