Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression


Archivmeldung aus dem Jahr 2018
Veröffentlicht: 08.03.2018 // Quelle: Internet Initiative

Rüdiger Scholz (Arbeitskreis Literatur) sowie Gabriele Pelzer und Walter Montkowski (beide Stadtgeschichtliche Vereinigung) stellten heute die Ausstelung "NVA-Soldaten hinter Gittern - Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression" vor, die am Sonntag um 11:00 durch Oberbürgermeister Uwe Richrath in der Villa Römer eröffnet wird.
Die Ausstellung wurde zuerst in der Brandenburgischen Partnerstadt gezeigt und von Walter Montkowski, Ulrich und Fabian Müller mit einem Feuerwehrauto nach Leverkusen geholt.
Scholz gab auch einen Rückblick auf die Anbahnung der Städtpartnerschaft vor der Wende und die erste Bürgerreise 1989 nach Schwedt.

Sicht der beiden Vereine:
Ab 11. März 2018 Ausstellung in der Villa Römer:
„Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression“
Eine Leihgabe des Stadtmuseums Schwedt

Die Stadtgeschichtliche Vereinigung wird - in Kooperation mit dem Arbeitskreis Literatur - die Wanderausstellung „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression“ in der Villa Römer zeigen. Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 11. März, um 11 Uhr, die Finissage am Sonntag, 6. Mai 2018. Beleuchtet wird ein Thema der jüngsten Schwedter Stadtgeschichte, das vor allem für junge Männer in der ehemaligen DDR von Bedeutung war: der Armeeknast. Als westdeutsche Partnerstadt von Schwedt ist es für Leverkusen eine besondere Aufgabe, dieses dunkle Kapitel Schwedter Stadtgeschichte aufzugreifen.

Der Name Schwedt wurde 1968 zum Synonym für den Armeeknast der DDR. Bis 1982 befand sich in der uckermärkischen Stadt das berüchtigte Militärgefängnis und danach bis 1990 die sogenannte Disziplinareinheit der Nationalen Volksarmee (NVA). Beide Einrichtungen waren Teil des militärischen Repressionsapparates zur Durchsetzung von Gehorsam und Konformität in den DDR-Streitkräften.
Dr. Rüdiger Wenzke, Historiker und Leitender Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, hat das Konzept entwickelt. Gefördert wurde die Sonderausstellung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung des SED-Unrechts und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. Auf 20 Tafeln geht es unter anderem um die geschichtliche Entwicklung des Militärstrafvollzugs. In der Ausstellung werden der Alltag der Militärstrafgefangenen und Strafarrestanten vorgestellt und die Strukturen, die Organisation und das Personal im Militärgefängnis Schwedt untersucht.
Die Bediensteten der Disziplinareinheit verstanden sich als „Erzieher“ in NVA-Uniform. Das System Schwedt bestand aus Schleifen und Schuften, Bespitzelung und Rotlichtbestrahlung. Aus politischen Gründen wurden „Staatsfeinde“, Waffen- und Wehrdienstverweigerer eingesperrt. Die Rückkehr und das Nachdienen in der Truppe waren von Schweigen geprägt, die Rückkehr in den sozialistischen Alltag von Verdrängen und dem Versuch, die Schwedter Zeit zu vergessen. Am Funktionieren der Einrichtung waren auch die Stadt Schwedt und ihre Betriebe beteiligt. Beeindruckend sind die Schilderungen ehemaliger Betroffener.
1989/90 legten die Disziplinarbestraften die Arbeit nieder. Es folgten Auflösung und Abwicklung der Disziplinareinheit. Schließlich erfährt der Besucher etwas zum heutigen Blick auf den Mythos Schwedt und die Themen Aufarbeitung und Erinnerung.


Anschriften aus dem Artikel: Albert-Einstein-Str 58, Alte Landstr 129

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