Ein 26 Meter langer Stahldüker unter der Dhünn in Schlebuschrath markiert den technisch anspruchsvollsten Schritt beim Fernwärme-Ausbau in Leverkusen-Alkenrath. Ab Frühjahr 2027 sollen rund 1.100 Wohneinheiten klimafreundlich mit Wärme versorgt werden.
Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) hat in Schlebuschrath einen Fernwärmedüker unter der Dhünn verlegt – ein zentrales Bauelement für die Wärmeversorgung großer Teile Alkenraths. Die Stahlkonstruktion mit zwei festen Rohren für Vorlauf und Rücklauf wurde beim beauftragten Tiefbauer vormontiert, auf einer eigens angelegten Kran-Aufstellfläche neben dem Fluss endmontiert und anschließend mit einem Teleskopkran in den offenen Graben des Dhünn-Flussbetts abgesenkt. Die Leverkusener Baufirma Büchel schließt die Rohre nun in den kommenden Tagen an das bestehende Fernwärmenetz an.
Mit dem Düker wird die bestehende Fernwärmeleitung vom Innovationspark-Gelände unterirdisch unter der Dhünn hindurch, durch den Eisenbahntunnel Schlebuschrath bis in Richtung Alkenrather Straße verlängert. „Wir blicken hier auf das größte Teilprojekt des Gesamtvorhabens", sagt Dr. Jan Meese, technischer Geschäftsführer der EVL.
Seit Mai 2025 läuft das Fernwärmeprojekt in Alkenrath. Geplant und verbaut werden insgesamt 1.500 Meter Rohrgraben und 3.000 Meter Rohrleitung. Bislang wurden die Gebäude im Gebiet durch zwei Nahwärmenetze auf Erdgasbasis oder direkt mit fossilem Gas versorgt. Das soll sich grundlegend ändern.
„Über diese Leitung können wir im kommenden Jahr insgesamt rund 1.100 Wohneinheiten der Vivawest, der Vonovia und weitere Objekte statt mit fossilen Energieträgern durch Fernwärme mit einem guten Primärenergiefaktor versorgen und einen wichtigen Schritt in Richtung der Leverkusener Wärmewende machen", erklärt Thomas Eimermacher, kaufmännischer Geschäftsführer der EVL. Die Wärme stammt zum Großteil aus der Abwärme der AVEA – ein ressourcenschonender Ansatz, der fossile Energieträger ersetzen soll.
Das Projekt gliedert sich in mehrere Teilabschnitte. Im Bereich Alkenrather Straße entsteht ab Herbst 2026 eine Übergabestation, von der eine neue Verbindungsleitung zum ehemaligen Nahwärmenetz Elisabeth-von-Thadden-Straße führt. Diese zweite Verbindungsleitung befindet sich bereits im Bau. Über eine weitere, noch in Planung befindliche Übergabestation an der Wilhelm-Leuschner-Straße sollen zusätzlich Vivawest-Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, erläutert EVL-Fachbereichsleiter und Chefplaner Jürgen Lokotsch.
Eimermacher zeigt sich zuversichtlich: „Zurzeit befinden sich alle Teilprojekte deutlich im Zeit- und Kostenrahmen." Die EVL investiert einen mittleren siebenstelligen Betrag in das Vorhaben, das teilweise durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der Europäischen Union gefördert wird.
Als ökologische Ausgleichsmaßnahme für die beiden Dhünn-Düker – einen am Bendenweg/Westring im Jahr 2025 und den aktuellen in Schlebuschrath – plant die EVL die Umwandlung künstlicher Fischteiche am gestauten Horkenbach in naturnahe Fließgewässer. Die Renaturierung des Horkenbachtals ist in drei Abschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt, von der Mündung des Horkenbachs aufwärts, soll im Herbst und Winter 2026 ausgeschrieben und beauftragt werden – mit Fertigstellung im Jahr 2027. Weitere Abschnitte könnten in den Folgejahren für künftige Ausgleichsmaßnahmen folgen.
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