Ein Vierteljahrhundert im Dienst der Erinnerung: Das Riga-Komitee und Leverkusens Rolle

15.05.2025 // Quelle: Stadtverwaltung

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Leverkusen engagiert sich aktiv im Deutschen Riga-Komitee, einem einzigartigen Städtebündnis, das seit 25 Jahren die Erinnerung an die Deportationen während des Nationalsozialismus wachhält. Seit dem Beitritt 2018 beteiligt sich Leverkusen an lokalen Erinnerungsprojekten und fördert ein greifbares Gedenken an die jüdischen Opfer. Das Komitee zählt mittlerweile 80 Mitgliedsstädte und ermöglicht durch Delegationsbesuche und Jugendgruppenreisen eine lebendige Auseinandersetzung mit der Geschichte. Am 20. Mai wird in Düsseldorf das Jubiläum gefeiert, begleitet von einer Ausstellung zur Erinnerungskultur. Leverkusens Beitrag ist entscheidend für die Aufarbeitung dieser dunklen Kapitel der Geschichte und stärkt das Bewusstsein für lokale Schicksale.

Für viele Leverkusenerinnen und Leverkusener ist die Geschichte der Deportationen während des Nationalsozialismus oft ein abstraktes Kapitel der Vergangenheit. Das Deutsche Riga-Komitee, ein europaweit einzigartiges Städtebündnis, arbeitet seit nunmehr 25 Jahren daran, diese Erinnerung konkret und lokal fassbar zu machen – auch in unserer Stadt. Leverkusen ist seit 2018 Mitglied dieses wichtigen Netzwerks, das am Dienstag, 20. Mai, in Düsseldorf sein Jubiläum feiert und Bilanz zieht.

Gründung und schmerzvoller Hintergrund


Gegründet wurde das Deutsche Riga-Komitee am 23. Mai 2000 in Berlin. Damals schlossen sich 13 Großstädte mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: die Erinnerung an über 25.000 jüdische Bürgerinnen und Bürger wachzuhalten. Diese Menschen wurden in den Jahren 1941 und 1942 aus zahlreichen deutschen Städten nach Riga deportiert und zum größten Teil im nahegelegenen Wald von Bikernieki ermordet.

Die Arbeit des Komitees ist untrennbar verbunden mit dem Schicksal der mehr als 26.000 lettischen Jüdinnen und Juden. Sie wurden Opfer des sogenannten „Rigaer Blutsonntags“ am 30. November 1941 und den darauffolgenden Tagen im Wald von Rumbula ermordet – zynisch ausgedrückt, um „Platz zu schaffen“ für die Deportierten aus dem Deutschen Reich.

Eine der ersten und wichtigsten Aufgaben des Städtebündnisses war daher die Schaffung einer würdigen Gräber- und Gedenkstätte für die Opfer. Diese Anlage im Wald von Bikernieki konnte am 30. November 2001 feierlich eingeweiht werden, exakt 60 Jahre nach dem „Rigaer Blutsonntag“ und dem Beginn der Deportationen aus Deutschland.

Ein wachsendes Netzwerk des Gedenkens – Leverkusen aktiv dabei


Heute, 25 Jahre nach seiner Gründung, zählt das Riga-Komitee stolze 80 Mitgliedsstädte. Neben deutschen Kommunen gehören auch internationale Städte wie Brünn, Prag, Riga selbst, Theresienstadt und Wien dem Bündnis an. Unsere Stadt Leverkusen trat dem Komitee im Jahr 2018 bei und beteiligt sich seither aktiv an der Erinnerungsarbeit.

„Lokale Recherchen haben an vielen Orten sichtbar gemacht, dass jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Riga deportiert wurden“, erklärt Stefan Dworak, Mitinitiator und stellvertretender Generalsekretär des Volksbundes. „Das Gedenken an die Opfer des Holocaust hat damit einen konkreten lokalen Bezug und ist weniger abstrakt.“

Das Engagement des Riga-Komitees hat zahlreiche lokale Erinnerungsprojekte angestoßen und ermöglicht ein Gedenken, das Länder- und Kulturgrenzen überwindet. Viele Mitgliedsstädte, darunter auch Leverkusen, gestalten diese Erinnerung auf vielfältige und lebendige Weise. Regelmäßige Delegationsbesuche des Komitees sowie Jugendgruppenreisen zu den Gräber- und Gedenkstätten in Riga sind ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.

Jubiläumsveranstaltung und Ausstellung in Düsseldorf


Die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Riga-Komitees finden am Dienstag, 20. Mai, in Düsseldorf statt. Als Festredner wird Lorenz Hemicker erwartet, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der mit seinem Buch „Mein Großvater, der Täter“ einen sehr persönlichen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschehnisse in Riga geleistet hat.

Begleitend dazu wird ab demselben Dienstag im Düsseldorfer Landtag die Ausstellung des Riga-Komitees unter dem Titel „RIGA: DEPORTATIONEN – TATORTE – ERINNERUNGSKULTUR“ zu sehen sein. Sie bietet Einblicke in die historischen Ereignisse und die heutige Gedenkarbeit.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. bleibt einer der wichtigsten Akteure innerhalb des Bündnisses. Als gemeinnütziger Verein sucht und birgt er im Auftrag der Bundesregierung Kriegstote im Ausland und sorgt für ihre würdevolle Bestattung – allein im vergangenen Jahr über 10.000. Der Volksbund pflegt Gräber in 45 Ländern, betreut Angehörige und erreicht mit seinen Jugend- und Bildungsangeboten jährlich rund 38.000 junge Menschen. Diese wichtige Arbeit ist auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen.

Weitere Informationen zum Riga-Komitee finden Interessierte online unter www.riga-komitee.eu.

Dieses einzigartige Städtebündnis in Europa hält die Erinnerung an jüdische Mitbürger an ihren Heimatorten und in Lettland wach – eine Aufgabe von ungebrochener Bedeutung, auch für uns in Leverkusen.


Themen aus dem Artikel: Kriegsgräberfürsorge, Stadt Leverkusen, Riga-Komitee

Kategorie: Kultur
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