Seit Februar 2021 läuft das Landesprogramm „Kommunales Integrationsmanagement" (KIM) in Leverkusen – und zieht nach fünf Jahren eine positive Bilanz: Seit dem Start des KIM-Casemanagements Mitte 2022 wurden 720 zugewanderte Menschen begleitet, die Nachfrage steigt kontinuierlich.
Das Kommunale Integrationsmanagement – kurz KIM – ist ein Landesprogramm des Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration in Nordrhein-Westfalen und gilt als bundesweit einzigartig. Ziel ist es, eingewanderten Menschen eine verlässliche Anlaufstelle zu bieten und ihre individuelle Integration schneller und gezielter zu fördern. Die Stadt Leverkusen gehörte zu den frühen Teilnehmern: Bereits 2020 beantragte sie die Aufnahme, im Februar 2021 folgte der erste Förderbescheid des Landes.
Heute sind über das Programm in Leverkusen 13,5 Personalstellen für Integrationsarbeit sowie Sachkosten gefördert. Das Programm ist im Kommunalen Integrationszentrum der Stadt angesiedelt und seit 2022 gesetzlich im nordrhein-westfälischen Teilhabeförderungsgesetz verankert – die Landesförderung ist damit langfristig gesichert.
Das Kernstück des Programms ist das sogenannte KIM-Casemanagement. Speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater begleiten volljährige Zugewanderte in allen integrationsbezogenen Fragen – von aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten über den Deutscherwerb bis hin zur Arbeitsmarktintegration. Seit dem Start Mitte 2022 wurden insgesamt 720 Personen betreut. Aktuell werden 356 Personen begleitet. Die Zahl der laufenden Fälle stieg von 138 Ende 2023 über 224 Ende 2024 auf 334 Ende 2025. Die häufigsten Herkunftsländer der Ratsuchenden sind derzeit die Ukraine, der Irak und Syrien.
Ein wesentliches Merkmal des Leverkusener Modells ist die enge Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Caritasverband und dem Diakonischen Werk. Personalstellen für das KIM-Casemanagement sind bewusst auch bei diesen Verbänden angesiedelt.
„Für uns war von Beginn an klar, dass wir das Kommunale Integrationsmanagement in Leverkusen nicht ausschließlich als Verwaltung umsetzen möchten, sondern in enger Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden", betont Sozialdezernent Alexander Lünenbach. Die Zusammenarbeit wurde zuletzt im Februar 2025 per Ratsbeschluss auch unter neuen Haushaltsbedingungen bekräftigt.
Carsten Wellbrock, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Leverkusen und Stadt-Caritasdirektor, hebt hervor: „Durch die enge Verzahnung der unterschiedlichen Beratungsangebote können Menschen bedarfsgerecht begleitet und passgenau an die jeweils richtigen Stellen vermittelt werden."
Neben der Einzelfallberatung sind zwei weitere Angebote entstanden. Der Service-Point Integration in der Wiesdorfer City bietet dreimal wöchentlich offene Sprechstunden sowie themenspezifische Beratung und Veranstaltungen zur Arbeitsmarktorientierung. Seit Dezember 2024 gibt es zudem eine Kommunale Test- und Meldestelle: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führt dort ein- bis zweimal wöchentlich Einstufungstests für Integrationskurse durch – mit direkter Kursvermittlung im Anschluss und enger Anbindung an das KIM-Casemanagement.
Auch NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer würdigt das Programm: „Das Kommunale Integrationsmanagement ist ein wichtiger Schlüssel für gelingende Integration vor Ort. Nordrhein-Westfalen gestaltet Integration verbindlich, kommunal und nah an den Menschen."
Leverkusen nimmt zusätzlich an der neuen Landesinitiative „NRW.integrativ" teil, die im Rahmen von KIM gezielt auf die Integration in Ausbildung und Arbeit abzielt und auch die Bedarfe der lokalen Unternehmen stärker berücksichtigt.
„Das Kommunale Integrationsmanagement bietet die Chance, Integrationsstrukturen vom Einzelfall her systematisch weiterzuentwickeln", fasst Susann Peters, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, zusammen. „Zugleich sind Integration und Teilhabe Daueraufgaben, die gemeinsam vorausschauend gesteuert werden müssen."
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