Werner Wenning auf der Hauptversammlung in Köln: Bayer ist hervorragend ins Jahr 2007 gestartet

Umsatz und Ergebnis im 1. Quartal nach vorläufigen Zahlen deutlich gestiegen
Positiver Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt
Neuwahlen zum Aufsichtsrat

Archivmeldung aus dem Jahr 2007
Veröffentlicht: 27.04.2007 // Quelle: Bayer

Der Bayer-Konzern hat im 1. Quartal 2007 deutliche Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis erzielt. "Damit haben wir nahtlos an die erfreuliche Performance des vergangenen Jahres angeknüpft", sagte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Freitag auf der Hauptversammlung in Köln. Nach den derzeit vorliegenden, vorläufigen Zahlen erhöhte sich der Konzernumsatz in den ersten drei Monaten um 23 Prozent auf 8,3 (Vorjahr: 6,791) Milliarden Euro. Zu diesem Umsatz steuerte Bayer HealthCare 3,6 (2,203) Milliarden Euro bei, darin ist das erworbene Schering-Geschäft mit 1,4 Milliarden Euro enthalten. Bayer CropScience erlöste 1,8 (1,771) Milliarden Euro und Bayer MaterialScience 2,6 (2,486) Milliarden Euro.
Währungs- und portfoliobereinigt - also auch unter Herausrechnung des Schering-Geschäfts - stieg der Konzernumsatz um 7 Prozent.

Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg in der Zeit von Januar bis März um 27 Prozent auf 2,0 (1,564) Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs erreichte der Teilkonzern Bayer HealthCare, der sein bereinigtes EBITDA von 465 Millionen Euro im Vorjahr auf ca. 950 Millionen Euro in etwa verdoppelte. Dazu trugen sowohl der Schering-Erwerb als auch der erfreuliche Geschäftsverlauf von Consumer Health bei. Bayer CropScience konnte sein Ergebnis insbesondere dank höherer Absatzmengen und verbesserter Kostenstrukturen um 6 Prozent auf ca. 580 (551) Millionen Euro steigern. Bayer MaterialScience lag vor allem angesichts der um etwa 140 Millionen Euro gestiegenen Rohstoffkosten wie erwartet unter dem hohen Vorjahresergebnis. Der Teilkonzern übertraf jedoch mit gut 400 (539) Millionen Euro das bereinigte EBITDA des 4. Quartals 2006 deutlich.

Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen verbesserte sich im 1. Quartal um 17 Prozent auf annähernd 1,4 (1,177) Milliarden Euro. "Damit haben wir unser bereinigtes EBIT einmal mehr im Vorjahresvergleich gesteigert", kommentierte Wenning. Nach Sondereinflüssen in Höhe von minus 200 Millionen Euro erzielte Bayer ein EBIT von rund 1,2 (1,049) Milliarden Euro und lag damit um 12 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Unter Berücksichtigung der Veräußerungsgewinne für das Diagnostika-Geschäft sowie für H. C. Starck von insgesamt knapp 2,2 Milliarden Euro und eines Finanzergebnisses von rund minus 220 Millionen Euro erzielte Bayer ein Konzernergebnis von 2,8 (0,6) Milliarden Euro.

Die Nettoverschuldung konnte im 1. Quartal insbesondere durch die Zuflüsse aus den beiden Verkäufen um ca. 4,8 Milliarden auf 12,8 Milliarden Euro zurückgeführt werden. Weitere Einzelheiten zum 1. Quartal wird das Unternehmen am 8. Mai im Zwischenbericht bekannt geben.

Ausblick für 2007 und mittelfristige Margenziele bekräftigt

"Nach diesem erfolgreichen Start in das Jahr 2007 bekräftigen wir unseren positiven Jahresausblick", führte Wenning aus. Die im März gegebene Prognose will das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht verändern. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer eine weitere Verbesserung der Ertragskraft.
Der Konzernumsatz und das bereinigte EBITDA sollen um jeweils mehr als 10 Prozent steigen. Zugleich soll die bereinigte EBITDA-Marge leicht verbessert werden.

Über die Geschäftserwartung für 2007 hinaus erläuterte Wenning auch die mittelfristige Planung. Bayer habe das Ziel erreicht, bis zum Jahr 2006 eine bereinigte EBITDA-Marge von 19 Prozent zu erzielen. Für 2009 sei nun geplant, eine bereinigte EBITDA-Marge in der Größenordnung von 22 Prozent zu erwirtschaften. "Mit dieser Zielvorgabe wollen wir den Konzern in eine neue Ergebnisdimension führen", sagte Wenning.

"2006 zählt zu den bedeutendsten Jahren der Unternehmensgeschichte"

In seiner Rede fasste der Vorstandsvorsitzende die wichtigsten Ereignisse des zurückliegenden Geschäftsjahres zusammen. "Ich denke, man kann ohne Zweifel sagen, dass 2006 zu den bedeutendsten Jahren unserer Unternehmensgeschichte zählt. Im operativen Geschäft haben wir wesentliche Kennzahlen im Vergleich zum Vorjahr signifikant gesteigert", sagte Wenning.
Auch die strategische Weiterentwicklung des Portfolios sei konsequent vorangetrieben worden. Mit den Veräußerungen des Diagnostika-Geschäfts sowie von H. C. Starck und Wolff Walsrode sei das Portfolio weiter konzentriert worden. "Doch natürlich hat die Stärkung unseres Pharmageschäftes durch die Akquisition der Schering AG das vergangene Jahr in besonderer Weise geprägt." Die aktuelle Beteiligung an der Bayer Schering Pharma AG bezifferte er auf 96,3 Prozent.

"Es scheint uns schon so selbstverständlich, dass wir von dem neuen, integrierten Unternehmen Bayer Schering Pharma sprechen. Wir sind sehr erfreut, wie schnell die Zusammenführung vonstatten geht", betonte Wenning.
Es gebe nur wenige Übernahmen, bei denen die Einleitung des Squeeze-out, die rechtlichen Voraussetzungen für die Integration und die Umsetzung erster Maßnahmen in so kurzer Zeit erreicht worden seien. "Und wir sind entschlossen, das hohe Tempo beizubehalten." Der zügige Verlauf des Integrationsprozesses sei ganz entscheidend für den künftigen Erfolg des neuen Unternehmens, so der Vorstandsvorsitzende. "Wir sind davon überzeugt, dass der Ausbau unserer Gesundheits-Aktivitäten den gesamten Konzern nachhaltig stärken wird."

Verdienste um den Klimaschutz

Ausführlich ging Wenning auch auf das Thema Klimaschutz ein. Er sei eine weltumspannende Aufgabe. "Jeder Staat, jede Industrie, jeder Bürger sollte dazu einen Beitrag leisten. Dafür gibt es sicher viele lohnende Ansätze."
Bayer ist bei der klimafreundlichen Energieversorgung und Produktionseffizienz sehr gut aufgestellt. Umfangreiche Investitionen und technologische Neuerungen trugen zu einer erheblichen Entlastung der Umwelt um über 5,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente seit 1990 bei.
Aufgrund dieser Erfolge ist Bayer im vergangenen Jahr unter anderem in den Climate Leadership Index aufgenommen worden - eine anerkannte internationale Auszeichnung. Dabei wurde der Konzern als "Best-in-Class" und zudem als bestes Unternehmen der Chemie-Branche ausgezeichnet.

"Wir brauchen mehr denn je innovative und ökonomische Ansätze für die große ökologische Herausforderung", betonte Wenning. Verschiedene Bayer-Produkte trügen zu Energieeinsparungen bei und eröffneten eindrucksvolle CO2-Einsparpotenziale. Wichtige Beiträge könnten etwa die Polycarbonate leisten, die zum Beispiel als leichtere Werkstoffe zur Gewichtsreduzierung von Fahrzeugen beitragen. Das Gleiche gelte für Polyurethane mit ihren hervorragenden Wärmedämmeigenschaften, die bei der Isolierung von Kühlgeräten und Gebäuden genutzt werden. Die Pflanzenschutzmittel von Bayer würden in zahlreichen Kulturen eingesetzt, die als nachwachsende und damit klimafreundliche Rohstoffe für eine neue Generation von Kraftstoffen - die so genannten Biofuels - dienen. Damit beteilige sich Bayer an Lösungen zur Klimaproblematik und eröffne sich zugleich neue Geschäftschancen, so Wenning.

Hoher Stellenwert für Corporate Compliance

Vor dem Hintergrund der aktuellen öffentlichen Diskussion äußerte sich der Vorstandsvorsitzende auch zur so genannten Corporate Compliance: "Wir setzen uns in unserem Unternehmen weltweit mit großem Engagement und Nachdruck für gesetzmäßiges Handeln ein." Hierfür gebe es im Konzern verbindliche Richtlinien und Kontrollmechanismen, sagte Wenning. "Es ist für uns selbstverständlich, dass wir keinerlei Verstöße gegen Gesetze dulden. Und ich betone ausdrücklich: Geschäfte, die nur mit unlauteren Methoden gemacht werden können, kommen für uns nicht in Betracht. Denn nur so sind wir in der Lage, nachhaltig zu wachsen."

Aktionäre entscheiden über Dividendenvorschlag von 1,00 Euro je Aktie

Die Aktionäre entscheiden am Freitag unter anderem über den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, die Dividende für das Geschäftsjahr 2006 auf 1,00 Euro (Vorjahr: 0,95 Euro) je Aktie zu erhöhen. Das entspricht einem Anstieg um 5,3 Prozent. Die Ausschüttungssumme wächst um 10,1 Prozent auf 764 Millionen Euro, da sich die Zahl der dividendenberechtigten Bayer-Aktien durch die Kapitalerhöhung im Juli 2006 um 34 Millionen auf 764.341.920 Stück erhöht hatte.

Darüber hinaus stehen die Aufhebung des bestehenden Genehmigten Kapitals II und die Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals II mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts auf der Tagesordnung. Das derzeitige Genehmigte Kapital II war im Zusammenhang mit der Finanzierung der Schering-Akquisition teilweise genutzt worden und soll deshalb erneuert werden. Des Weiteren stimmen die Bayer-Aktionäre über den Beherrschungsvertrag zwischen der Gesellschaft und der Bayer Schering GmbH vom 12. März 2007 ab.

Wahlen zum Aufsichtsrat

Auf der Tagesordnung stehen auch Wahlen zum Aufsichtsrat. Die nächste Amtszeit reicht bis zur Beendigung der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011. Als neue Mitglieder des Gremiums, das insgesamt aus jeweils zehn Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer besteht, hat der Bayer-Aufsichtsrat folgende Aktionärsvertreter vorgeschlagen: Dr. Clemens Börsig, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG, Dr. Helmut Panke, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, und Dr. Klaus Sturany, Mitglied des Vorstands der RWE AG. Nicht zur Wiederwahl stehen Dr. Josef Ackermann, Dr. h. c. Martin Kohlhaussen und John Christian Kornblum. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Schneider, dankte ihnen und den scheidenden Vertretern der Arbeitnehmerseite, Thomas Hellmuth und Gregor Jüsten, für die jahrelange, wertvolle Tätigkeit.


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